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Daten, Macht, Ethik. Eure Fragen an Katrin Göring-Eckardt

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Daten sind das neue Gold, führen zu Innovation, Wachstum und Arbeitsplätzen. Das ist unbestritten! Also alles gut? Leider sind Daten - anders als damals beim Goldrausch - nicht einfach so in der Erde vergraben. Daten gehören (fast immer) zu Menschen. Immer klarer wird, dass Sammlung, Verarbeitung und Auswertung zu einem anderen Miteinander führt. Nicht nur Geschäftsmodelle verändern sich, sondern auch das Privatleben und unsere Miteinander.

Fragen der Huffington Post Leser

Ein altes europäisches Grundprinzip lautete: Datensparsamkeit! Heute produzieren wir alle mit mobilen Geräten und im Internet ständig riesige Mengen an Daten. Welchen Nutzen haben diese für den Einzelnen? Und was ist das Interesse der Unternehmen? Welchen gesellschaftlichen Mehrwert generiert Datenanalyse? Und überhaupt: Welche Regeln gelten eigentlich? Kann Politik da überhaupt mithalten?

Das Thema der UdLDigital Talkshow mit der Chefin der Grünen Bundestagsfraktion Katrin Göring-Eckardt und dem Vordenker digitaler Bildung Prof. Dr. Christoph Igel vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz.

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Legal, illegal scheißegal?

Datensparsamkeit richtete sich vor allem als Abwehrrecht gegen den Staat. Der Schutz persönlicher Daten ist ein hoher Wert in Deutschland, gewachsen in den BRD-Debatten der 70er und 80er zu Rasterfahndung und Volkszählung sowie an den Stasi-Erfahrungen in der DDR.

Allerdings erleben wir heute, dass sich Millionen von Menschen durch einen Klick amerikanischen Firmen offenbaren. Scherzhaft gefragt: Dürfen die das? Warum gelten für diese Unternehmen anscheinend andere Regeln als für hiesige Unternehmen? Wie kann Politik hier noch gestalten und den Menschen Sicherheit garantieren?

Ungleiche Regeln als Standortnachteil?

Entwickeln europäische Unternehmen datenschutzkonform neue Geschäftsmodelle, gehen schnell mal ein, zwei oder mehr Jahre ins Land. Wie kann dieser Standortnachteil behoben werden? Brauchen wir vielleicht einfach mehr Menschen in den Datenschutzbehörden oder weniger komplizierte Verfahren? Oder sollten wir unsere Regeln und Gesetze den Amerikanern anpassen?

Datennutzung ist Zukunftsthema

Wir erleben gerade die 4. Industrielle Revolution. Klar ist, dass sich viele Prozesse der Wertschöpfung von Grund auf verändern. Die Möglichkeit, alles zu messen und zu registrieren, was Daten produziert, verändert eben auch die Entscheidungswege.

Wie können wir einen neuen Digitalkonsens schaffen? Welche Verfahren, Beteiligungsprozesse sind notwendig? Welche Regeln, welche Werte gelten weiterhin? Wo müssen wir modernisieren? Welche Instrumente brauchen wir dringend um den Datenschatz zu heben? Wie lässt sich eine gesellschaftliche Verständigung über neue Regeln herstellen, die in der digitalen Transformation Bestand haben können?

Sicheres Altern durch totale Digitalisierung?

Viele Menschen haben das Bedürfnis, im Alter möglichst lange selbstständig leben zu wollen. Manche Gesundheitsexperten sagen, das könne man dann besonders gut verwirklichen, wenn Betroffene durch das Tragen vielfältiger Sensoren und digitaler "Aufpasser" das Unfallrisiko senkten und im Zweifelsfall der Notarzt alarmiert werden könne.

Der Preis dafür ist eine ziemlich engmaschige Überwachung. Was aber passiert mit den Daten? Wer passt auf die Überwacher der Alten auf? Ist man vielleicht im Alter eher bereit, einen solchen Preis zu bezahlen? Hat die Politik das überhaupt auf dem Zettel? Was mit den vielen Gesundheitsdaten die Aktivitäts-Tracker wie etwa Fitbit bis hin zur iWatch ständig produzieren und übermittelt passiert?

Hassen im Netz

In den USA ist freie Meinungsäußerung ein sehr hohes Gut und sehr viel weiter gefasst als anderswo. Mit Hilfe der neuen Medien kam eine so nicht gekannte Form der Hassverbreitung zu uns, gegen die man bis jetzt nicht so recht ankam. Was können Unternehmen wie Facebook, Twitter oder Snapchat gegen den Hass in den sozialen Medien tun? Oder besser: wie kann der Staat die Plattformen dazu veranlassen? Liegt es nur an uns Usern? Ist dieses Thema wirklich ein größeres Problem als in der sogenannten realen Welt?

Lösung digitale Bildung?

Beim Thema digitale Bildung geht der Weg für die einen in die Hölle der "digitalen Demenz", für die anderen zur ewigen Glückseligkeit in einem Paradies aus Whiteboards und IPads für alle. Was stimmt? Welchen Weg wählen wir? Warum wird Bildung, insbesondere Weiterbildung oder gar „lebenslanges Lernen" von so vielen Menschen als eine Bedrohung wahrgenommen? Könnte digitale Bildung dem „Lernen" wieder eine positivere Bedeutung geben?

Eure Fragen

Schickt mir Eure Fragen! Welche Punkte interessieren Euch außerdem? Jetzt seid Ihr dran: Was würdet Ihr in der UdLDigital Talkshow im Berliner BASECAMP die Grünen-Bundestagsfraktionschefin Katrin Göring-Eckardt fragen, was den Vordenker digitaler Bildung Prof. Dr. Christoph Igel vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz?? Schreibt mir unter sekretariat@cherno-jobatey.de! Einige Fragen werde ich stellen.

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