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Identität: Wenn das Herz für 2 Länder schlägt

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In Deutschland leben viele Menschen mit Migrationshintergrund. Das wirft oft die Frage auf, welcher Nation man sich eigentlich zugehörig fühlt. Eine Entscheidung, die selten leicht fällt.

„Eine klare Entscheidung gibt es für mich beispielsweise nicht. Ich bin zwar in Deutschland groß geworden, dennoch in Polen geboren", erklärt Lukas Franczyk.

Franczyk stammt aus der oberschlesischen Stadt Beuthen in Polen und lebt seit seinem 2. Lebensjahr in Deutschland. Mit dieser „Doppelidentität" ist er nicht alleine: Fast jeder fünfte Deutsche hat einen Migrationshintergrund. „Ein Deutsch-Pole wird beispielsweise in Deutschland als Pole und in Polen als Deutscher gesehen. Da stellt sich einem die Frage, wo man nun hingehört.", erklärt Franczyk das Problem.

Genau dieses „zwischen den Stühlen stehen" war auch der Ausschlaggeber für die Gründung seines Social Startup „myNations". Hinter dem Unternehmen steht ein Online-Shop welches vorrangig T-Shirts verkauft, um beide Herzen in der Brust zusammen zu führen. In modernem Design kann man die persönliche Länderkombination auf ein T-Shirt drucken lassen. Aktuell gibt es rund 80 Kombinationsmöglichkeiten, wobei an weiteren Kombinationen gearbeitet wird. Dabei möchte das Startup als ökologisches und faires Modelabel verstanden werden. Deshalb müssen die Textil-Lieferanten strenge soziale und ökologische Standards einhalten und für eine biologische Produktion stehen.

Alleine ist Franczyk in seinem Startup nicht: Mit dabei ist Sören Evers, den er bei einem Trip durch das australische Outback kennenlernte. Mit seinem technischen Verständnis ist er für den IT-Part zuständig und sorgt dafür, dass die Plattform technisch wie aus einem Guss wirkt.

Seit dem 15.07.2016 ist das Unternehmen auch Teilnehmer des AndersGründer Programms von Social Impact. Mit dem Projekt AndersGründer, welches durch die KFW Stiftung gefördert ist, werden Menschen ermutigt und befähigt, ihre Idee zur Lösung eines sozialen Problems umzusetzen.

Um für mehr Toleranz und Respekt zu werben, hat sich Lukas Franczyk eine interessante Aktion ausgedacht. Auf offener Straße in Frankfurt bot er allen eine freie Umarmung an - zum Teil auch mit verbunden Augen. Die Devise: „I trust you - do you trust me?".

Erfolg hatte er mit der Aktion auf jeden Fall: In Frankfurt vertrauten ihm mehr als 150 Menschen.

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