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Beliebteste Altersvorsorge der Deutschen: Bürger kennen den Bedarf

14/08/2015 16:13 CEST | Aktualisiert 14/08/2016 11:12 CEST
thinkstock

Berufstätige und nicht zuletzt Selbstständige und Freiberufler in Deutschland wissen, wie wichtig für die Rentenempfänger von morgen die zusätzliche Altersvorsorge ist. In den wenigsten Fällen wird es ausreichend sein, wenn Verbraucher sich später allein auf die Rente vom Staat verlassen. Denn schon seit Jahren mahnen Vorsorge-Experten an, dass Bürger im Grunde nicht früh genug damit beginnen können, aktiv über die Beiträge für die Rentenversicherung hinaus Maßnahmen fürs Alters zu ergreifen.

Immobilienkauf oft als Ideallösung genannt

Der Erwerb von Immobilien gilt dabei nach wie vor als einer der sichersten und beliebtesten Wege der Altersvorsorge. Eine abbezahlte Wohnung oder ein Eigenheim ist in der Tat wie geschaffen fürs Alter, denn die Mieten in Deutschland werden in den kommenden Jahren ganz ohne Frage weiter steigen. Gleiches gilt für die Lebenshaltungskosten, weshalb Verbraucher die Hinweise auf die Vorsorge-Notwendigkeiten unbedingt beherzigen sollte, um den Lebensabend nicht über zusätzliche staatliche Leistungen zur Existenzsicherung finanzieren zu müssen.

Zumal: Wer weiß schon, welche Leistungen der Staat in einigen Jahrzehnten überhaupt noch gewährt?

Experten raten zur individuellen Altersvorsorge

Dunkle Prognosen zur steigenden Altersarmut sind Grund für viele Internetnutzer, sich dafür zu interessieren, welche Optionen sie für die Vorsorge im eigenen Fall überhaupt ausschöpfen können. Einblicke ermöglicht im ersten Schritt Übersichten über die allgemeine Lage am Vorsorgemarkt.

Wie die Infografik „Die beliebteste Altersvorsorge der Deutschen" verdeutlicht, ist die Rürup-Rente hierzulande gewissermaßen am wenigsten gefragt, was zum Teil auch daran liegen kann, dass die Zielgruppe vergleichsweise klein ist - insbesondere im Vergleich zur Zielgruppe derer, für die die damals SPD-geführte Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder das Vorsorgemodell ins Leben gerufen hat. Ganz unumstritten sind beide privaten Renten-Modelle trotz der staatlichen Zuschüsse von Anfang nicht. Dass Immobilien trotz aller offensichtlichen Vorzüge nicht für jeden Bürger infrage kommen, liegt weitgehend an den Anschaffungskosten.

Allein mit Eigenkapital finanzieren die wenigsten Bürger den Immobilienkauf. Doch auch Baufinanzierungen oder ein Kredit-basierter Kauf sind bei eher geringem Einkommen eher keine Option. Dennoch: Wer es sich leisten kann, fährt mit selbst oder fremd genutzten Immobilien heute nicht schlechter als in früheren Jahren.

Private Rentenmodelle und Edelmetalle mit durchwachsenen Ergebnissen

Immobilienfonds hingegen erlauben durchaus auch Sparern mit geringem Budget Investitionen als Ansatz zur Altersvorsorge vor dem Hintergrund von Immobilien-Investments, die Betreiber der Fonds im Interesse der Anleger tätigen. Gerade geschlossene Fonds haben am Fonds-Markt während der Finanzkrise einen eher schlechten Ruf bekommen. Das Manager Magazin befasste sich in einem Interview mit der Tatsache, dass mancher Anleger sein Geld lieber in Edelmetalle wie Gold (Barren oder Münzen) stecken als in die Riester-Rente.

Der Grund ist in den meisten Fällen darin zu sehen, dass Gold zurecht auch und gerade heute als krisensicher gilt. Zudem haben die vergangenen Jahren unter Beweis gestellt, dass die hohe Nachfrage - nicht zuletzt in der Industrie - angesichts sinkender natürlicher Ressourcen auch zukünftig gute Rendite-Vorhersagen von Seiten der Analysten zur Folge hat. Zwischenzeitliche Kursrückgänge gehören zum Anleger-Leben wie die möglichst hohe Rendite. Es kommt wie so oft auf den richtigen Moment der Investition an.

