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Reisen ohne westlichen Schnickschnack und fernab der Komfortzone

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Wir sind von Natur aus Entdecker, und doch macht uns unsere Gesellschaft in der schönsten Zeit des Jahres zu Touristen. Was ich damit meine? Echtes Reisen sollte sich anfühlen wie ein Trip ins Unbekannte, der etwas in mir anstößt und verändert.

Wenn ich zurückkomme, kann ich im Idealfall erst richtig wertschätzen, was ich in meinem Alltag eigentlich habe. Außerdem erdet es mich und ermöglicht es mir, meinen winzigen Platz im Universum realistisch einzuschätzen. Doch dafür muss ich zunächst einmal raus aus meiner persönlichen Komfortzone.

Leider ist es so, dass die meisten Reiseangebote anders aussehen. Katalogseiten über Katalogseiten listen alle möglichen Annehmlichkeiten auf, die mir das Gefühl geben sollen, ich wäre nie von zuhause weggefahren. Das ist doch absurd.

Am Ende geht es doch darum, die Werte die uns zuhause wichtig sind - soziale Gerechtigkeit, ökologisch hergestelltes Essen, schonender Umgang mit Ressourcen, etc. - auch auf Reisen zu leben. Manchmal reicht es auch schon zu hinterfragen, mit welchem Veranstalter man unterwegs ist, wohin das Geld fließt oder ob auch Einheimische davon profitieren.

In den meisten Urlaubsländern führen die Menschen ein einfacheres Leben als wir. Es bedeutet ihnen sehr viel, wenn wir handgemachte Dinge auf Märkten kaufen oder lokale Taxis nutzen. Und so bin ich persönlich fest davon überzeugt, dass das Reisen - wenn man es richtig anpackt - riesiges Potenzial hat, den Reichtum in unserer Welt auf gerechte Art umzuverteilen.

Ich wĂĽnsche mir, dass wir zu gebildeten Reisenden werden

Wenn ich einen Blick in die Glaskugel werfen dürfte, dann würde ich mir für die nächsten Jahrzehnte wünschen, dass wir Konsumenten insgesamt zu gebildeteren Reisenden werden. Wenn wir klügere Kaufentscheidungen treffen, werden die Unternehmen letztlich reagieren und passende Angebote und Produkte schaffen. Wir haben also die Kontrolle.

Im Moment gibt es eine schier unübersichtliche Menge an Informationen - das ist eine sehr spannende und aufregende Zeit. Und es wird der Moment kommen, wo die Menschen diese Informationen nutzen werden, um bewusstere Entscheidungen zu treffen. Und das wird unsere Wirtschaft, und auch die Reiseindustrie maßgeblich verändern.

Doch viele Kleinigkeiten können wir schon jetzt beherzigen und erleben auf einmal Dinge, die unseren Horizont erweitern und uns unglaublich weiterbringen - und zwar sowohl auf Reisen als auch im Alltag. Das Allerwichtigste: Es ist nichts einzuwenden gegen eine gute Planung und Vorbereitung. Aber jeden Moment könnte etwas Unerwartetes passieren, und genau diese Momente sind es oft, die ewig in Erinnerung bleiben.

Deshalb empfehle ich immer, Zeit für das Unerwartete einzuplanen. Auch beim Gepäck ist weniger oft mehr: Wie viele Dinge brauche ich denn unterwegs wirklich? Meist würde ein kleiner Rucksack ausreichen, und statt dem dritten Paar Schuhe lieber eine Kamera um die schönsten Momente festzuhalten.

Diese Erfahrungen kann kein Geld der Welt bezahlen

Außerdem versuche ich bei jeder Reise, mit einem Einheimischen zu essen. Ich versuche entweder, mit jemandem ins Gespräch zu kommen oder frage ganz direkt, ob ich mich mit an den Tisch setzen darf. Das sind Erfahrungen, die kein Geld der Welt bezahlen kann.

Klar, dafĂĽr muss ich mich zum Teil auch mal ĂĽberwinden und meine Komfortzone verlassen. Wir werden von klein so stark darauf konditioniert, uns an Altvertrautem zu orientieren, dass es uns Angst macht, wenn wir neue Wege beschreiten sollen. Die eigene Angst vor dem Unbekannten zu ĂĽberwinden und die sich selbst auferlegten Grenzen hinter sich zu lassen - das ist fĂĽr mich die wahre Freiheit und die Grundvoraussetzung fĂĽr dauerhaftes GlĂĽck.

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Ich hatte das Privileg, viel Zeit mit Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama verbringen zu dĂĽrfen. Er war und ist eine groĂźe Inspiration fĂĽr mich, aber - auch wenn einige meiner Gedanken sicherlich danach klingen - ich bin kein Buddhist.

Der Glaube, und zwar egal woran, ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Organisierte Religion ist hingegen nicht unbedingt mein Ding. Bei allen Glaubensrichtungen geht es doch am Ende darum, was einen guten Menschen ausmacht.

Der Autor hat folgende Bücher veröffenticht:

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