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G20: Wir müssen darüber reden

Veröffentlicht: Aktualisiert:
G20
Fabian Bimmer / Reuters
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Es geht nicht nur um den G 20-Gipfel, es sind drei Bilder über die wir reden möchten. Das erste Bild betrifft die wunderschöne Hansestadt Hamburg. Sie war und ist eine Perle.

Wir sind nach dem Fall der Mauer durch ihre Straßen gelaufen und konnten gar nicht genug von ihr kriegen. Dass diese Stadt auch immer für Treffen wohlhabender, einflussreicher und kluger Leute genutzt wurde, das konnte man wahrlich nicht übersehen.

Dass heute an diesem Ort die Weltspitze zusammenkommt, kann nur folgerichtig sein.
Das zweite Bild was ich meine, betrifft die klugen Leute. Werden wir doch von der Presse sehr ausführlich über die Anführer der herrschenden Eliten informiert, so erfahren wir von den Gegnern fast gar nichts.

Wo auf der einen Seite aller nur erdenklicher Unsinn abgebidet wird, bis hin zum Intimen, so dass einem schon beim Lesen schlecht wird, kommt auf der anderen Seite nur sehr Wenig vor. Mal eine abfällige, allgemeinplazirte Bemerkung, wie die Liegengebliebenen, die Unfähigen, die immer Unzufriedenen.

Das abscheuchliche Bild vom G20-Gipfel

Kritisches Hintergrundwissen kommt nicht an, ist schlecht für`s Geschäft. Damit kann niemanden gedient werden. Wenn die einen in prunkvollen Palästen logieren oder in den teuerste Hotels untergebracht werden, wird den andern schon mal das einmalige Übernachten im selbst mitgebrachten Zelt am Strassenrand versagt.

Das dritte Bild was ich meine, das ist nur abscheulich, Es ist vom G20-Gipfel.
Eine junge Frau spielt mit einem Luftballon. Sie hält ihn einem Polizisten ins Gesicht. Der Luftballon ist federleicht und winzig klein. Von ihm kann keine Gefahr ausgehen. Die junge Frau ist zierlich und sehr schön wie ein Schmetterling. Auch sie stellt keine Bedrohung dar. Jedoch ist die gesamte Atmosphäre aufs äußerste geladen.

Der Polizist ist gepanzert wie ein mittelalterlicher Ritter, mit geschlossenem Visier. Eigentlich müsste er sich sicher fühlen und doch er hebt den Arm und sprüht der jungen Frau das Pfefferspree in die Augen.

Sie geht mit furchtbaren Schmerzen zu Boden. Ihr Freund fällt um sie. Er will ihr helfen, sie beschützen. Ein zweiter Polizist erkennt die Situation. Er weis nicht wie er reagieren soll. Es tut ihm leid. Er würde helfen, aber er zweifelt. Er weiß nicht wie. Er schütz wenigstens den Raum um sie herum, so lässt er den Freund gewähren.

Was geht später in den Köpfen der Polizisten vor und wie werden darüber die junge Frau und der Freund denken?

Wir wollen einmal mutmaßen. Die Polizei folgt einem Befehl. Die beiden hatten die Aufgabe für Ordnung zu sorgen. Nach ihrem Verständnis, war es richtig und gut so zu handeln. Es wird so auch immer wieder von allen Seiten verlangt. Der mit der Pfefferspree-Dose und der Zweifelnde werden sich beruhigen. Und dennoch, die Attacke hatte auch bei ihnen Spuren hinterlassen. Sie werden sich erinnern.

Es sei, es ist ein alter abgekochter Hund, der keine Gefühle mehr kennt. Und doch auch bei ihm, ganz hinten im tiefsten Innern ist ein Platz, wo du nur selten hinkommst. Dort ohne jegliche Vorhänge sitzt die Seele. Die Polizisten sind auch nur Menschen wie du und ich.

Die junge Frau wird den Schmerz überwinden, auch bei ihr bleibt eine Spur zurück. Die kindliche Freude, die gleich einem weißen Schmetterling, der auf einer grünen, herrlich hell leuchtenden Wiese dahinfliegt, wird vergehen, wie der feine Morgennebel, wenn der neue Tag polternd erwacht.

Und was wird aus dem Freund, der sich selbstlos vor das Mädchen warf. Sie werden vielleicht ein Paar. Das Schicksal hatte sie zusammengeführt. Sie gründen eine Familie. Sie wollen Kinder haben. In ihnen erwacht ein neues wunderbares Glück, die Liebe.

Die o.g. Bilder stellen Fragen an uns alle!

Was wird mit den feinen Gästen, kommen sie wieder?

Wird die Polizei nur noch schützend für Ausgewählte da sein?

Werden die beiden jungen Leute beim nächsten Protestmarsch vermummt mit Steinen werfen?

Es muss etwas in den Köpfen passieren

Die Antwort ist zweifelfrei: "Ja". Was muss geschehen, wenn ein nein kommen soll? Es muss zu aller erst in den Köpfen was passieren!

Mann stelle sich vor, der Polizist hätte die Nerven behalten. Er wirft seine Pfefferspree-Dose weg, legt den Panzer ab und spielt mit der jungen Frau Fangball.

Es ist nichts Unvorstellbares oder Unrealistisches, es fehlt uns einfach eine andere Dimension.
Gleiches hatten schon vielfach an der Front, mitten im erbarmungslosesten Krieg aller Zeiten, 1916 an der Westfront geschehen.

Sie stiegen auf aus ihren verdammten Schützengräben und feierten gemeinsam die Heilige Nacht. Sie umarmten einander und wollten Brüder sein und wenn nur für diesen einen kurzen Augenblick, denn zuvor waren sie die furchtbarsten, erbarmungslosesten und unerbittertsten Feinde. Sie lauerten nur darauf sein Gegenüber zu erschlagen.

Und drum sage mir keiner, so geht es nicht, der ist ein Wahnsinniger Tyran und ein Verbrecher.
Und Merkel hätte den G20-Gipfel mit einem Friedensfest auch mit den jungen Menschen gemeinsam feiern können.

Ein Friedensfest, wie sie es schon einmal 1973 zur DDR-Zeit gefeiert hatte. Auch die roten und grünen Aktivisten jener Zeit sollten sich daran erinnern können.

Die Folgen für die Stadt Hamburg wären heute weitaus geringer ausgefallen und obendrein gäbe es einen leichten Geburtenanstieg. Und es sage mir keiner, dass es nicht ginge, der ist ein Lügner und ein elender Geschichtsverdreher.

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Der Man unter dem Helm, er dachte vielleicht an seine Frau, die Kinder, ein privates Glück, das er bewahren wollte. War es denn aber nicht maßlos unangemessen, so hart und brutal zu reagieren. Es gibt keinen Zwang zur Gewalt. Uns der Tyrannei anderer zu Unterordnen war flsch. Er hätte seinem Gfühl folgen müssen.

Und es sage mir keiner der Mann hätte kein Gewissen, der ist ein verblendeter, gottverdammter Idiot.

Das Folgen einer Machtperson u.s.w. unterstellt die volle Legitimation dieser Person. Genau das ist unser Problem. Wir erliegen viel zu leicht und viel zu oft, auch unbedacht dem Zwang der Unterordnung.

Wir müssen es immer wieder und immer wieder uns selber sagen: Wir brauchen eine neue Art für den Umgang miteinander. Und keiner darf uns erzählen was richtig oder falsch wäre, nur wir allein entscheiden darüber. Wir können es, denn Gott ist in und mit uns.

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