Sparkonten aktuell eher ein Minusgeschäft - Bausparen als Chance

Wie traditionell deutsche Anleger agieren, zeigt sich in der oben angesprochenen Statistik nicht zuletzt daran, dass viele Verbraucher eher auf Sicherheit als stattliche Renditen setzen und deshalb Tagesgeld- und Festgeldkonten weiterhin für die richtige Adresse für ihre Ersparnisse halten - selbst wenn die Zinssätze in diesen Bereich bei deutschen und ausländischen Anbietern aktuell alles andere als üppig ausfallen.

Tatsächlich kommt es aus dem Blickwinkel kritischer Experten noch besser. Ein Großteil der Sparer vertraut auf das normale Sparbuch, um Erspartes zurückzulegen. Glücklich schätzen können sich dabei lediglich jene Kunden, deren Hausbank noch immer Altverträge mit überdurchschnittlich hohen Zinsen festhält. Dies aber ist eher die Ausnahme als die Regel.

Ein weiterer Klassiker auf der Liste der beliebtesten Altersvorsorge der Deutschen ist und bleibt der gute alte Bausparvertrag. Die Produkte erweisen sich im Idealfall gleich in doppelter Hinsicht als Vorteil für Verbraucher. Auf der einen Seite sichern sich Kunden durch den Vertragsabschluss durch Forward-Darlehen die günstigen Kreditzinsen für den Fall eines späteren Hausbaus oder Immobilienkaufs. Andererseits können sich die Sparzinsen in diesem Kontext oft auch heute noch sehen lassen.

Sparvolumen deutscher Bürger erreicht neues Rekordniveau

Gefragt sind und bleiben Angebote für die betriebliche Altersvorsorge sowie die normale Rentenversicherung und Lebensversicherungspolicen. Aus gutem Grund, denn in allen drei Bereichen präsentieren sich Sparern gute Möglichkeiten. Im Falle der betriebsinternen Absicherung fürs Alter können weiterhin Chancen durch eine individuell sinnvolle Planung zum Steuersparen entstehen, deren positiver Effekt ebenfalls nicht unerwähnt bleiben darf. Viele Verbraucher äußern in Befragungen das Gefühl, das Leben sei so teuer geworden, dass kaum Spielraum für ein eigenes Spar-Engagement bleibt.

Interessant daran ist, dass große deutsche Medien wie faz.net zuletzt berichtet haben, dass die aktuelle Wirtschaftslage und die gestiegenen Einkommen zu einem privaten Rekordvermögen geführt haben. Mit steigender Tendenz.

Und gerade diese Entwicklung sorgt in Verbindung mit den Prognosen zu sinkenden Rentenleistungen dafür, dass sich Sparer die Frage stellen müssen, wie sie selbst vorsorgen können. Dabei wiederum muss berücksichtigt werden, dass die allgemein beliebteste Altersvorsorge der Deutschen nicht für jeden ebenso ideal sein muss.

Analyse der Risikobereitschaft als Merkmal der Produktauswahl

Die Risikobereitschaft und die Sicherheitsvorstellungen der Anleger sind zwei der wichtigsten Themen, mit denen sich Sparer befassen müssen, bevor sie eine Entscheidung treffen. Die WirtschaftsWoche bestätigt, dass deutsche Anleger eher nicht auf Aktien setzen und vermeintlich hohe Risiken fürchten. Im selben Artikel aber erfahren Leser, dass die bis heute existierenden Vorurteile in weiten Teilen unbegründet sind.

Es geht vielmehr um die Suche nach den Aktienwerten, die am besten zum Anleger passen. Und diesbezüglich gibt es aus Expertensicht im Grunde für jeden Anlegertypus geeignete Index- oder Einzelwerte, je nachdem, welche Renditen in welchem Zeitraum und bei welchem Risiko angestrebt werden.

Zumal geschicktes Investieren selbst bei kleinem Budget unbedingt empfohlen. Denn auf dem normalen Konto aufbewahrt, frisst die gestiegene Inflationsrate nach und nach die mühsam angesparten Rücklagen auf. Kleinanleger können bei guter Organisation wenigstens dafür sorgen, dass schrittweise ein gewisses Plus erwirtschaftet wird.


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