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Das gehörte Sehen

18/11/2015 18:22 CET | Aktualisiert 14/11/2016 11:12 CET

Die Fledermaus erzeugt so Schallwellen, die den Raum ausleuchten. Ein getroffenes Hindernis sendet das Spektrum seiner Oberfläche zu den Ohren der Fledermaus zurück. Ähnlich dem Auge wird das Klangbild durch das Ohr Auf das Trommelfeld scharf abgebildet und über Rezeptoren in das Gehirn weitergeleitet.

Das Gehirn der Fledermaus kann das komplexe trommeln der Phononen verstehen und macht sich ein außerordentlich scharfes Bild daraus. Wir wissen, dass Phononen das Umfeld wesentlich schärfer und tiefer ausleuchten als Licht. Außerdem sind sehr viele Stoffe für Phononen durchsichtig. Dass verschafft der Fledermaus einen unheimlichen Durchblick.

Sie erkennt das strömende Blut in unseren Adern und dies nicht nur weil die kleinen Biester Vampire sind. Die Welt einer Fledermaus ist einfach fantastisch. Es gibt viele Lebewesen die in dieser weise Schallwellen verstehen. Dem Menschen ist dieser Sinn verlorengegangen. Wir empfinden zwar immer noch Klangbilder jedoch ohne den Bezug zur Umgebung. Wir sehen lediglich die Laternen und um sie ist alles Dunkel. Wir haben ihren Sinn verloren. Es ist etwas Abstraktes daraus geworden. Die Schönheit empfinden wir im Rhythmus und als Melodie, es sind Überbleibsel einer längst vergangenen Zeit.

Im Kehlkopf erzeugen wir Schallwellen. Ausströmende Luft wird mit Stimmbändern in Schwingung gebracht, die Druckstöße lösen im Mund und Rachen stehende Wellen aus. Die energiereichen Strahlen breiten sich fächerartig aus.

Mag sein, dass die Tiere unsere Töne als ein wirres Zeug begreifen. Den Gesang von Tieren, empfinden wir Menschen, Gott sei Dank, immer noch als sehr schön. Gleichwohl wir ihren ursprünglichen Sinn nicht mehr begreifen.

Das gleiche ist auch mit unsern Geruchsinn geschehen. Die komplexen Geruchsbilder insbesondere die Fähigkeit eine Witterung aufzunehmen haben wir verloren. Auch unser Tastsinn hatte über viele Jahrtausende seine ursprüngliche Empfindlichkeit verlernt.

All diese Verluste haben wir durch den Informationsaustausch mit unseren Nachbarn zu kompensieren versucht. Es war auch der Hauptgrund dafür, eine Sprache in die Sippe zu tragen. Auch die Tiere haben eine Sprache, Sie zeigen sehr deutlich ihre Gefühle.

Wir beachten sie jedoch nicht. Wie sollen wir es auch können, es fehlt uns ganz einfach der Sinn danach. Dem Menschen ist auch der gemeinsame natürliche Lebensraum verlorengegangen. Dabei macht unser Bauchgefühl eine Kommunikation mit unseren Haustieren immer noch möglich und dies besonders mit dem allzeit hungrigen Nachwuchs.

In letzter Zeit haben unsere Maschinen es fertiggebracht auch Schallbilder uns Menschen wieder sichtbar zu machen. In der Medizin leisten sie wertvolle Hilfe. Gegenüber dem was die Tiere sehen, erscheinen unsere modernsten, Bildgebenden-Ultraschallgeräte geradezu rudimentär. Die Welt der Tiere ist wesentlich schöner, ja sie muss geradezu wundervoll sein.

Sie muss voller Farbenpracht und fantastischer Schärfe sein.

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