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CFD Handel: Fakten, die private Anleger vor dem Start kennen sollten

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TRADE STOCK
Gerhard Weber via Getty Images
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Schaut man sich den globalen Finanzmarkt dieser Tage aus der Nähe an, wird leider sehr schnell deutlich: Richtig gute Renditen können zumindest die Klassiker nicht mehr bieten. Jedoch haben sich die Interessen und Ziele vieler Anleger ohnehin spätestens aufgrund des digitalen Booms immer weiter verändert.

Vieles, was früher als Produkt eher Banken und institutionellen Investoren vorbehalten blieb, hat sich über die Jahre auch für den typischen Privatanleger zu einem spannenden Format entwickelt. Der CFD Handel ist ein solches Modell. Allerdings raten Analysten wie auch viele Broker, die das Trading mit Differenzkontrakten mit eigenen Plattformen möglich machen, zu einer akkuraten Vorbereitung des Einstiegs.

Reines Wettgeschäft im börslichen und außerbörslichen Umfeld?

Bevor sich Händler in spe an die Planung der erster Orders über die Broker-Handelsplattformen machen können, sollten sie natürlich überhaupt im ersten Schritt nicht nur eine blasse Ahnung davon haben, was Differenzkontrakte (vom Englischen „contracts for difference") sind und wie das Trading solcher Produkte im Einzelnen funktioniert. Der Name ist im Grunde Programm. Anders als bei Aktien etwa, die von Anlegern direkt - also physisch als Wertpapier - zum jeweils aktuellen Kurs erworben oder verkauft werden, spekulieren CFD-Händler lediglich auf die Kursentwicklungen.

Der Basiswert oder eine gewisse Menge desselben geht nicht in den Besitz der Käufer über. Als Basiswerte oder „Underlyings" werden im Fachjargon die Finanzinstrumente bezeichnet, auf deren Kursveränderungen Anleger wetten.

Erfolgreiche Handelsmodell - fortgesetzter Nachfrageanstieg seit 1999

Erstmals tauchten Differenzkontrakte kurz vor der Jahrtausendwende im Jahr 1999 am Markt auf. Die Erfolgsgeschichte hatte ihren Ursprung am britischen Markt. Ähnlich rar wie die Auswahl an CFD-Brokern für normale Anleger war in diesen frühen Tagen auch die Menge der Forex-Broker, die mit ihren Plattformen Kunden den Zugang zum börslichen und außerbörslichen Handel in Aussicht stellen. Das Unternehmen ActivTrades gehört zu den Vorreitern der Branche kann 2016 schon den 15. Jahrestag der Gründung begehen. Auch mancher Mitbewerber aus den Anfangstagen ist bis heute aktiv.

Das Risiko Nachschuss im Vorhinein bei Brokerauswahl exkludieren

Besonders beliebt bei Privatanleger sind Anbieter, die auf die sogenannte Nachschusspflicht verzichten und Verluste auf den Handelskonten ihrer Kunden kompensieren, ohne dass schlimmstenfalls größere zusätzliche Gelder „nachgeschossen" werden müssen. Broker, die im Falle extrem hoher Verluste einen Nachschuss von Tradern verlangen, ist inzwischen recht überschaubar. Was nicht bedeutet, dass unerfahrene Anleger nicht zum eigenen Schutz bewusst nach Aussagen in den Verträgen zu Konten suchen oder den Kundendienst der Anbieter wegen diesbezüglicher Informationen konsultieren sollten.

Denn nicht immer sind Hinweise in dieser Sache direkt auf der Webseite der Broker zu finden. Allgemeine Warnungen bezüglich der Gefahren des CFD-Handels und eindeutige Risikohinweise verstehen sich hingegen branchenintern von selbst.

Welche Bedingungen müssen Anfänger berücksichtigen?

Die bereits angesprochenen Aktien stehen insofern mit dem Trading im CFD-Sektor in Verbindung, da sie beliebte Basiswerte für den eigentlichen Handel sind. Sie bilden gar die Hauptgruppe der Assets (Basiswerte) bei der großen Mehrheit aller Broker am Markt. Meist gefolgt von nationalen und internationalen Index-Werten und vielfach Devisenpaaren, Rohstoffen und vereinzelt auch Instrumenten vom Anleihenmarkt. Die Risikobereitschaft der Brokerkunden entscheidet letzten Endes darüber, welche Underlyings sie am Ende für ihre Aktivitäten auswählen sollten. Devisen und Rohstoffe zeichnen sich in aller Regel dadurch aus, dass die Kurse in diesen Bereichen besonders anfällig für Kursschwankungen sind. Man spricht hier von einer hohen Volatilität oder auf gut Deutsch von der Schwankungsbreite.

