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Mit Alltagshelden gegen deutschtürkische Vorurteile

08/05/2017 18:45 CEST | Aktualisiert 08/05/2017 18:49 CEST
visualspace via Getty Images

Mit fünf Deutschtürken, die ihre Erfolgsgeschichten zum Alltagsrassismus erzählen, bricht der Telekommunikationsanbieter Ay Yildiz gängige Türkenklischees.

"Wir sind mehr als man mit uns verbindet", so lautet der Claim der neuen Werbekampagne von Ay Yildiz. Gezeigt werden fünf Deutschtürk(-inn)en in der Nahaufnahme während ihres Berufsalltags, die gängige Türkenklischees benennen und sie durch ihren Berufserfolg entkräften.

So will die Mobilfunkmarke mit Vorurteilen aufräumen und für mehr Aufgeschlossenheit gegenüber der deutschtürkischen Community sorgen. Medial begleitet wird die Kampagne, neben dem TV-Spot, von Interviews und Kampagnenmotiven von Ogilvy & Mather Düsseldorf unter dem Hashtag #GegenVorurteile.

Fünf Alltagshelden - fünf Klischees

"Türken können kein Deutsch!", "Türkische Frauen haben nichts zu melden" oder "Türken sind aggressiv und gewalttätig" - all das kommt vielen in Deutschland lebenden Türken nicht unbekannt vor. Ständig verfolgt sie die Beweispflicht gegenüber dieser Vorbehalte, dass es eben nicht so ist - sei es, beim Sport, in der Schule oder auch einfach nur im Alltag.

Immer wird getrennt, anstatt zu verbinden. Einhergehend mit dem Rechtfertigungsdruck, den die Mehrheitsgesellschaft Deutschtürken mit Migrationshintergrund verleiht, werden die türkischen Wurzeln mehr und mehr zum Ausschlusskriterium. Doch was passiert, wenn fünf Deutschtürk(inn)en genau aufgrund ihrer Herkunft zu Alltagshelden werden und uns zeigen, was uns verbindet, anstatt zu trennen?

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Um das Miteinander zu verdeutlichen, porträtiert die Kampagne seit dem 2. Mai in einem TV-Spot fünf Deutschtürk(inn)en in ihrem Berufsalltag, welche zunächst mit typischen deutschtürkischen Klischees werben und diese später auflösen. Der Spot wird seit dem Kampagnenstart im deutschen und türkischen TV ausgestrahlt.

Hier findet ihr Interviews zu einigen Alltagshelden und ihren Erfolgsstories. Nähere Infos dazu gibt es unter www.gegen-vorurteile.de oder auf dem Youtube Channel von Ay Yildiz.

Pembe Şahiner - „Ich bin das was ich spreche: Deutsch und Türkisch!"

Zuerst ließ man die promovierte Sprachwissenschaftlerin und Dozentin für Lehramtsanwärter wegen ihrer türkischen Wurzeln durch die Prüfung rasseln, damit sie heute kein Deutsch lernt, sondern lehrt!

Şener Kılıç - „Es ist immer schön zu hören, dass es den Leuten gut geht."

Mit 14 Jahren verweigerte man ihm aufgrund seines türkischen Passes die Fußballerkarriere. Doch er blieb am Ball und rettet heute, seit mehr als sechs Jahren, Menschenleben.

Mehr zum Thema: Brief an meine Tochter: Es tut mir leid, du hast die falsche Hautfarbe, das falsche Geschlecht, die falsche Religion

Dilara Koçak - „Ich würde niemals meinen Namen ändern, den meine Eltern mir gegeben haben."

Sie wehrte sich damals gegen die Veränderung ihres Nachnamens für eine erfolgreichere Boxerkarriere. Heute ist sie die „Chefin im Ring".

Und warum das Ganze? - um Brücken zu bauen!

Gegen Vorurteile ist so gut wie jeder, aber welches Ziel verfolgt Ay Yildiz mit dieser Kampagne? Sie soll den gegenseitigen Dialog mit und unter Deutschtürken fördern, indem allerlei Menschen persönlich aufeinandertreffen, da sich so "schnell die positiven Aspekte herausstellen, die uns miteinander verbinden", erklärt Gülten Yildirim, Marketingverantwortliche von Ay Yildiz.

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