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Ich bin zum Islam konvertiert, weil das Christentum keinen Sinn ergibt

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(Im Video oben erkl├Ąrt ein junger Mann, warum die Welt ohne Religionen besser dran w├Ąre)

Liebe hat mich geerdet. Aufrichtigkeit hat mich gef├╝hrt.

Ich wurde mit einem unersch├╝tterlichen Wissensdurst geboren, der mich alles infrage stellen lie├č - bis auf die Existenz und Macht Gottes.

Meine Mutter erinnert mich manchmal daran, dass, als ich noch klein war, meine Antwort auf ihre Aufforderungen, mein Zimmer aufzur├Ąumen oder meine Z├Ąhne zu putzen, oft lautete: "Du kannst mir nichts befehlen, nur Gott kann das!" Und ich meinte das auch so - selbst im Alter von f├╝nf Jahren.

Ich wuchs in einer irisch-katholischen Familie auf. Zuhause ist, wo ein Claddagh ├╝ber der T├╝r h├Ąngt, wo der Klang des Bodhran oder der Fiedel meiner Mutter aus dem Wohnzimmer dringt oder wo mein jesuitisch erzogener Vater Fragen mit Fragen beantwortet.

Mein Zweifel lie├č mich einen neuen Glauben finden

Was ich schon immer wusste: Ich war niemals dazu bereit, den Katholizismus vollkommen als meinen Glauben zu akzeptieren. Ich wollte so gerne Gott sowie Jesus folgen und ehren, aber ich konnte das als Katholikin nicht aufrichtig tun. Zu meiner ├ťberraschung wurde mir nach 13 Jahren bewusst, dass der Islam beide M├Âglichkeiten f├╝r mich bereithielt.

Mit der Zeit lernte ich, gleichzeitig widerwillig und voller Eifer, dass der Islam meinen Glauben auf eine Art und Weise unterst├╝tzt, zu der der Katholizismus nicht in der Lage ist. Dies ist die Geschichte meiner Glaubensbekehrung.

Mein Zweifel lie├č mich einen neuen Glauben finden.

Ich forschte viel zu Katholizismus, der Religion, in die ich hineingeboren wurde.

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Erstens konnte ich niemals daran glauben, dass Jesus Gott sei. Ja, ich liebe Jesus, und ich glaube aus vollem Herzen, dass wir versuchen sollten, uns die au├čergew├Âhnlichen Qualit├Ąten, die er besa├č, anzueignen. Aber in meinen Augen gibt es nur einen Gott, und ein Mensch k├Ânnte niemals Gott sein.

Zweitens konnte ich das Konzept der Erbs├╝nde niemals akzeptieren. Neugeborene kommen angeblich mit S├╝nden beladen auf die Welt; ihnen kann nur mithilfe der Taufe vergeben werden. Ich betrachte die Taufe als Initiationsritus zum Christentum. Sie f├╝hlt sich eher politisch als spirituell an.

Diese Zweifel machten mich zu einer unbest├Ąndigen Katholikin, aber ich wusste, dass weder meine unendliche Liebe f├╝r Gott noch meine Bewunderung f├╝r Jesus jemals darunter leiden w├╝rden.

Ich wollte meinen Hunger nach Wahrheit stillen

Ich blieb also katholisch und setzte meine Suche fort. Einerseits war ich nicht bereit, bestimmte Aspekte meines Glaubens aufzugeben, aber gleichzeitig brauchte ich klare Antworten auf Konzepte, die ich so nicht akzeptieren konnte. Ich war mir nicht sicher, wohin mich das f├╝hren w├╝rde. Ich hoffte lediglich, eine L├Âsung zu finden.

Der heilige Thomas Morus und Malcolm X machten mir Mut, die Wahrheit zu finden.

Mein auserw├Ąhlter Schutzpatron als Jugendliche war der heilige Thomas Morus. Er starb f├╝r seinen Glauben - seine Loyalit├Ąt zu Gott ist und bleibt eine Inspiration von ungeheurem Wert f├╝r mich.