Eine extreme Volatilität bietet Chancen, jedoch dürfen die Gefahren akuter Schwankungen in der Analyse natürlich ebenfalls nicht in Vergessenheit geraten. Ohne eine umfassende und korrekte Analyse verlassen sich CFD-Händler also in erster Linie auf das Schicksal. Wer indes das analytische Know-how mitbringt, hat gerade in volatilen Umgebungen am Finanzmarkt ausgesprochen gute Chancen auf stattliche Renditen.

Gebühren beim CFD Handel: Wo entstehen sie vorrangig?

Wichtig ist für Händler neben der Auswahl der handelbaren Assets (Basiswerte) vor allem die Frage: Wie viel bleibt von realisierten Gewinnen nach Abzug aller anfallenden Entgelte eigentlich genau über? Eine dreistellige Menge an Underlyings aus den verschiedenen Bereichen bringt Kunden eines CFD-Brokers wenig, wenn die Gewinne aufgrund hoher Gebühren gering ausfallen oder - auch an diese Möglichkeit sollten Verbraucher auf der Suche nach einem passenden Broker von Anfang an am besten denken - die Verluste durch Entgelte noch weiter steigen. Denn selbstverständlich müssen Trader für Kosten von Seiten der Börsenplätze sowie die Spreads als Hauptkostenpunkt beim Broker auch dann aufkommen, wenn Positionen verloren gehen.

Spreads sind die Differenzen, die beim CFD-Handel zwischen Kauf- und Verkaufspreisen angesetzt werden. Je geringer Spreads kalkuliert werden, desto höher die Gewinnspanne für den einzelnen Anleger. Entsprechend weisen höhere Spreads auf einen besseren Umsatz im Sinne der CFD-Broker hin. Anstreben sollten Händler selbstredend ein Konto bei einem Partner, der eher ihre als die eigenen Interessen im Hinterkopf hat.

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Kursstellung als zentrales Argument bei Brokerauswahl

Prüfen sollten Händler vor dem Einstieg in den Handel beziehungsweise der Eröffnung eines Handelskontos, woher Broker ihre Kurse beziehen. Nachrichtenagenturen (z.B Reuters) und die Börsenplätze sind eine Option, andere Dienstleister der Branche (wie es mancher Anleger aus dem Bereich des Handels mit Binäroptionen schon kennt) zeichnen selbst für die Kursstellung verantwortlich und übernehmen so auch die Gestaltung der Preise. Wenngleich Kurse meist durchaus von den Handelsplätzen der Partners abgerufen werden - allerdings im Einzelfall mit einem gewissen zusätzlichen Ausgabeaufschlag, der wiederum zulasten der Kundschaft geht.

CFDs als Schutzmechanismus für andere Transaktionen

Ein guter Weg sind Differenzkontrakte insbesondere für Anleger, die sonst eher auf physische Werte setzen und dort bereits entstandene oder zumindest drohende Verluste absichern möchte. Auch hier zeigt sich eine Parallele zum Binärhandel. Die Absicherungsstrategie funktioniert beim CFD Handel aus mehreren Gründen so gut. Zum einen fallen die Handelsgebühren dank des starken internationalen Wettbewerb zwischen den Brokern recht gering aus.

Zum anderen ist die Auswahl der handelbaren Basiswerte bei den großen Namen der Branche sehr groß, sodass Anleger sehr großen Spielraum ausschöpfen können für das Absichern „echter" Investitionen im Index- und Aktienbereich. Gleiches gilt für Gold-Investments.

Spekulieren auf sinkende Kurse als Verlustabsicherung

Das wichtigste Argument für den Nutzen beim „Hedging", wie das Absichern auch genannt wird, ist darin zu sehen, dass Differenzkontrakte sowohl das Wetten auf steigende als auch auf sinkende Kurse erlauben. Verlieren Aktien und Index-Werte im Depot mehr oder weniger akut an Wert, möchte ich diese aber nicht direkt mit einem Minus abstoßen, kann das Spekulieren auf Kursrückgänge phasenweise oder sogar dauerhaft Abhilfe schaffen. So können Verluste reduziert oder - im besten aller möglichen Fälle - sogar ins Gegenteil umgekehrt werden. Mit der Aussicht, dass die abgesicherten Produkte den Anlegern später ebenfalls einen Gewinn einbringen.

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