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Meditation: So viel mehr als nur Ansehen und Loslassen.

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Den meisten Menschen wurde beigebracht, beim Sitzen in der Meditation ihre Gedanken, GefĂŒhle, alles, was ins Bewusstsein kommt zu beobachten und gehen zu lassen. Sich auf den Atem konzentrieren. Einfach schauen, was hochkommt und es gehen lassen. Sich auf den Atem konzentrieren.

Die BeschĂ€ftigung mit dem Anschauen und Loslassen in der Meditation kann sehr einfach die Trennung zwischen unserem kleinen mentalen Strom und dem großen Körper der Bewusstheit dessen, wer wir wirklich sind, fortfĂŒhren. Die mentale AktivitĂ€t zu beobachten und loszulassen kann uns mit der GeschĂ€ftigkeit unseres Ichs so beschĂ€ftigt halten, dass wir von den tieferen Ebenen der Meditation ferngehalten werden. Es ist in tiefer Meditation, wo wir die Liebe zu unserem Kern-Selbst und ein großes inneres Universum entdecken. In anderen Worten: Meditation ist viel mehr als nur ansehen und loslassen. Kein Wunder, dass viele Menschen das tĂ€gliche Sitzen aufgeben. Die endlosen Gedanken, MĂŒdigkeit, Langeweile, die jedes Mal auf uns zu warten scheinen, wenn wir uns hinsetzen, sind kein großer Anreiz, um eine Meditationspraxis fortzufĂŒhren.

Mit Aufmerksamkeit zusehen und loszulassen, kann zur Abwertung unserer Gedanken, GefĂŒhle, Geschichte unseres Lebens fĂŒhren. Wenn uns gesagt wird, dass das Leben, das an unserem inneren Bildschirm vorbei zieht, nur Ablenkung ist, nur Wolken am großen Himmel des Bewusstseins, kann es sein, dass wir wichtige Teile dessen, wer wir sind, abwerten. Die Gedanken und GefĂŒhle, die wir sehen und von denen wir hoffen, dass sie verschwinden, verlieren ihre Lebenskraft. Wir können vergessen, dass es Bestimmung gibt. In unserer losgelösten Beobachtung und in unserem Wunsch, alles loszulassen, kann es sein, dass wir lösen und loslassen statt das Leben zu umarmen.

Die Gedanken, GefĂŒhle und Geschichten, die unser Bewusstsein fĂŒllen, sind Ausdruck unserer Lebensenergie. Dies sind unsere Gedanken, unsere GefĂŒhle, von denen uns gesagt wird, dass sie die Klarheit der Meditation unterbrechen. Wenn wir nur zusehen und loslassen, kann es sein, dass wir uns abtrennen von der Macht, vom Lebenssaft, von dem unsere Gedanken und GefĂŒhle herrĂŒhren und aus dem sie gemacht sind. Statt uns grĂ¶ĂŸer zu fĂŒhlen, kann es sein, dass wir zurĂŒck bleiben und uns klein und erfolglos fĂŒhlen. Viele Menschen versuchen es und geben das Meditieren wieder auf. Sie fĂŒhlen, dass es vielleicht toll fĂŒr andere ist, aber fĂŒr sich selbst, darĂŒber nachzudenken, nicht zu denken, scheint eine Verschwendung von Zeit und MĂŒhe.

Zusehen und Loslassen unserer geistigen AktivitĂ€t kann in sich selbst eine Übung von geradezu noch mehr geistiger AktivitĂ€t sein. Es kann ein unendliches Abenteuer des Egos sein, sich zu beobachten und zu versuchen, sich selbst loszulassen. Anstatt zu versuchen, unser greifendes Ego dazu zubekommen sich selbst loszulassen, gibt es eine liebevolle PrĂ€senz, die Liebe unserer natĂŒrlichen Bewusstheit, die uns tiefer nach Innen einlĂ€dt. Die Hoffnung und Kraft von Meditation ist es, den Fluss unserer geistigen Welt in den Ozean des Seins zu erweitern, das wir wirklich sind. Sitzen und auf flĂŒchtige Augenblicke klarer Sicht warten inmitten eines belebten mentalen Stroms, ist nicht das Gleiche wie klar sein, und dabei das Bewusstsein als einen großen Körper voll friedlicher PrĂ€senz zu erfahren.

Der Weg zur großen Liebe unseres Wesenskerns beginnt mit WertschĂ€tzung und Umarmung der Gedanken und GefĂŒhle, die in unserer Meditation vorbeiziehen. Statt nur zuzusehen und loszulassen, können wir unseren mentalen Strom umarmen. Wenn wir den Strom von Gedanken umarmen, kommen wir sofort zu unserer Herzensessenz. Meditation ist diese Umarmung, das FĂŒhlen der PrĂ€senz unseres Herzens in unserer Bewusstheit. Diese PrĂ€senz ist unter, in und rund um die innere Stimme, dem Gedankenstrom. Da unser Bewusstsein die grĂ¶ĂŸere PrĂ€senz, die wir innerlich finden, beinhaltet, verlangsamt sich der Motor unseres Geistes, die geschĂ€ftige Stimme unseres Egos beruhigt sich.