Auch Malcolm X inspirierte mich. Als ich in meinem ersten Studienjahr seine Autobiografie las, kam ich zum ersten Mal mit dem Konzept des Islam in Ber├╝hrung. Es war nicht die Religion, die meine Aufmerksamkeit erregte. Es war die Art und Weise, wie Malcolm X den Islam nutzte, um seinen Hunger nach Wahrheit zu stillen.

W├Ąhrend mich Thomas Morus' hartn├Ąckige Loyalit├Ąt im Jugendalter begeisterte, war es Malcolm X's best├Ąndige Suche nach der Wahrheit, die mich im Studium inspirierte. Langsam wurde mir bewusst, dass ich meine Suche fortf├╝hren sollte.

Nur so w├╝rde ich eine M├Âglichkeit finden, mich mit Gott zu verbinden und gleichzeitig die Wahrheit zu erkennen, nach der ich suchte.

Ich entdeckte den islamischen Jesus in Westafrika

Nach dem Studium absolvierte ich einen Freiwilligendienst bei einer gemeinn├╝tzigen Organisation in Westafrika. Eines Nachmittags sa├č ich gemeinsam mit einem ghanaischen Helfer drau├čen in der sengenden Hitze. Um keinen Sonnenstich zu kriegen, wickelte ich meinen orangenen Lieblings-Pashmina um meinen Kopf.

Da sagte mein Freund pl├Âtzlich: "Du siehst wundersch├Ân aus mit einem Hijab."

"Bist du muslimisch?", fragte ich ihn. Er nickte. Nach einigen Fragen meinerseits er├Âffnete er mir, dass Muslime Jesus als Propheten sowohl anerkennen als auch ehren.

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Dieses Detail erregte meine Aufmerksamkeit, ich dachte: K├Ânnte der Islam die Klarheit beinhalten, die ich suchte? Ich war mir nicht sicher und ich war noch nicht bereit dazu, diese M├Âglichkeit zu erforschen.

Bald war ich wieder vom urbanen Trubel Miamis umgeben. Jahre vergingen. Das Leben war so einfach und voller Spa├č! Ich f├╝hlte den Segen Gottes, unter der Oberfl├Ąche jedoch war ich oft einsam.

H├Ąufig weinte ich mich in den Schlaf, eine Schwere wuchs in meinem Herzen. Deswegen wandte ich mich an meinen Vater, um ihn um Rat zu bitten. Er h├Ârte mir aufmerksam zu und machte einen simplen Vorschlag: Lies.

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DAVID GARY LLOYD FINE ART PHOTOGRAPHY (2017)

Als ich anfing, zu lesen, fand mich der Islam.

Wenn ich allein war, nutze ich die Zeit, um B├╝cher zu Philosophie, Psychologie, Poesie und Religion zu lesen. Nach und nach las ich immer mehr B├╝cher ├╝ber den Islam. Je mehr ich ├╝ber den Islam las, umso mehr realisierte ich, dass er mehr als nur ein wundersch├Ânes Konzept war. Er ist eine Lebensphilosophie.

Ich machte mich auf die Suche nach einem Mentor, der mir zeigen k├Ânnte, wie das damit verbundene Leben aussehen w├╝rde, und schlie├člich fand ich einen.

Sie war eine etablierte Karrierefrau, mit einem Mann, der sie liebte und unterst├╝tzte und zwei unglaublichen Kindern, und, das war das wichtigste: Sie hegte eine innige Liebe f├╝r den Islam. Sie war die Art von Frau, die ich auch werden wollte.

Wir trafen uns w├Âchentlich. Sie erz├Ąhlte mir Geschichten ├╝ber den Propheten Mohammed und seine engsten Verb├╝ndeten. Sie wiederholte mehrfach den Glauben des Islam an Jesus als Propheten und die Ablehnung der Erbs├╝nde. Sie zeigte mir, wie man betet und gab mir meine bis heute liebste Ausgabe des Koran.

