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An der Abfallkette

Veröffentlicht: Aktualisiert:
SUEDSUDAN HUNGERSNOT
dpa
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Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Food Innovations NetzwerkHERMANN'S.

Wenn wir unsere mit Erdnussbutter beschmierte Banane verschlingen, denken wir selten an die lange Kette, die unser Ernährungssystem ausmacht. Aber das System ist komplex, und umfasst alles, was benötigt wird, um Lebensmittel von der Produktion bis zum Konsumenten zu bringen.

Es geht von der Aussaat zur Ernte, von der Verarbeitung zur Verpackung, vom Transport zum Marketing, samt Konsum und Abfallentsorgung. Aber auch weniger offensichtliche Aspekte wie z.B. Regierungsverordnungen, u.a.m.sind wesentlich. Entlang dieser langen Kette spielt die Musik und sie hat den Rhythmus verloren, ist aus dem Takt gekommen.

Ein Drittel aller Lebensmittel werden verschwendet

Laut der FAO, geht etwa "ein Drittel, der in der Welt für den menschlichen Verzehr jährlich produzierten Nahrungsmittel verloren oder wird verschwendet"; ein unhaltbarer Zustand, vor allem auf einem Planeten, auf dem 7,3 Milliarden Menschen, oder jede neunte Person, an chronischer Unterernährung leiden.

Diese Verschwendung erfolgt an jeder Stelle der Kette. Und wenn wenigstens ein Viertel des derzeit so vergeudeten Essens weltweit eingespart werden könnte, würde man 870 Millionen Menschen, oder mehr als 103 Städte in der Größe von New York ernähren können. Ein lobenswertes Ziel - und eines, das auf vielfältige Weise Innovation inspiriert.

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Am Anfang der Ernährungskette stehen die Ernte- und Verarbeitungsphasen, während derer in den Entwicklungsländern 40 Prozent der Verluste auftreten.

Anders als in den entwickelten Ländern, wo es ausreichend Lagerungs- und Transportmöglichkeiten gibt, fehlen in den meisten Entwicklungsländern, in denen kleine Subsistenzbauern das Bild bestimmen, Lagerungs- oder Kühlungsmöglichkeiten, ganz zu schweigen von Strom.

Viele Lebensmittel verderben auf dem Weg

Um Waren auf dem Markt zu handeln, müssen auch lange Strecken bewältigt werden, oft zu Fuß. Die Verschwendung von Lebensmitteln ist unvermeidlich, allein dadurch, dass vieles auf dem Weg verdirbt.

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Ein Problem, das vier befreundeten College-Studenten aus Iowa, die obendrein gern reisen, ebenfalls auffiel: Selbst wenn viele Produzenten vor Ort produzieren können, verfaulen Nahrungsmittel, bevor sie verwendet oder verkauft werden können.

Um dieses Dilemma zu beheben, gründeten sie 2014 das Startup KinoSol, und dachten sich eine erschwingliche Low-Tech-Lösung aus: ein leichtes, mit Sonnenlicht getriebenes Dörrgerät, Orenda genannt, mit dessen Hilfe Obst, Gemüse, Körner oder Insekten in etwa sechs bis acht Stunden mit natürlicher Konvektion austrocknen können. Mit anderen Worten: Es wird kein Strom benötigt!

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Verluste nach der Ernte sollen nachhaltig verringert werden

KinoSol, deren selbst erklärtes Ziel es ist, "nach-der-Ernte-Verluste möglichst nachhaltig zu verringern", erhielt beim Global Citizen Waislitz Award-Wettbewerb in New York City letztes Jahr 35.000 Dollar für "eine Idee, die Welthunger und Verschwendung lindert".

Das Startup, das jetzt auch mit verschiedenen zivilgesellschaftlichen Partnern (z.B. the Green Africa Initiative, the Lutheran Church of Hope, und MILPA, u.a.) arbeitet, hat Orenda bereits an verschiedene Orten geliefert - darunter El Salvador, Tansania, Nepal, Äthiopien, Brasilien, Somalia, Ghana, Bangladesch, Haiti und Uganda.

KinoSol haben gerade eine Kickstarter-Kampagne für die Entwicklung eines Gerätes mit verbessertem Design für den Hausgebrauch in den USA abgeschlossen. Sie hoffen, es bis zum November diesen Jahres herauszubringen, um damit die Lebensmittelverschwendung in den privaten Haushalten zu verringern soll.

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Die Zahl der Menschen, die in einigen Jahren Burger, Steaks, und ja, auch Salat essen wollen, steigt dramatisch. Gleichzeitig sehen wir in vielen westlichen Gesellschaften die Folgen ungesunder Ernährung: Wir stehen vor einem Fett- und Zucker-Kollaps.

Doch es gibt längst Ideen und Lösungen für dieses globale Problem. Denen will sich die HuffPost in den nächsten Monaten mit Artikeln, Reports und Expertenbeiträgen widmen.

Dafür arbeiten wir mit der in Berlin entstehenden und von dem Kekshersteller Bahlsen finanzierten Plattform Hermann's zusammen, einer Art Denkfabrik für die Zukunft unserer Ernährung.

Die neue Plattform will die Köche, Wissenschaftler, Blogger, Unternehmer und Firmen zusammenbringen, die sich genau mit diesen Zukunftsfragen beschäftigen.

Die aktuellen Beiträge aus der Kooperation findet ihr hier.