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Rank a Brand - Marken transparent machen

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RANK A BRAND
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Wer wollte nicht immer schon mal wissen, ob sein Lieblingspullover unter arbeitnehmerfreundlichen Bedingungen hergestellt wurde oder wie schädlich der eigene Computer ist? Und wer wollte nicht schon einmal über eine Marke hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit aufgeklärt werden? Die Webseiten der Marken bieten bisher wenig Aufklärung. Rank a Brand möchte hat sich die selbe Frage gestellt und möchte Produkte bzw. ihre Marken deswegen transparenter machen.

Rank A Brand - ursprünglich in Holland gegründet - will herausfinden, wie Unternehmen, die hinter bestimmten Marken oder Produkte stecken, mit endlichen Ressourcen umgehen. Außerdem werden soziale Missstände bei der Produktion untersucht. Dabei sollen sowohl der Käufer, als auch der Hersteller sensibilisiert werden. Die Käufer sollen zudem lernen, dass sie einen Einfluss auf Produzenten haben. Denn werden fragwürdige Produkte nicht gekauft, so kann der Hersteller an diesen auch nichts verdienen.

Doch wie genau untersucht Rank A Brand die Markenhersteller? Die Markenhersteller selbst behaupten oft, dass sie nachhaltig arbeiten. Rank a Brand untersucht diese Informationen anhand von eindeutigen Kriterien zu Fairness, Klima- und Umweltschutz. Danach werden die Ergebnisse in einfachen, verständlichen Balkendiagrammen veröffentlicht.

Darüber hinaus können die Nutzer von Rank A Brand diskutieren und ihr eigenes Feedback abgeben. Das soll die Hersteller dazu bringen, zu reagieren, weil ihr Umsatz nicht unerheblich von ihrem Image abhängig ist. Auf diese Art und Weise soll mehr Verantwortung übernommen werden.

Das Ranking von Rank A Brand selbst findet in Gruppen von A bis E statt. Zu der besten Gruppe A schafft es nur ein Unternehmen, wenn es die von Rank A Brand gestellten Kriterien zu mindestens 75% erfüllt. Aktuell sind Rankings zur ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit von über 500 Verbrauchermarken aus 25 Branchen (z.B. Lebensmittel, Kleidung oder Elektronik) online.

Im März diesen Jahres veröffentlichte das Unternehmen eine eigene Studie: den FeelGoodFashion Report. Ziel der Studie war eine Antwort auf die Fragestellung, wie nachhaltig die Modemarken im Jahr 2014 sind. Insgesamt wurden mehr als 350 Modemarken untersucht, von denen lediglich 10 als empfehlenswert klassifiziert werden konnten. Rund 100 Marken wurden von Rank A Brand auf den Greenwashing Alert gesetzt. Immerhin: 63% der untersuchten Marken berichten mittlerweile über Nachhaltigkeitsthemen und sogar 20% erstellen eigene Nachhaltigkeitsreports. Auch wenn das Ergebnis noch nicht wirklich zufriedenstellend ist, zeigen die Entwicklungen klar das sich das Thema vom Nischen- zum Mainstreamthema wandelt.

Vergleicht man die Prioritäten der Marken, so stehen faire Arbeitsbedingungen vor Klima- sowie Umweltschutz mit der höchsten Priorität. Dem Thema Arbeitsbedingungen messen die Marken demgegenüber mehr Wichtigkeit bei. 53% der untersuchten Modemarken veröffentlichen einen Verhaltenskodex (Code of Conduct), in denen die folgenden Normen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gegenüber den Zulieferern eingefordert werden: keine Arbeit unter Zwang, keine Kinderarbeit, keine Diskriminierung jeglicher Art, ein sicherer sowie hygienischer Arbeitsplatz.

Dieser Artikel erschien in einer abgeänderten Version zuerst auf der Online Plattform social-startups.de - dem Portal für Social Entrepreneurship und Startups.

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