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Wann macht Werbung Sinn? 4 Antworten für Gesundheitsstiftungen

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Als Stiftung im Gesundheitsbereich haben sie es kommunikativ nicht einfach. Denn zahlreiche Werbekampagnen informieren darüber, wie man sich vor dem Verlust der eigenen Gesundheit schützen kann. Von der Prävention von Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis Raucherentwöhnung und Krebsvorsorge, von Impfen bis Zahngesundheit - Deutschlands Bürger werden kontinuierlich einer Vielzahl an Empfehlungen ausgesetzt. Krankenkassen, Ministerien, Ämter und Pharmahersteller haben hier die Budgets, das Knowhow und die öffentliche Wahrnehmung fest in der Hand.

Und jetzt kommen sie.

Ihre gemeinnützige Institution widmet sich gezielt einem Gesundheitsthema, sie sind hochengagiert, fachlich versiert und könnten wirklich etwas bewegen. Sie wissen um die Mängel im System und wie es zum Wohle der Gesellschaft verbessert werden könnte. Sie kennen die Nachlässigkeit und Bedürfnisse ihrer Zielgruppe und können echten Menschen echte Hilfe geben.

Wie großartig wäre es, wenn sie das doch nur auch einmal groß kommunizieren könnten?
Aber sie sind womöglich von Spenden abhängig und Marketing ist per se auch nicht Bestandteil Ihrer Satzung.

Also Fragen Sie sich: Ist Werbung überhaupt sinnvoll?

1. Ja, wenn sie zuvor ihre Marke definiert haben.
Denn schließlich braucht jede Botschaft einen Absender. Und der muss wissen wer er ist und wie er auf andere zugehen will. Positionierung, Vision, Zielgruppen, Wettbewerb, Botschaften, Werte, etc. sind nur einige Stichpunkte aus dem Bereich der Markenidentität, die dabei helfen, das Herz der eigenen Organisation kraftvoll schlagen zu lassen.
Erst wenn Sie und Ihre Organisation ganz genau wissen, wie Sie drauf sind und was Sie wollen, können Sie dies auch anderen erzählen.

2. Ja, wenn Sie eine Möglichkeit zur Handlung zu bieten haben.
Ihre Werbung hat ein Ziel. Sie wollen, dass der Adressat ihrer Werbung etwas unternimmt, nachdem er sie gesehen hat? Kann er sich also tiefer informieren, etwas downloaden, einschicken, selbsttesten, spenden, beteiligen, etc.. Sind alle Informationen up-to-date und leicht aufzufinden. Ist die Website responsive?
Fragen Sie sich: Was wäre der Worst Case, wenn jeder der meine Werbung sieht, dem Handlungsaufruf folgt?

3. Ja, wenn Sie sich Media leisten können.
Gesundheit ist Vertrauenssache. Daher bringt ihnen selbst exzellent gemachte Werbung nichts, wenn sie im falschen Medium geschaltet ist. Die meisten Konsumenten vertrauen immer noch den klassischen Medien Print, TV und Radio - sowie Außenwerbung (OoH). Am wenigsten Vertrauen genießt Werbung in Suchmaschinen, sowie Mobile- und Online-Banner-Werbung. Ja, auch die Werbung auf sozialen Netzwerken schneidet in Sachen Vertrauen schlecht ab. Daher stellt sich für sie die Frage: Können sie sich klassische Medien leisten? Haben Sie das Budget für eine Kampagne?

4. Ja, wenn Sie einen langen Atem haben.
Wenn Sie sich im Bereich Gesundheit engagieren, hat Ihr Thema in der Regel auch immer etwas mit Verhaltensänderungen zu tun: Sie wollen, dass Menschen etwas tun oder lassen. Aber bedauerlicherweise sind es gerade Veränderungen in unserem eigenen Verhalten, die uns am schwersten fallen. Daher genügt es nicht, ein einziges Mal zu kommunizieren. Die Ansprache muss mehrmals, womöglich über Jahre, wiederholt werden. Wie lange wird es also dauern, bis Ihre Kampagnenziele erreicht sind? Halten Sie solange durch? Auch budgetär?

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