Unsere Erfahrung des Herzens wird gestĂ€rkt. Wir warten nicht mehr auf einen Abbruch der Wolken, eine Lichtung unserer Gedanken. Meditation ist das GefĂŒhl, den Körper der Gegenwart in unserem Herzen zu spĂŒren. Unsere Meditation ist grĂ¶ĂŸer als das Denken und FĂŒhlen, dass in unserem inneren Fluss hinab strömt. Meditation ist die tĂ€gliche Verbindung mit dem Teil von uns, der viel grĂ¶ĂŸer ist.

Mit etwas Übung, egal was fĂŒr oder wie viele Gedanken und GefĂŒhle kommen und gehen, identifizieren wir uns mit etwas mehr, einer glĂ€nzenden Stille, der sanften Weite, der Ehrfurcht , die in uns ist. Meditation verĂ€ndert unsere Identifikation aus dem engen Fokus von Denken und FĂŒhlen. Meditation sitzt mit etwas GrĂ¶ĂŸerem als der heutigen Seite in diesem Kapitel unserer Lebensgeschichte. Meditation ist die Erinnerung an den ausgedehnten Frieden in unserem Herzen, der so viel mehr als die Höhen und Tiefen auf jeder Seite unserer persönlichen Geschichte ist.

Meditation ist das direkte Empfangen unserer Herzensessenz. Unsere mentale AktivitĂ€t vermindert sich, wenn wir die innere Quelle unserer Leichtigkeit des Seins erfahren. Die StĂ€rke der geschĂ€ftigen mentalen AktivitĂ€t nimmt ab, wĂ€hrend das Bewusstsein unserer inneren Stille wĂ€chst. Wir fangen an, unser Kern-Selbst zu erleben, unser Nicht-Selbst, das mit seiner GrĂ¶ĂŸe die unnötige Gewohnheit, immer zu denken, heilt. Wir können lernen, herzerfĂŒllt prĂ€sent zu sein.

Wenn wir uns die Zeit nehmen, um zu meditieren, dann lass uns nicht einfach hier sitzen, sehen und loszulassen.

Mehr als aufmerksam zu sein, brauchen wir es, herzerfĂŒllt zu sein. Mehr als die Suche nach ein paar zentrierenden Worten, können wir direkt die innere Ruhe empfangen, die uns trĂ€gt. In tiefer Meditation gibt es Bereiche zu entdecken der vollstĂ€ndige Akzeptanz, eine IntimitĂ€t von Seele und Geist.

Wenn unsere Meditationskultur wĂ€chst und sich ausbreitet, ist es wichtig, dass wir uns gegenseitig zum wahren Garten fĂŒhren. Das ist die eigentliche Frucht, die Meditation bereit hĂ€lt. Heilige Leere wartet auf uns. Diese Leere fĂŒllt den Teil von uns, unsere Persönlichkeit, die scheinbar immer zu kĂ€mpfen hat. Dieses Heiligtum der Leere heilt den Teil von uns, der mehr will, der beschĂ€ftigt sein muss, der nicht genug haben kann, egal wie viel wir haben.

Es gibt ein inneres Zuhause in Jedem von uns. Seine WÀnde, Dach und Boden sind ein Diamantlicht der unbegrenzten Leere. Dieses Zuhause spricht direkt zu unserem Materialismus, Gier, Wut und Misstrauen. Heiligkeit ist ein Wort mit Bedeutung, wenn wir uns der sehr realen wortlosen Begegnung einer liebenden Leere öffnen, die voll warmer PrÀsenz ist.

Meditation ist so viel mehr als ansehen und loslassen. Das Leben ist viel mehr als Beobachten, Loslassen des Greifens, und zu versuchen, die Ereignisse und Personen unserer Geschichte zu steuern. Meditation nimmt den Schleier, erhellt die Filter und enthĂŒllt unsere Essenz und wahres Sein. Meditation ist Hingabe, VerstĂ€ndnis, Demut und Freude. Meditation ist wahr, immer wenn unser Herz beteiligt ist. Wir entdecken das Bewusstsein. Meditation ist das Hinwegwaschen all dessen, was die Göttlichkeit der Bewusstheit besetzt hĂ€lt.

Dieses tÀgliche Bad unserer Bewusstheit ist wichtig, wenn wir in Kontakt mit unserem nicht-weltlichem Selbst bleiben wollen, unserem wahren Selbst, unserer Unschuld und der Schönheit des Lebens. Sage jedem, der zögerlich versucht oder dabei ist Meditation aufzugeben, dass das magische Leben seines Herzens und seine tiefe Freude davon abhÀngt. Meditation saugt die Essenz unseres Herzens auf und befreit unseren Geist. Meditation bringt uns den Reichtum des Bewusstseins, innere Welten jenseits unserer Vorstellungskraft, und vielleicht am Wichtigsten die Einfachheit dieses Moments der Liebe.

Bruce Davis, Ph.D. ist Meditations-Retreat-Leiter und leitender Direktor der Assisi Retreats in Italien und Silent Stay Retreat Home & Hermitage in Napa Kalifornien.