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Weil er fragte, ob Fenerbahce Meister geworden ist, musste dieser Mann sterben

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TUERKEI PUTSCH
Getty
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Es ist eine grausame Nachricht: In Gebze, einer türkischen Industriestadt am Marmarameer bei Istanbul, sind am späten Freitagabend wie überall in der Türkei die Menschen unterwegs, demonstrieren gegen den Militärputsch.

Metin Erdogan weiß nichts von den Ereignissen, die ein ganzes Land auf die Straßen geführt haben. Er ist überrascht von dem Menschenauflauf. Interessiert geht der 29-Jährige zu einer Gruppe, fragt ahnungslos: „Ist Fenerbahce Meister geworden?"

Stich mitten ins Herz

Den 22-jährigen Ramazan Okcuoglu bringt diese Frage zum Ausrasten. Es kommt zum Handgemenge, Okcuoglu zückt ein Messer, sticht seinem Opfer ins Bein und mitten ins Herz. Während der Täter flüchtet, wird das Opfer ins Krankenhaus gebracht. Alle Versuche der Ärzte, ihn zu retten, bringen nichts - Metin Erdogan stirbt im Krankenhaus.

Der Täter wird später von der Polizei gefasst, kommt ins Gefängnis, meldet die türkische Zeitung „Posta".

Warum genau die Situation so eskaliert ist, ist derzeit nicht bekannt. Sicher ist nur: Metin Erdogan ist einer von mehr als 200 Menschen, die im Zuge des Putschversuches ihr Leben ließen.

Ein Teil des Militärs hatte in der Nacht von Freitag auf Samstag versucht, die Macht in der Türkei zu übernehmen. Letztlich hatten jedoch Regierung und Polizei den Putschversuch abgewendet. Mehr als 2800 Soldaten sollen festgenommen worden sein.

Mehr zum Thema Militärputsch in der Türkei findet ihr hier.

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