BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Christian Dettenhammer Headshot

"Es hätte auch gewaltfreier ablaufen können" - warum Hamburg für den G20 die schlechtere Wahl war

Veröffentlicht: Aktualisiert:
G20 DEMONSTRATIONS
Pawel Kopczynski / Reuters
Drucken

Für die äußerst unglückliche Wahl Hamburgs als Tagungsort für den G20-Gipfel trägt die Bundesregierung die volle Verantwortung.

Bereits beim protzigen G7-Gipfel in Elmau bei Garmisch-Partenkirchen, der den Steuerzahler ca. 300 Millionen Euro gekostet hat und außer unverbindlichen Absichtserklärungen und Allgemeinplätzen kein konkretes Ergebnis gebracht hat, zeigte sich, dass derartige teure und aufwendig zu schützende Tagungsorte eigentlich keine Zukunft haben sollten.

Mehr Bescheidenheit bei Tagungsort, Unterbringung und Bespaßungsprogramm sollte Einzug halten. Der Bürger hat diese Art von Zur-Schau-Stellen von Macht und Pomp einfach satt.

Es wäre auch mit weniger Protesten gegangen

Die Alternative zu Hamburg wäre die Insel Helgoland gewesen, auf der auch eine umfangreiche Infrastruktur mit Hotels und Restaurants vorhanden gewesen wäre. Lediglich 5 Sterne Hotels sind dort Mangelware. Der Schutz der internationalen Gäste wäre aber wesentlich einfacher gewesen, gewaltsame Proteste hätte es kaum gegeben.

Leider zeigt sich Frau Merkel und ihre längst auf Linie gebrachten Minister uneinsichtig. Der Leidtragende ist wieder der normale Hamburger Bürger, dessen Autos und Fensterscheiben zerstört und dessen Bewegungsfreiheit tagelang massiv eingeschränkt wird.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Bilder von Rauchschwaden und Zerstörung gehen jetzt um die Welt. Erdogan und Putin werden dies mit einer gewissen Schadenfreude zur Kenntnis nehmen.

Auch Teile unserer Presse kommen ihrer Verantwortung wieder einmal nicht nach.

Gewalttäter und Chaoten werden als Aktivisten und Gipfelkritiker verharmlost. Kritische Fragen zu den Straftaten dieser meist recht jungen Täter werden kaum gestellt. Eine Distanzierung vom schwarzen Block und anderen Linksradikalen Gruppen wird nicht eingefordert.

Die meisten Straftaten werden nicht einmal geahndet

Stattdessen bietet man diesen "Aktivisten für eine gerechte Welt" eine Plattform auf der sie ausführlich, ihren teils wirren Gedanken freien Lauf lassen dürfen.

Wer Polizisten verletzt, wer Autos anzündet und Fenster einschlägt ist kein Gipfelkritiker und kein Aktivist für eine gerechte Sache. Er ist ein Straftäter, der mit aller Entschiedenheit zur Rechenschaft gezogen werden muss. Warum hören wir dies in den Mainstream-Medien nicht?

Die Polizei ist wieder einmal überfordert. Fast alle Straftaten und schweren Sachbeschädigungen werden wieder einmal nicht geahndet. Kaum Einer, der Autos anzündet oder wertvolles Eigentum zerstört, wird jemals finanziell zur Verantwortung gezogen.

Mehr zum Thema: G20-Demonstranten liegen falsch: Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung

Die Verlogenheit dieser linksautonomen Szene gipfelt meines Erachtens darin, dass Studenten, die heute gegen die Globalisierung, gegen Großkonzerne und Regierungen Straftaten begehen, in wenigen Jahren genau bei diesen Institutionen Arbeit und Brot finden.

Dann werden sie wie allen in Anzug und Krawatte ihrer Arbeit nachgehen und versuchen, dort eine schnelle Karriere zu beschreiten. Kann sein, dass man dann noch auf seine Vergangenheit stolz ist, damals als man den Großkapitalisten die Stirn geboten hat.

Seinem Chef wird man diese Vergangenheit aber nicht auf dem Teller servieren.

____

Lesenswert:

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die HuffiPost ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blog-Team unter blog@huffingtonpost.de.