BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Caroline Power Headshot
Nicholas Bach Headshot

Unser Planet erstickt am Müll - und wir alle sind schuld

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Wir machen uns viel zu wenig Gedanken darüber, wie sich unsere Alltagsgewohnheiten und Handlungen auf den Planeten auswirken.

Ich habe das Glück und gleichzeitig das Pech an einem Ort zu leben, wo diese Auswirkungen deutlich sichtbar sind. Ich wurde in London geboren und bin dort auch aufgewachsen, aber in den vergangenen elf Jahren habe ich als Meeresbiologe auf einer kleinen Insel in der Karibik gearbeitet.

Was die Autorin dort entsetzliches im Meer gesehen hat, seht ihr im Video oben

Meeresbiologe zu werden, war schon immer mein Traum. Meine Eltern haben mir von klein auf beigebracht, die Umwelt zu achten. Ich habe schon recycelt, als es noch nicht hip und trendy war. Heute leite ich ein Umweltprogramm, die versucht, Alternativen für die Nutzung von Plastik aufzuzeigen.

Jedes Mal wenn ich meine Freunde in London besuche, macht es mich traurig, dass sie immer noch Plastiktüten benutzen, Wasser in Plastikflaschen kaufen, oder ihr Essen mit Plastikbesteck aus Styropor Schachteln löffeln.

Wenn ich sie darauf anspreche, zucken sie nur mit den Schultern und rechtfertigen sich damit, dass sie den Müll ja anschließend entsorgen und dieser recycelt wird - Problem gelöst.

Nur ist es das eben nicht: Experten schätzen, dass zwischen 15 und 40 Prozent unseres Plastikmülls, der in Küstenregionen anfällt, letztlich im Ozean landet. Selbst wenn man ihn in den Mülleimer wirft. Der Grund dafür sind überfüllte Mülldeponien.

Unser Planet erstickt im Müll.

Daran ändert auch keine Putzaktion am Strand etwas, die derzeit so beliebt sind. Wir sind nur das Symptom, nicht die Krankheit. Jeder einzelne von uns muss aufhören, Plastik zu benutzen.

480 Milliarden Plastikflaschen

Die Zahlen sind schockierend. Über 5,25 Billionen Plastikstücke befinden sich bereits in den Weltmeeren. Bis 2025 wird sich diese Zahl verdoppeln.

Das bedeutet, dass mit jeder Minute ein ganzer Müllwagen voll Plastik in den Ozean gelangt. Bis 2050 werden es drei Müllwagen pro Minute sein und es werden sich mehr Plastikstücke im Wasser befinden, als Fische.

Im Jahr 2016 landeten weltweit mehr als 480 Milliarden Plastikflaschen im Müll. Das sind 20. 000 Flaschen pro Sekunde. Pro Sekunde! Wenn man die Flaschen aneinander reiht, würde die Reihe bis zur Sonne reichen.

müllmeer 1
Bald schwimmen mehr Plastikteile als Fische in den Weltmeeren, Bild: Caroline Power

Mehr als fünf Billionen Plastiktüten werden jedes Jahr weggeschmissen. In den USA kommen bis zu 500 Millionen Strohhalme hinzu. Nur ein geringer Anteil davon wird recycelt.

Dieses Problem geht uns alle etwas an; es ist nicht die Schuld eines einzigen Landes. Wir alle tragen die Verantwortung. Also kann jeder von uns etwas dagegen tun. Indem wir unseren Plastikkonsum reduzieren, indem wir Plastiktüten und -behältnisse wiederverwenden und indem wir recyceln.

Mehr zum Thema: Ich habe versucht, in meinem Alltag komplett auf Plastik zu verzichten - und bin kläglich gescheitert

So könnt ihr helfen, die Umwelt zu schützen

Es ist viel einfacher, nachhaltig zu leben, als viele Menschen denken. Ich rufe jeden, der das hier liest, dazu auf, sich fünf der folgenden Punkte auszusuchen und sie akribisch zu befolgen:

Schluss mit Plastikflaschen. Kauf dir ein wiederverwendbares Trinkgefäß.

Gleichermaßen: Frag nach Leitungswasser, wenn du im Restaurant bist.

Kauf nur noch Getränke, die in Dosen, oder Glasflaschen abgefüllt sind, weil die sich leichter recyceln lassen. Die Deckel und Etiketten von Plastikflaschen lassen sich übrigens in den wenigsten Fällen recyceln.

Du magst Kohlensäure? Dann investiere in einen Wassersprudler. Für mich hat sich der Kauf innerhalb weniger Monate ausgezahlt.

Sag nein zu Strohhalmen. Vertrau mir, deine Lippen werden den Rand des Glases schon finden.

Schluss mit Plastiktüten. Und zwar für immer. Dazu zählen auch die kleinen Tüten, in die du dein Obst und Gemüse im Supermarkt einpackst. Es gibt genug ökologische Alternativen, die günstig sind und nicht viel Platz wegnehmen.

Wiederverschließbare Tüten sind ebenfalls verboten.

Kauf dir eine Zahnbürste aus Bambus. Zahlreiche Online-Shops haben sie im Sortiment.

Wehr dich gegen Styroporbehälter und Plastikbesteck. Um die Umwelt sauber zu halten, musst du darauf achten, wie dein Essen verpackt ist. Wenn du dir etwas aus einem Restaurant mitnimmst, frag schon vor dem Bestellen, aus welchem Material die Verpackung ist.

Besteh darauf, dein Essen in Papier eingepackt zu bekommen.

Nicht möglich? Dann bitte das Restaurant ihre Verpackungspolitik zu überdenken.

Wenn sie sich weigern, stell sie bloß und iss woanders.

Du willst dir von zuhause aus etwas bestellen? Dann brauchst du kein Plastikbesteck. Sag am Telefon, dass sie keins einpacken sollen.

Wenn du weißt, dass du dir etwas aus dem Supermarkt zu essen holst, nimm dir von zuhause Besteck mit.

In den meisten Supermärkten werden Obst und Gemüse in Plastik verpackt. Kauf deshalb lieber bei kleineren Märkten, in denen die Ware einzeln erhältlich ist und bring Jutebeutel von zuhause mit.

Informier dich über verpackungsfreie Läden in deiner Umgebung.

Schreib an Abgeordnete, Restaurantbesitzer, Supermärkte, et cetera. Bitte sie darum, auf Plastik zu verzichten und sich für die Abschaffung einzusetzen. In Frankreich wurden kürzlich sämtliche Plastikteller und -becher sowie Plastikbesteck verboten. Das können wir auch andernorts erreichen.

müllmeer
Manche Müllteppiche in den Meeren sind größer als Staaten

Viele von euch haben unsere Aufnahmen von den Müllteppichen in der Karibik gesehen. Haltet euch diese Bilder vor Augen und passt eure Kaufgewohnheiten entsprechend an.

Dieser Blog erschien zuerst bei der britischen Ausgabe der HuffPost und wurde von Anna Rinderspacher übersetzt.

____

Lesenswert:

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die HuffPost ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blog-Team unter blog@huffingtonpost.de.

(ben)