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Wohin mit Königsberg?

Veröffentlicht: Aktualisiert:
LAWRENCE SUMMERS
Yuri Gripas / Reuters
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Brief an Larry H. Summers, den wohl bedeutendsten Menschen dieser Welt.

Lieber Larry H. Summers,

ich schreibe Ihnen diesen Brief, weil ich eine Vision habe. Nicht wegen mir, sondern, weil es etwas gibt, das uns verbindet. √úber dieses etwas habe ich l√§nger nachgedacht; und ich bin √ľberzeugt, es wird auch Sie begeistern. Es geht um unsere Vergangenheit. Genauer gesagt um die gemeinsamen Wurzeln im alten Osteuropa und unsere Zukunft.

Die Region, die ich meine ist durch die milit√§rischen Aktivit√§ten der USA in den Fokus gekommen. Israel ben√∂tigte Raketenschilde gegen den Iran. Einen davon wollen die Polen in Suwalki, einem alten Siedlungsgebiet auch ihrer Vorfahren errichten. Die Region geh√∂rt zum Baltikum. Schon immer war es ein Grenzgebiet zwischen Deutschen, Polen, Litauern, Letten und Russen. Hier lebten fr√ľher einmal unsere V√∂lker zusammen, darunter auch Juden .Die gemeinsame Zeit sollte nicht ewig w√§ren.

Das zwanzigste Jahrhundert war nicht gut f√ľr uns. Die Nazis und der zweite Weltkrieg hatten das Land verw√ľstet, die V√∂lker entwurzelt und ermordet. Wir haben Vieles verloren, sind in alle Himmelsrichtungen vertrieben wurden. Das Leid von damals, sollte uns heute daran erinnern, den Ort des Grauens nicht noch einmal leichtherzig aufs Spiel zu setzen. Ich meine, wir m√ľssen alles f√ľr die Entmilitarisierung dieser Region unternehmen.

Wir wollen die Zukunft sehr gewissenhaft planen. Das Alte wenn es gut war, muss sich im Neuen wiederfinden. Unter dem Eindruck unserer Vergangenheit, möchte ich in keiner Weise etwas erzwingen.

Ich kann nur dem Volke dienen, wenn ich selbstlos und ohne Stolz die notwendigen Schritte gehe.
Lieber Larry H. Summers, wie könnten Sie helfen?

Ich stelle mir ein gemeinsames Forum vor, mit einem Beschluss und einem General-Plan, mit fest vorgegebenen Grunds√§tzen und Finanzvolumen f√ľr eine Freihandelszone um die russische Exklave Kaliningrad.

Polen, Litauen, Letten und Esten sowie die EU m√ľssten in jedem Fall einbezogen werden.
Damit das Ganze nicht eskaliert, sollten die Russen zuvor angemessen entsch√§digt werden. Das Geld hierf√ľr k√∂nnten die Deutschen bezahlen. Das sind sie uns schuldig.

Den Abzug der Russen hatten sie schon einmal wunderbar organisiert. Möchte damit sagen, sie haben darin Erfahrung, wie man den Wolf satt kriegt und das Schaf dennoch am Leben lässt, wie die gesamte russische Armee mit all dem Waffenarsenal nach Hause geht und Putin dennoch sein Gesicht wahrt.

F√ľr mehr, sind sie aber nicht zu gebrauchen. Deutsche B√ľrokratie gepaart mit Br√ľsseler Technokratie, dass ist das Letzte was wir brauchen. Die Deutschen sowie die Russen sind uns als zahlungsf√§hige G√§ste immer willkommen, mehr auch nicht.

Daf√ľr m√ľssten wir die n√∂tigen Voraussetzungen schaffen.
Verzeihen Sie mir, wenn ich Ihnen meine Gedanken im Anhang kurz darstelle.

Viele herzliche Gr√ľ√üe
Bruno Burzynski

Wie viel Realität braucht ein Gedanke?

Und er glaubte so sehr an diesen Gedanken, dass er ihm wie im Traum erschien!

Der Brief ist tatsächlich an Herrn Summers gegangen. Er hatte ihn unter der vielen Post zufällig herausgegriffen.

