BLOG

25 Jahre Flughafen München- Feierlaune nicht für Billiglöhner

24/05/2017 17:31 CEST | Aktualisiert 24/05/2017 17:32 CEST
dpa

Der 5-Sterne Airport im Erdinger Moos feiert sich selbst. Mit Hochglanzprospekten, steigenden Statistikkurven, Öko-Konzepten und gespriesen als Wachstumsmotor der Region. So wird der Flughafen in der öffentlichen Wahrnehmung geschickt platziert.

Worüber jedoch kaum berichtet wird, ist eine Lohnspirale nach unten, die schon viele Jahre andauert und zu vielen prekären Beschäftigungsverhältnissen geführt hat. Reinigungskräfte, Cateringangestellte, Arbeiter in der Gepäckbeförderung und viele andere verdienen heute kaufkraftbereinigt weniger als vor 20 Jahren. Billigkräfte aus Osteuropa haben längst die Arbeiter mit anständigen Arbeitsverträgen abgelöst. Deutschkenntnisse sind nicht mehr überall am Flughafen verbreitet.

Durch die steigende Nachfrage nach Wohnraum sind außerdem die Mieten so angestiegen,

das Reallohnverluste noch stärker ausfallen.

Die Gewinne des Flughafens und der dort ansässigen Firmen werden für uns, den Steuerzahler, jedoch immer teurer. Lohndumping wird aufgefangen durch verschiedene Sozialleistungen wie z.B. Wohngeld, dass prekär Beschäftigte dann in Anspruch nehmen dürfen. Sogenannte Aufstocker holen sich dann vom Staat die Summen, die zum Existenzminimum notwendig sind.

Gewinne werden privatisiert, Kosten sozialisiert. Altersarmut wird hier die Regel und nicht die Ausnahme sein.

Für viele wird also dieser Jubiläumstag kein Grund zum Feiern sein.

____

Lesenswert:

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blog-Team unter blog@huffingtonpost.de.

MEHR:blogs

Sponsored by Trentino