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Wie ein Social Startup eine Chance f├╝r Mali wird

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Seit Jahrzehnten wird in Europa stark auf Kohle- und Atomkraft gesetzt. Die Folgen f├╝r die Umwelt, und somit auch f├╝r den Menschen, werden immer mehr sichtbar - sei es durch die Klimaerw├Ąrmung oder durch gro├če Katastrophen wie in Tschernobyl und Fukushima.

Dabei gibt es doch so viel bessere, sicherere und ges├╝ndere Wege - zum Beispiel durch die Kraft der Natur. Durch Wasser, Wind oder auch durch die Sonne l├Ąsst sich hervorragend Energie gewinnen. Deutschland setzt seit einiger Zeit verst├Ąrkt auf nachhaltigere Wege der Energiebeschaffung.

In anderen L├Ąndern steht es um die Energie jeodoch noch ganz anders. Eines dieser L├Ąnder ist Afrika.

Dort gibt es keine fl├Ąchendeckende Stromversorgung - in Mali beispielsweise haben nur rund 17% der Menschen Strom. Sehr vielen Menschen fehlt der Zugang, was f├╝r das Land erhebliche Auswirkungen hat. Immerhin ist Strom der Schl├╝ssel zur Entwicklung von kleinen Gesch├Ąften, Nahrung, Wasserpumpen, medizinischer Versorgung und vielem mehr. Das hemmt die Entwicklung des Landes enorm und daher blieb Afrika auch in den letzten Jahrzehnten weit hinter seinen M├Âglichkeiten zur├╝ck.

Wenn es Energie gibt, haupts├Ąchlich in St├Ądten, ist diese unzuverl├Ąssig. Entweder fallen Dieselgeneratoren aus oder wenn man sich den Strom aus Nachbarl├Ąndern liefern l├Ąsst, kommt es regelm├Ą├čig zu Versorgungsproblemen.

Das deutsche Social Startup Africa GreenTec m├Âchte mit seiner Projektgesellschaft Mobile Solarkraftwerke Afrika genau an diesem Problem ansetzen. Nachdem die ersten beiden mobilen Solarkraftwerke durch Crowdfunding finanziert wurden, geht das Unternehmen nun den n├Ąchsten Schritt.

Seit dem 20. April werden auf der Plattform bettervest Investoren f├╝r gleich zwei neue Solarcontainer gesucht. Insgesamt werden rund 346.000 ÔéČ ben├Âtigt - beteiligt werden die Investoren an dem bisher gr├Â├čten deutschen Afrika-Crowdfunding mit 7,25% Zinsen f├╝r 8 Jahre. Auf der Plattform bettervest haben auch Kleinanleger Chancen, sich zu beteiligen - Investitionsbetr├Ąge starten ab 50 Euro.

Mit den beiden Solarcontainern wird man tausenden Menschen, mehreren Kleingewerbebetreibenden sowie vier Schulen Zugang zu nachhaltiger Energie verschaffen. Das Ziel ist es, den Verbrauch fossiler Brennstoffe in Djoliba durch saubere Energie zu ersetzen. Dadurch werden pro Jahr mehr als 100 Tonnen CO2 eingespart.

Das Konzept ├╝berzeugte k├╝rzlich auch die Regierung in Mali, die mit dem Startup ein Kooperationsvertrag f├╝r die Erschlie├čung weiterer Standorte geschlossen hat. Africa GreenTec-Gr├╝nder Torsten Schreiber zeigt sich ├Ąu├čerst zufrieden: ÔÇ×Allein in Mali sind ├╝ber 12.000 D├Ârfer komplett ohne Strom. Mit der offiziellen Kooperation und unserer flexiblen, skalierbaren L├Âsung, haben wir eine Chance, das zu ├Ąndern und Zehntausenden Afrikanern eine bessere Zukunft zu erm├Âglichen".

Alleine ist das Startup auf dem Gro├čmarkt Afrika jedoch nicht. Viele deutsche Unternehmen sind bereits im Bereich der erneuerbaren Energien auf dem Kontinent aktiv, darunter auch gro├če Konzerne wie Siemens oder ABB. Aufgrund der gigantischen Nachfrage ist die Tendenz steigend.

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