Sein Deutsch reichte gerade mal f√ľr die √úberschrift. Es hatte sein Interesse geweckt und er lie√ü ihn √úbersetzen.

Hiernach lief alles wie von selbst. Die Dinge hatten sich verselbstständigt. Die Eigendynamik trug sie bis ins Weiße Haus. Obama persönlich nahm sich der Sache an.

Die Amis hatten die Dinge erstaunlich ernst genommen. Es war genau der richtige Zeitpunkt.
Und wie Oft schon im Leben war eine F√ľgung im Spiel. Zwischen den beiden Superm√§chten herrschte eine immense Spannung. Russland hatte die Krim annektiert. Sie diente den Russen als Milit√§rst√ľtzpunkt. Nur mit Gewalt war das Land einzunehmen.

Sie ignorierten den Freiheitswillen der V√∂lker und setzte ihre Vasallen ein. Gleichwohl hatten sie daf√ľr eine √ľberw√§ltigende Mehrheit der Einwohner dieser Region gefunden. Es waren die autochthonen Russen. Dennoch war die Welt emp√∂rt. Das EU-Parlament Tagte. Merkel f√ľhrte pers√∂nliche Gespr√§che mit Putin und Obama.

Die Engl√§nder f√ľhlten sich als die f√ľhrende Milit√§rnation der Europ√§er und drohten den Russen. Nie zuvor war Europa so Einig und man legte Putin Sanktionen auf. Sie Sperrten seine Geldh√§hne. Steinmeier reiste in das Donezbecken und beschwor die dort lebenden Kosaken in der Ukraine zu bleiben. Er versprach ihnen wie einstmals die K√∂nige Geld und Waffen.

Die Ukraine war gespalten. Das Land befand sich ohnehin in st√ľrmischen Zeiten. Die Regierung war gest√ľrzt. Der Staat hatte nur m√ľhsam die √∂ffentliche Ordnung aufrecht erhalten k√∂nnen. Die Wirtschaft lag am Boden. Dieser Zustand hatte sich √ľber Jahre aufgebaut. Warum es dazu gekommen war, l√§sst sich leicht erkl√§ren.

Schon immer lag die Ukraine im Spannungsfeld der M√§chtigen. Ob Litauer, Polen, Russen oder die T√ľrken alle hatten in ihrer Geschichte Anspr√ľche auf das Land. Zu letzt hatte die Ukraine Stalin in sein Vielv√∂lkerimperium eingegliedert.

Die eigentlichen Uhreinwohner dieser Region, die Ruthenen versuchten schon immer der eine oder der andere Harscher zu unterdr√ľcken, assimilieren oder zu vernichten.

Auch die Nazis hatten ihre blutige Spur hinterlassen. Sie vergriffen sich in der wohl bestialischsten Weise an den hiesigen Juden.

Auch Stalin hatte sich in verbrecherischer Art an den V√∂lkern vergriffen. Die meisten Russen sind aufgrund seiner Vertreibungspolitik in die ges√§uberten R√§ume der Ukraine eingeflossen. Zu erw√§hnen sind in jedem Fall die wohl bekanntesten Ukrainer, n√§mlich die Kosaken. Eigentlich sind sie kein Volk, sondern viel mehr eine Streitmacht. Sie standen im Sold des einen oder anderen Herrschers und waren eher zur Unterdr√ľckung aller V√∂lker da.

Als die Sowjetunion sich auflöste ergriffen clevere Politiker die politische und wirtschaftliche Macht. Die im Sowjetreich durch Eroberung geschaffenen Grenzen hatten auf einmal enorm an Bedeutung zugenommen. Das Land die Bodenschätze alles wurde neu bewertet und verteilt.

Es bildeten sich neue Zentren der wirtschaftlichen wie auch politischen Macht heraus. Sowohl das alte Mutterland Russland als auch die neuen Einflussl√§nder vor allen die Amis und die Deutschen buhlten um Einflussnahme. Dennoch hatten Korruption und Kriminalit√§t der Wirtschat enorm geschw√§cht. Nicht zu letzt war es Putin mit seiner instabilen Gaslieferung der dem Land gro√üen wirtschaftlichen Schaden zugef√ľhrt hatte.

