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Holocaust vs. AfD - Schluss mit den Nazi-Vergleichen

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AFD NAZIS
Getty
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5,7- 6,1 Mio. Juden fielen dem Holocaust zum Opfer. Millionen Familien wurden durch die bestialische Tötungsmaschinerie des Naziregimes auseinandergerissen; gierig verschlang das Killersystem Väter, Mütter und Kinder.

Bis heute sind die Nachwehen der Ausgeburt der Hölle zu spüren. Überlebende und Nachfahren der Abermillionen Toten tragen noch immer den Schmerz in sich; wie eine vom Zahn der Zeit angenagte Tasse, die nicht weggeworfen wird, weil jeder Schluck nach bitter-süßer Erinnerung schmeckt.

Angesichts dieses diabolischen Verbrechens läuft es ehrbaren Menschen eiskalt den Rücken herunter, wenn in Ermangelung an fundierten Argumenten jedes Mal die berüchtigte „Nazi-Keule" geschwungen wird, sobald politische Standpunkte der AfD angegriffen werden.

§ 130 StGB (3)

Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 6 Abs. 1 des Völkerstrafgesetzbuches bezeichneten Art in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost.

Durch derart wahnwitzige Nazi-Vergleiche wird die systematische Ermordung von Angehörigen einer bestimmten Religionsgemeinschaft - perfide als Sündenbock missbraucht - in seiner Menschenfeindlichkeit brutal relativiert.

Diese relativierende Polemik mancher Politiker, Verbandsfunktionäre, Antifaschisten und kleingeistiger Bürger zeugen von einem beschämenden moralischen Verfall der politischen Streitkultur. Dabei sind sie gerechterweise ebenso wie das Leugnen des Holocaust als Straftatbestand strikt zu verfolgen.
Da "Antifaschismus" jedoch en vogue ist, bleiben solche linkspopulistischen Statements ungesühnt.

Die von einigen Teilen der Presselandschaft betriebene Angstmacherei, die bewusst von der semantischen Formulierung schwere Geschütze auffährt, indem sie z. B. "Marschieren" anlässlich AfD-Demos und "Parolen" anstatt Statements oder gar "Machtergreifung" und nicht demokratisch legitimierten Wahlerfolg schreibt, spricht Bände.
Journalisten stünde es gut zu Gesicht, sich mehr als Beobachter und weniger als politische Akteure zu verstehen.

Die Geschichtsrelativisten können überdies frei aufatmen: Aufgrund des zersetzten Nationalgefühls der Deutschen und der mickrigen "Rechte" wird es weder ein zweites "'33" noch ein neues Dunkeldeutschland à la "39-45" geben.

Ganz entscheidend ist jedoch, dass die AfD keine verfassungsfeindliche Partei ist, sondern ursprünglich als berechtigte politische Alternative zu der Alternativlosigkeit der Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung gegründet wurde.

Demokratiefreunde sollten die thematische und programmatische Evaluierung der AfD als neuen Wettbewerber um politische Lösungen zum Wohle des deutschen Volkes anerkennen.
Und wem das wieder zu "Nazi" ist, möge eins bedenken: Politiker haben als Arbeitnehmer genau darauf gegenüber ihren Arbeitgebern - der Bürger als Souverän - ihren Amtseid geleistet.

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