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Die digitalisierte Welt 2030: Eine Revolution, der wir uns stellen müssen

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DIGITALISIERUNG
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Die Welt wird sich ändern. Und zwar gewaltig. Zwar befinden wir uns, noch, in zwei verschiedenen Welten: Auf der einen Seite Taxis, Zeitungen und der Atlas im Handschuhfach, auf der anderen Seite befindet sich Uber, Twitter und Google Maps.

Doch Unternehmen, die die Welle der digitalen Revolution mittragen, drängen die aus dem Markt, die es nicht tun. Dieser Prozess ist nicht aufzuhalten und die Menschheit wird nicht gefragt und muss diesen Wandel mittragen. Ein unterschätztes Thema unserer heutigen Welt, obwohl sie gravierende Auswirkungen auf unsere Wirtschaft, Kultur und Demokratie haben wird. Bei vielen Menschen wird das Schockzustände auslösen, denn die Politik bereitet sie nicht darauf vor - nicht mal im Ansatz.

Die Hoffnung an die Digitalisierung

Viele Jobs wird es in der Zukunft nicht mehr geben. Solche Transformationen, auch wenn nicht in dieser Grössenordnung und nicht in dieser Schnelligkeit, gab es auch schon in der Vergangenheit. Rückblickend betrachtet ging es der Menschheit, aufgrund der technologischen Errungenschaften, besser als die Jahrhunderte davor.

Der stetige Wandel war verkraftbar und tragbar für die gesamte Bevölkerung. Beispielsweise lebten und arbeiteten viele Deutsche vor der Industrialisierung auf dem Land. Als diese Jobs durch die Industrialisierung verschwanden, sind neue entstanden. Der Lebensstandard vor der Industrialisierung war bescheiden.

Im Vergleich zur Gegenwart waren im 17. Jahrhundert mehr Menschen arm. Allein die Tatsache, wie lange die Menschen lebten, als sie aufhörten zu arbeiten, zeigt wie schlecht es den Menschen damals ging: Das waren lediglich wenige Jahre. Essen machte mehr als 50% des Einkommens aus, heute sind wir bei ungefähr 10%. Auch ein Erfolg des technologischen Fortschritts.

Die Frauen werden eine Chance haben, sich in einer digitalisierten besser zu positionieren, da das Konferenzgeschäft - trotz Video-Chats - immer noch bestehen wird. Gerade weil Interaktionen zwischen den Menschen bei Konferenzgeschäften stark zunehmen wird, könnten Frauen eine relativ wichtigere Rolle in der digitalisierten Welt einnehmen, da sie den zwischenmenschlichen Dialog, zu einem gewissen Grad, besser können als Männer.

Auch die Produkte, die die Digitalisierung hervorbringt, haben einen positiven Effekt auf unsere Umwelt. Wir werden in einer ruhigen Stadt wohnen, da es keine Motorgeräusche mehr gibt. Die Luftverschmutzung wird sich drastisch verringern. Der Transport von A nach B wird schneller und unkomplizierter ablaufen. Wir werden uns nicht mehr ärgern müssen, wo welche Strasse liegt oder endlose lange Staus ertragen müssen, da der Ablauf auf den Strassen reibungsloser ablaufen wird. Eine perfekte Welt - möchte man meinen.

Die Ängste vor der Digitalisierung

Ja, wir haben schon Transformationen durchgemacht, aber niemals so rasant. Die Leistung von Computern verdoppelt sich alle zwei Jahre. Dies macht es schwieriger für uns, unsere Karriere zu planen und die Fähigkeiten zu identifizieren, die nicht automatisch angepasst werden können.

Weil diese Veränderungen so schnell vonstatten gehen, wird die Zahl der Arbeiter, deren Fähigkeiten plötzlich wertlos werden, größer sein, als bei früheren Übergängen. Der Unmut wird grösser, da sich die Welt so schnell verändert, bei dessen Geschwindigkeit die Menschen nicht mithalten können.