Das Land taumelte in eine Katastrophe hinein. Der Russe manövrierte den Ami in eine Pat Situation.
Einerseits wollte Putin nicht als kalter Krieger in der √Ėffentlichkeit dastehen und andererseits konnte Obama sich nicht als Taten loser Zuschauer blo√üstellen lassen. Dieser Kampf h√∂rt nie auf, zuweilen wird er milit√§risch ausgetragen. Die Welt hatte schon viele Kriege gesehen. Die milit√§rische Gewalt als Druckmittel hat zweifelsfrei zugenommen.

Es werden nicht nur mehr Waffen gebaut, es werden auch sehr viel mehr gebraucht. Die Staatsgewaltigen definieren sich zunehmend durch ihre Milit√§rs. Sie erfanden daf√ľr den Begriff eines Nichtlinearen Krieges. Eine Art vor den Augen der Welt√∂ffentlichkeit verborgener Kriegskunst, ausgetragen auf dem R√ľcken der V√∂lker mit allerlei heimt√ľckischen sich selbst lenkenden Waffen und erkauften S√∂ldnern.

Diese Art von Kriegskunst ist vom Prinzip nichts Neues. Schon die alten R√∂mer hatten sie f√ľr die Einnahme Karthagos genutzt. L√ľgen, Bezichtigungen und das ganze Arsenal zum V√∂lkerhass sind wie einst zum Instrumentarium der Politiker geworden.

Der Nationalismus m√ľndet so wie von selbstverst√§ndlich im Militarismus. Die Kultur der V√∂lker bleibt hiernach auf der Strecke. Gr√∂√üenwahn, Selbst√ľbersch√§tzung und politische Verfolgung sind die Folge. Dieser Trend in den Ideologien der M√§chtigen gewinnt in dramatischer Weise an Dynamik. Die Staaten bedienen sich wie einstmals imperialer Klischees. Man kann es kaum Glauben, der Rechtsextremismus schl√§gt neue Bl√ľten.

Das birgt die gro√üe Gefahr eines Weltkrieges in sich. Die f√ľhrenden M√§chte, vor allen die Amis und auch die Russen, k√∂nnen im Falle eines Weltkrieges nur die Verlierer sein. Obama bezeichnet Russland als Regionalmacht und vergisst, dass wir alle l√§ngst im Zeitalter der Raumfahrt angekommen sind. Die globale Bedrohung scheint angesichts der vielen regionalen Kriege v√∂llig verloren gegangen zu sein.

Die Schurkenstaaten bem√§chtigen sich der Raketentechnik und sind zunehmend zur globalen Gefahr mutiert. Ihre Raketen fliegen nicht nur viel weiter als fr√ľher, nein sie k√∂nnten auch schon mal nukleare Sprengk√∂pfe tragen. Zun√§chst war es schick an nuklearen Waffen insgeheim zu basteln. Dies reicht heute bei weitem nicht mehr aus. Mittlerweile m√ľssen es Interkontinentalraketen mit Atomsprengk√∂pfen sein.

Um den Ernst der Dinge zu sp√ľren, bedarf es unter Umst√§nden einer so gro√üen Herausforderung, wie es der derzeitige Krieg im mittleren Osten ist.

Die Lage ist zum Bersten aufgeladen und milit√§risch von den Kontrahenten nicht L√∂sbar. Der Irak zerf√§llt in ein Konglomerat sich erbarmungslos bek√§mpfender Interessen- Gruppierungen. Syrien verliert sich im B√ľrgerkrieg. Der Iran und Saudi-Arabien polarisieren die V√∂lker. Die T√ľrkei ertrinkt im Fl√ľchtlingsstrom.

Da hilft es auch nicht eine Konfliktblase zu √∂ffnen und die fl√ľchtenden Menschen in den Westen zu lenken. Die hiernach ausgel√∂ste Fluchtwelle √ľberschwemmt ganz Westeuropa. Wenn die Amis und die Russen die Regionen nicht gemeinsam befriedigen, droht Europa eine noch viel gr√∂√üere Krise. Die Demokratie und die Freiheit der westlichen V√∂lker stehen ernsthaft auf dem Spiel. Der Westen braucht Russland als Verb√ľndeten.

