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An Unser Volk: Bitte keine Show-Inszenierung wie Bei Alan Kurdis Tod

Veröffentlicht: Aktualisiert:
IDLIB
dpa
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Die aktuellen Bilder aus Syrien erschüttern uns. Die Menschen können sich das kaum anschauen. Hunderte Freunde auf Facebook posten innerhalb weniger Stunden Assads bestialische Attacke. Der Westen würde dabei nur zuschauen. Alles richtig.

Doch als vor über einem Jahr das Foto des ertrunkenen Alan Kurdi um die Erde ging, war die Trauer groß. Der Stachel saß bei vielen Menschen tief - dachte ich zumindest. Diese Bilder gehen mir noch immer nicht aus dem Kopf. Dabei entstand bei mir aber eine Hoffnung, auch wenn sie makaber klingt: Dass der Tod des Kindes alles verändern kann.

Mehr zum Thema: Liebe Angela Merkel, dieses Bild aus Syrien darf ihnen nicht egal sein - handeln Sie!

Dass andere Flüchtlinge eben nicht mehr den Tod fürchten müssen und ihnen geholfen wird. Dass sie mit offenen Armen empfangen werden. Letztendlich hat sich rein gar nichts geändert.

Alles nur Show

Die Gefühlsausbrüche vieler Menschen waren reine Show-Inszenierungen wie sie schlimmer nicht sein kann. Denn bis auf etliche Facebook-Freunde, die das Bild posteten aber selber bis heute nicht einen Finger bewegten, um den überlebenden Kindern zu helfen, konnte ich nicht viel wahrnehmen.

Und ich habe das Gefühl, dass auch jetzt nicht viel passieren wird. Zu stark erinnern mich die Reaktionen der Bürger nach Alan Kurdis Tod. Eins ist sicher: Die Regierung der westlichen Länder werden erst dann eingreifen, wenn die Bevölkerung das möchte - nachhaltig und spürbar.

Nur ein Protest, der eine breite Masse bewegt, kann etwas an der Situation ändern

Nachhaltig in dem Sinne, dass wir, das Volk, immer wieder an diese Gräueltaten erinnern müssen. Nicht nur heute, sondern auch morgen und übermorgen. Wenn es sein muss 365 Tage im Jahr bis die Regierung versteht, dass es der Wille einer Mehrheit des Volkes ist, in Syrien nicht zuzuschauen. Spürbar in ihrer Wirkung, nicht nur mit Posts, sondern auch mit Demonstrationen auf der Strasse.

Menschen animieren mitzumachen, damit die Regierenden merken, dass uns das doch nicht egal ist. Nur ein Protest, der eine breite Masse bewegt, kann etwas an der Situation ändern. Ansonsten wird die Politik sich ein Beispiel an der Bevölkerung nehmen: Ein starkes Statement heute. Und morgen ist alles wieder vergessen.

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