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Wie wir unsere Kinder zu Materialisten erziehen

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Einige Eltern belohnen ihre Kinder für gutes Benehmen mit einem Geschenk. Aber eine neue Studie legt den Schluss nahe, dass dies Kinder zu materialistischen, voreingenommenen Erwachsenen machen könnte.

Eltern, die gutes Benehmen mit einem Geschenk belohnen, lehren ihre Kinder so unabsichtlich, dass sich Erfolg mit materiellem Besitz definieren lässt, so eine Studie, deren Ergebnisse jüngst im Journal of Consumer Research, einer Zeitschrift für Konsumforschung, veröffentlicht wurden.

„Wenn Eltern ihre Kinder immer nur durch materielle Dinge belohnen oder betrafen, dann senden sie ungewollt die Nachricht, dass Selbstwert um materiellen Besitz herum zentriert ist", so Dr. Lan Chaplin, eine Wirtschaftsprofessorin von der University of Illinois in Chicago, eine der Autoren der Studie, gegenüber der Huffington Post in einer E-Mail.

Definition von Selbstwert durch materiellen Besitz

Für die Studie befragten Chaplin und ihre Kollegen von der University of Missouri und der University of Illinois 700 Erwachsene. Sie wurden zu ihren Werten und Lebensumständen befragt, sowie auch zu ihrer Kindheit, ihrer Beziehung zu ihren Eltern und Strafen und Belohnungen, die sie als Kinder erhalten hatten.

Zu welchem Ergebnis kam die Studie? Erwachsene, die als Kinder mit Spielzeug und anderen Geschenken belohnt wurden, neigen dazu, sich selbst mit materiellen Dingen zu belohnen und ihren Selbstwert durch materiellen Besitz zu definieren und auszudrücken. Sie neigten auch eher dazu, andere auf Grundlage ihres Besitzes zu beurteilen.

Was sollten Eltern stattdessen tun? Chaplin rät Eltern, ihre Kinder mit Zeit und Aufmerksamkeit zu belohnen. Erledigt ein Kind eine Aufgabe, so wäre es besser, dem Kind ein Lächeln und gemeinsame Zeit zum Spielen zu schenken, als Geld und neue Spielzeuge.

Werden Kinder statt mit materiellen Dingen mit Aufmerksamkeit und einer positiven Rückmeldung belohnt, so sehen Kinder, „wie ihre Taten andere glücklich machen können", erklärt es Chaplin gegenüber der Huffington Post.

Kinder mit Aufmerksamkeit belohnen

Natürlich diskutieren Eltern und Kinderpsychologen bereits seit Jahren, wie sich gutes Benehmen fördern und schlechtes Benehmen einschränken lässt. Während einige Eltern argumentieren, dass eine finanzielle Belohnung eine harmlose (wenn auch keine ideale) Art und Weise sei, um gutes Benehmen zu fördern, so warnen Psychologen, dass „extrinsische" Belohnungen für Kinder, wie z.B. Geld oder Spielzeug, auch nach hinten losgehen können. Diese Arten der Belohnung können dazu führen, dass ein Kind nicht mehr motiviert ist, eine bestimmte Aufgabe um ihrer selbst willen zu erledigen, wie z.B. Hausaufgaben oder Pflichten im Haushalt.

Nach der Bewertung von 128 Studien, die sich mit den Auswirkungen von Belohnungen auf Kinder befassten, kamen Psychologen 1999 zu dem Schluss, dass extrinsische Belohnungen „auf erhebliche Weise die intrinsische Motivation der freien Wahl unterminierten". Das bedeutet, dass es unwahrscheinlicher wird, dass ein Kind sich gut benimmt, wenn es keine Belohnung dafür bekommt. Außerdem führen diese Belohnungen dazu, dass ein Kind kein Gespür dafür entwickelt, warum bestimmte Verhaltensweisen gut sind.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Huffington Post USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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Die Spielzeugindustrie boomt. Ob Elsa-Puppe, Spiderman-Kostüm oder die neueste Spielkonsole: Viele Kinderzimmer quellen über mit Spielsachen. Und die Kinder wollen immer mehr, denn nach kurzer Zeit ist das Spielzeug bereits langweilig und etwas Neues muss her.

Doch wie viel Spielzeug braucht ein Kind eigentlich? Bedeuten zu viele Spielsachen eine ständige Überforderung oder benötigen Kinder tatsächlich viele unterschiedliche Spielsachen für ihre Entwicklung?

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