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Deutsche Galeristen sind schlechte Manager

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Zum Start der neuen Kunstsaison erregt ein Buch die Gem√ľter der deutschen Kunstwelt. Magnus Resch analysiert in ‚ÄěManagement von Kunstgalerien" das Innenleben der deutschen Galerieszene - und findet dabei √ľberraschendes: 40% der deutschen Galerien machen Verluste.
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Die bislang gr√∂√üte Studie zum deutschsprachigen Galeriemarkt zeichnet kein sch√∂nes Bild des Kunstmarktes: Im Durchschnitt liegt der Gewinn von Galerien bei geringen 20'000‚ā¨. Sie sind Kleinst-Unternehmen mit nur einem Teilzeitmitarbeiter und einem Standort. Diese Eckdaten sind √ľberraschend, galt doch gerade der deutsche Kunstmarkt stets als besonders etabliert und nachhaltig.

Die Schlie√üungen von so prominenten Galerien wie Kamm vor ein paar Wochen in Berlin oder Martin Klosterfelde in 2013 sind wohl nur zwei Konsequenzen des hart umk√§mpften Marktes. Nur wenige Galeristen scheinen den Spagat zu schaffen zwischen k√ľnstlerischer Exzellenz und betriebswirtschaftliche Fakten.

Doch es gibt sie, die erfolgreichen Galerien. Resch, der Kunstwelt bekannt als Gr√ľnder von Larry's List, der Kunstsammler Datenbank, geht in seinem Buch besonders auf die Erfolgsfaktoren einer Galerie ein. Der Kernunterschied, so Resch, der auch an der Universit√§t St. Gallen und der Leuphana Universit√§t L√ľneburg Kulturmanagement unterrichtet, verstecke sich in der Organisation.

Erfolglose Galerien stellen meist nur junge K√ľnstler aus. Dies ist jedoch ein Zuschussgesch√§ft. Erfolgreiche Galerien hingegen arbeiten entlang der kompletten Lebensphase eines K√ľnstlers. Sie zeigen zwar auch junge K√ľnstler, aber sind vor allem auf dem Sekund√§rmarkt im Handel aktiv.

Aus dem Buch lassen sich f√ľr Galeristen einige Handlungsempfehlungen ableiten, zum Beispiel zur Standortwahl. Resch Ergebnisse zeigen, dass der Standort einer Galerie keinen Einfluss auf den Erfolg hat. Eine Galerie in prominenter Lage, also zum Beispiel der Auguststrasse in Berlin, macht demnach keinen Sinn. Es sei viel wichtiger, bei der Miete zu sparen. Resch empfiehlt daher unbedingt auf dezentrale Standorte auszuweichen.

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Interessantes findet sich auch bei der Wettbewerbsanalyse. Galeristen bewerten K√ľnstler als ihre zweit gr√∂√üten Wettbewerber, direkt hinter anderen Galeristen. Dass K√ľnstler als so bedrohlich eingestuft werden, zeigt die wachsende Sorge von Galeristen, dass K√ľnstler die Mittlerrolle einer Galerie umgehen und direkt verkaufen. K√ľnstler k√∂nnen dadurch Preise selbst bestimmen und m√ľssen nicht einen Teil des Umsatzes an den Galeristen abgeben.

Verträge, die dieses Verhalten stoppen könnten, sind in der Kunstwelt immer noch nicht gängig - eine Markteigenschaft, die laut Resch sofort geändert werden muss.

Resch ist ein guter Einblick in das Innenleben von Galerien gelungen. N√ľchtern, aber unterhaltsam pr√§sentiert er eine l√§ngst notwenige Marktanalyse - das provoziert und wird von der Kunstwelt nicht nur mit Applaus bedacht. Bei seinem Book Launch im Soho House Berlin diskutierte er u.a. mit Norbert Bisky, Alexander Koch (KOW) und dem Publikum.

Das mischte sich aktiv ein und bezeichnete Resch unter anderem als Advocatus Diaboli. Ob er irgendwas an seinem Buch nun √§ndern w√ľrde, wurde er zum Abschluss der Diskussion gefragt. Resch, schmunzelnd, antworte eindeutig: Nein. Der Applaus war ihm sicher. Das finden auch die K√§ufer. Bei Amazon ist das Buch ein Bestseller.

‚ÄěManagement von Kunstgalerien" von Magnus Resch ist im August 2014 im Transcript Verlag erschienen und kostet 24,99.