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Die enttäuschten Protestwähler der AfD

Veröffentlicht: Aktualisiert:
AFD
Wolfgang Rattay / Reuters
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Mit dem schrittweisen Rückzug von Frau Petry nimmt eine schon seit langem sichtbare Entwicklung in dieser klassischen Protestpartei weitere Fahrt auf.

Es wird immer offensichtlicher, welche unappetitlichen Machtkämpfe und welche Intrigen hier hinter den Kulissen ausgetragen werden. Die Marsch in die rechte Ecke ist kaum mehr aufzuhalten. Stramme Nationalisten, Europagegner und Ausländerfeine haben das Ruder übernommen. Petry hatte sie bis zu Letzt gewähren lassen oder hatte schon lange keinen Einfluss mehr auf die Richtung der Partei.

Besonders betrüblich ist das für viele enttäuschten Wähler der etablierten Parteien, die große Hoffnung in die AfD gesetzt haben. Sie glaubten tatsächlich, dass alternative Politik dringend notwendig ist und die AfD ein Korrektiv zu den verbrauchten etablierten Parteien darstellt.

Parteien, die immer öfter weiter Kreise unserer Gesellschaft nicht mehr erreichen.

Nun sind viele vor den Kopf gestoßen und wirken ratlos angesichts zu vieler geduldeter Tabubrüche, halbherziger Distanzierungen und Skandale in den Reihen dieser Alternative für Deutschland.

Die Aussicht auf ein gut bezahltes Mandat lässt sowohl Anstand als auch gute Manieren vermissen. So eine Partei darf in Deutschland niemals Regierungsverantwortung übernehmen und wird es vermutlich auch niemals.

Doch es gibt Hoffnung auf eine Alternative für Anständige. Bernd Lucke hat 2015 mit vielen Seriösen, Gemäßigten und Fachkompetenten frühzeitig erkannt, wohin die Reise in dieser Partei geht. Er hat daraufhin ALFA gegründet, aus der mittlerweile die Liberal-Konservativen Reformer (LKR) geworden sind.

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In dieser Partei, die leider noch sehr unbekannt ist, wird sachorientiert gearbeitet. Dumpfer Populismus und Extreme werden abgelehnt.

Hochqualifizierter Journalismus würde sich also nicht nur mit den Skandalen der AfD beschäftigen, sondern auch über Alternativen zu purer Protestwahl informieren.

Die Krise der AfD wäre jetzt die Chance für die LKR sich einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Durch Totschweigen in den Medien wird dies jedoch kaum gelingen.

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