Dann lieh mir meine Mentorin eine CD-Reihe: "Reinigung des Herzens" von Shaykh Hamza Yusuf. Ich h├Ârte mir t├Ąglich diese CDs an, sp├╝rte eine tiefe Verbundenheit mit den Botschaften und f├╝hlte den unglaublichen Widerhall in meinem Herzen, wenn der Shaykh Passagen des Koran auf Arabisch rezitierte.

Ich f├╝hlte sogar denselben Widerhall, als ich das erste Kapitel des Koran selbst laut vorlas, Silbe f├╝r Silbe. W├Ąhrend ich zuh├Ârte und Arabisch ├╝bte, f├╝hlte ich mich, als w├╝rde ich meine Kommunikation mit Gott st├Ąrken.

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DAVID GARY LLOYD FINE ART PHOTOGRAPHY (2017)

Als ich w├Ąhrend meines ersten Ramadan betete und fastete, f├╝hlte ich diese N├Ąhe so stark wie niemals zuvor. W├Ąhrend ich diese Regung konstant n├Ąhrte, erf├╝llte mich eine immense Gl├╝ckseligkeit.

In solchen Momenten f├╝hlte ich mich mir selbst am n├Ąchsten. Es waren die Momente, in denen ich mich Gott am n├Ąchsten f├╝hlte. Ich war nun bereit, den Islam als meine Glaubensrichtung anzuerkennen.

Durch Gottes unersch├Âpfliche Gnade und den Einsatz meiner Mentorin fand ich mich am 27sten Tag des Ramadan im Jahr 2016 neben einem Gelehrten wieder, dessen englische und arabische Worte mein Herz zum Islam bekehrten: Shaykh Hamza Yusuf. Er nahm mir das Glaubensbekenntnis ab. Es waren die aufrichtigsten Worte, die ich jemals gesprochen habe.

Nerv├Âs stammelte ich die Worte vor mir her. Dann fragte er mich, ob ich christlich erzogen worden sei. Das bejahte ich. Er bat mich, diese Worte zu nachzusprechen: "Wa Ash'hadu Ana Issa Rasulullah Wa Kaleematahu. Wa Mariem Sadiqqah [Ich bezeuge, dass Jesus ein Bote Gottes und dessen Wortes und dass Maria seine rechtm├Ą├čige Dienerin ist]."

Mein Herz gl├╝hte in diesen Momenten. Solange ich denken konnte, habe ich nach einem Ort gesucht, der sich wie ein Zuhause anf├╝hlen w├╝rde, und nun sa├č ich neben Shaykh Hamza Yusuf und realisierte, dass ich dieses Zuhause endlich im Islam gefunden hatte.

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├ťber ein Jahrzehnt ist vergangen, seitdem ich zum ersten Mal mit dem Islam, meiner wahren Bestimmung, in Ber├╝hrung gekommen bin.

Was mich damals geerdet hat, erdet mich auch noch heute. Der einzige Unterschied ist, dass ich mich nun in einer Position befinde, die mir erlaubt, meine Vergangenheit zu ehren, w├Ąhrend ich meine Suche nach der Wahrheit mithilfe unserer gr├Â├čten Quellen fortf├╝hre.

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DAVID GARY LLOYD FINE ART PHOTOGRAPHY (2017)

Als Muslima mit irisch-katholischem Hintergrund bin ich mir noch nicht ganz sicher, wo ich hin geh├Âre. Aber in den fr├╝hen Morgenstunden, kurz vor Sonnenaufgang, w├Ąhrend ich alleine bete, den Blick auf Miamis Biscayne Bay gerichtet, f├╝hle ich mich zu Hause. Das ist alles, was f├╝r mich z├Ąhlt.

Dieser Beitrag erschien zuerst in der HuffPost US und wurde von Agatha Kremplewski ├╝bersetzt.

(jz)

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