Insbesondere werden Männer die Hauptlast dieser Veränderung zu spüren bekommen. Unzählige Jobs, in den körperliche Arbeit verrichtet wurde, werden wegfallen. Jobs, die grösstenteils von Männern ausgeübt wurden.

Durch die Industrialisierung wurde der Arbeitsprozess effizienter und den Mehrwert, den Menschen produzieren konnten, hat sich stark erhöht. Auch die Digitalisierung wird die Wertschöpfung stark erhöhen. Der Unterschied zu früher ist, dass viele Maschinen manuell bedient werden mussten.

Der Mensch war immer noch im Mittelpunkt, um Produkte zu erschaffen. Diesen Prozess wird es in der Zukunft immer noch geben, jedoch wird der Mensch durch den Roboter ersetzt. Und es wird darin enden, dass Roboter andere Roboter bauen werden. Ohne die Hilfe des Menschen.

Wir werden dadurch viele Menschen auf dem Weg der Digitalisierung verlieren. Die, denen die Digitalisierung zu viel wird. Diese Prozess ist unaufhaltbar, egal wie viele Menschen sich dagegenstellen. Denn dieser Fortschritt wird ja nicht auf demokratischem Weg erzeugt, sondern von kommerziellen Unternehmen, wie Uber oder Google, vorangetrieben.

Nicht die USA wird die Supermacht sein, sondern digitale Unternehmen, die von keinem Politiker der Welt kontrolliert werden können. Die Machtkonzentration digitaler Unternehmen wird dazu führen, dass die Menschen nicht entscheiden werden können, wer sie regieren soll und ob sie diesen Wandel mitmachen wollen, denn sie müssen ihn mitmachen.

Wenn selbstfahrende Autos und automatisierte Drohnenlieferung Realität werden, was passiert mit jedem Auslieferungsfahrer, Lkw-Fahrer und Taxifahrer? Ein grosser Teil der Bevölkerung wird nicht in der Lage sein, mit den in der neuen Wirtschaft benötigten Fähigkeiten umgeschult zu werden.

Menschen werden auf einen Schlag arbeitslos und sind in der Wirtschaft nicht mehr brauchbar. Die Ungleichheit wird grösser zwischen denen mithalten können und denen, die es nicht können. Laut einer Studie von Oxford werden fast 50% der derzeit arbeitenden Bevölkerung werden ihre Arbeit verlieren. Auch die Gesundheit wird darunter leiden.

Mehr Menschen werden depressiv, mehr Menschen werden sich hilflos fühlen, mehr Menschen werden sich verloren fühlen. Folgerichtig werden sich mehr Menschen aus dem Sozialleben zurückziehen. Massive soziale Unruhen werden wahrscheinlich. Ein bedingungsloses Grundeinkommen könnte die Situation mildern.

Bei horrender Arbeitslosigkeit braucht die Wirtschaft ein bedingungsloses Grundeinkommen, damit soziale Unruhen nicht Überhand gewinnen. Gleichzeitig muss uns aber bewusst sein, dass alleine das Geld nicht glücklich machen wird. Für viele Menschen ist die Privatsphäre ein hohes Gut. Doch kommt die uns jetzt schon abhanden.

Wenn wir, egal auf welchem Fleck der Erde, mit dem Handy im Internet surfen, weiss Google, wo wir uns befinden. Wir werden immer mehr unsere Privatsphäre verlieren, da wir in einer digitale Welt immer mehr unserer persönlichen Daten preisgeben werden. Auch ein Zeichen für das Entstehen einer digitalen Diktatur.

Welche Möglichkeiten haben wir denn noch? Ausweichen können wir nicht mehr. Aber wir sollten uns darauf vorbereiten. Von der Politik ist dazu keine Hilfe zu erwarten. Vieles von der digitalen Welt ist nämlich nicht populär.

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