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Wohin mit Königsberg

29/01/2016 18:49 CET | Aktualisiert 29/01/2017 11:12 CET
Sasha Mordovets via Getty Images

Russland hatte den anfänglichen, demokratischen Weg seiner Vergangenheitsbewältigung verlassen. Die alten imperialen Kräfte um Putin begannen wieder einmal den starken Staat zu installieren. Die liberalen Kräfte verloren zusehends an Einfluss. Die damit ausgelösten Turbulenzen spürte man sehr wohl auch an der sensiblen Westgrenze, der Oblast Kaliningrad.

Schon der Zar hatte den imperialen Traum Königsberg zu seiner westlichsten Seefestung auszubauen. Wahrscheinlich könnte auch Putin dem nicht widerstehen. Der Ruf vieler Russen nach einem Starken Mann macht dem Westen Angst. „Wohin mit Königsberg" wirbt für ein liberales Denken einer mehrheitlich von Russen gebildeten Bevölkerung der Oblast Kaliningrad.

Plötzlich nehmen wir die Probleme wieder war

Wir Westeuropäer sind in gewisser Hinsicht blind gegenüber den ethnischen Auseinandersetzungen im Osten geworden. Der Ukrainekrieg hatte uns wieder einmal unverhohlen bis ins Mark erschüttert. Plötzlich nehmen wir die Probleme wieder war. Das Baltikum könnte es in ähnlicher weise treffen. Aber auch hier und auch bei unseren unmittelbaren ausländischen Mitbürgern begreifen wir die ethnischen Probleme nur sehr zögerlich.

In der heutigen Zeit gewinnt die Frage nach der Volkszugehörigkeit wieder an Bedeutung. Das Potential für Gewalt hat in diesen Gruppen drastisch zugenommen und seine Wirkung ist längst bis in unsere unmittelbaren Lebensbereiche vorgedrungen. Daran kann auch der Staat mit seinen Schutzfunktionen nichts ändern, denn er selbst trägt an dem Übel die Hauptschuld.

Er lebt förmlich vom Nationalismus, welcher auch der Hauptgrund für Völkerhass und Krieg ist. Die ethnischen Auseinandersetzungen verlaufen wie einst sehr blutig und wir Europäer sind aus der Zeit des Kalten Krieges durchaus leichtsinnig in eine Phase begrenzter heißer kriegerischer Auseinandersetzungen hineingeraten. Diese Kriege wären vermutlich vermeidbar gewesen. Es war einfach kein genügend starker Wille zur demokratischen Auseinandersetzung vorhanden.

Übermächtiger Nationalismus

Die nationalistischen Bestrebungen skrupelloser Politiker sind ganz plötzlich in den Vordergrund geraten. Der Nationalismus schlich sich ein und wurde insbesondere im Osten übermächtig. Zu lange hatten ihn einstmals die Kommunisten wie einen Flaschengeist unterdrückt.

Als der Deckel weg war, ist er entwichen. Dieser nach Verwesung stinkende Geist ist schon sehr alt. Der Nationalismus hatte in der Vergangenheit und wird auch in der Zukunft den Völkern viel Leid zuführen. Wir müssen ihn bekämpfen. Der erste und auch der wesentlichste Schritt hierzu ist die Aufklärung.

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