Eine Ausgrenzungspolitik wie sie derzeit Obama gegen√ľber Putin betreibt, wird den Problemen weder in der Ukraine noch sonst irgendwo in der Welt gerecht. Dabei geht es nicht nur um milit√§rische St√§rke. Es muss klar sein, dass hier Werte der Demokratie auf dem Spiel stehen. Die Situation ist sehr ernst und verlangt eine ebenso entschlossene wie vor allem auch geschlossene Vorgehensweise.

Die westlichen V√∂lker warten f√∂rmlich auf ein Zeichen. Sie w√ľnschen sich nichts sehnlicher als eine gemeinsame Linie!

Und noch eine F√ľgung kam ins Spiel; die Wahlen zum neuen Pr√§sidenten der USA hatte Trump gewonnen.

Trump war nach vielem hin und her am Ende klarer Sieger. Er erkannte den hohen Nutzen einer Aussöhnung mit Putin und er benutzte das Thema in seinen Wahlkampf.

Hillary Clinton hingegen blieb ihrer alten Linie treu. Sie war eine leidenschaftliche Verfechterin einer harten Sanktionskante gegen Putin und sie verlor nun mit den Wahlen auch diesen Anspruch.
Amerika musste Farbe bekennen.

Die Administration in Washington suchte fieberhaft nach neuen Gestaltungsräumen und plötzlich war wieder alles offen:

Putin zeigte Reue und reichte Trump die Hand. Sie beschlossen zur großen Freude aller Völker quasi als eine Geste der Freundschaft, gemeinsam die Fußball-WM 2018 ganz im Zeichen des Friedens auszutragen. Dazu sollte der baltische Raum als Ort des Friedens entmilitarisiert werden.

Bruno war begeistert. Diese Idee, eine Friedenszone mit Beteiligung Russlands und der NATO im Baltikum zu schaffen, war ganz nach seinem Geschmack. Es war ein Wunder geschehen. Er ahnte es nicht dass sein Brief an den m√§chtigsten Mann der Welt die Vorlage daf√ľr war.

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Gleichwohl wunderte er sich √ľber eine Vorladung zum Wirtschaftstreffen in Kaliningrad. Sie war vom Wirtschaftsminister der Oblast Kaliningrad pers√∂nlich abgezeichnet.

Wie sollte er vorgehen? War vielleicht eine Genehmigung von Sch√§uble oder sogar von Merkel notwendig, oder gar eine Genehmigung vom Berliner Senat erforderlich. Er wusste nicht einmal den Nahmen, Irgendeiner meinte es w√§re die Gr√ľnder-K√∂nigen der Berliner Wirtschaft, Die CDU-Frau Yzer.
Eine Senatorin f√ľr Bildung, Wirtschaft und Stadtentwickelung so ganz ohne √∂ffentliche Titel. Irgendwie merkw√ľrdig!

Anscheinend hatte man den Titel wohl aus Angst fortgelassen. In der Vergangenheit hatte schon so manches Mal die Opposition eine Plagiataff√§re um Titelvergaben gef√ľhrt und so manchen Politiker wegen falscher Federn zum Straucheln gebracht. Wahrscheinlich hatte man es deshalb bei K√∂nigen belassen, das konnte ohnehin keiner f√ľr ernst nehmen.

Berlin als gr√∂√ütes boomendes Gr√ľnderzentrum Deutschlands zu bezeichnen war der gr√∂√üte Witz. Kurz um, er beschloss, wie einstmals zur Wende, einen Alleingang zu riskieren. Damals hatte er die DDR-M√§chtigen einfach abgeh√§ngt. Es war genau das Richtige gewesen. Es hatte ihm vor allem Selbstvertrauen gebracht.

Er packte seinen alten Reisekoffer, den er schon so oft f√ľr den Urlaub in Sardinien genutzt hatte und flog zum Wirtschaftsgipfel. Der Flug f√ľhrte √ľber eine s√ľdliche Rute, so dass er aus dem Fenster die W√§lder und Seen Masurens erblicken konnte. Er war fasziniert, als Kind hatte er so oft die Flugzeuge so hoch oben am Himmel in die Wolken bestaunt. Nun sa√ü er selbst darin.

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