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Das Leben nach einem spirituellen Erwachen

21/02/2016 13:36 CET | Aktualisiert 21/02/2017 11:12 CET
KristinaJovanovic via Getty Images

Vor Kurzem war ich in Bali und gab dort eine Stille-Retreat inmitten von Bali´s Shangri-la-ähnlichen Reisfeldern und ihrer besonderen Spiritualität. Die Balinesen haben eine Spiritualität, die voll ist von Herz. Es beginnt damit, die Leere wahrzunehmen und setzt sich fort in tagtäglichem Darbringen, dem Darbringen von allem, was im Herzen ist, von allem, was im Leben da ist. Menschen von überall in der Welt fühlen und sehen ihre besondere Kultur, ihr einzigartiges Sein. Bali ist so eine vibrierende Insel von unglaublich viel Leben und Freude!

Während unseres Retreats bekam ein Gruppenmitglied ein Fieber. Als ihr Körper sie in die Tiefe zog, wurde sie gewahr, wie nackt und verletzlich das Leben ist. Auf einmal fühlte und schaute sie nach innen, um dort ein Öffnen ihres Herzens wahrzunehmen. Ein kleines Sich-Öffnen, das größer und größer wurde, sobald sie sich ihm näherte. Als ihr Bewusstsein hinein in diese Öffnung wanderte, fand sie dort eine sich unendlich ausdehnende Weite.

Bevor sie wusste, wie, war sie inmitten dieser Weite von strahlendem Licht jenseits der Worte. Es war strahlender als strahlend, es war unglaublich strahlend. Und all dieses Licht war rein, reiner als rein. Alles, was sie sagen konnte, war:„ Da war so viel Licht! Ich schaute dieses Licht nicht an. Ich war dieses Licht in diesen Momenten oder Minuten, ich habe keine Ahnung, wie lange es gedauert hat, ich wusste, dass dieses weite Universum von Licht ist das, was ich bin. Da gibt es nichts anderes. Ich bin all dieses unendliche, ewige, strahlende Licht!"

Sie erzählte, dass es da keine Lebensrückschau gab. Sie war nicht tot. Sie hatte keine Medikamente genommen. Sie hatte keine Halluzinationen. Sie war ihr ganz normales Selbst. Sie sagte:„ Mein Körper hatte einfach ein Fieber, während er im Retreat war in einem fremden Land, das, wie ich es jetzt glaube, mich hinführte zu dieser Erfahrung. Es gab keine engelhaften oder andere Wesen. Dennoch weiss ich, dass ich auf der anderen Seite war; und die andere Seite ist in meinem Herzen. Die andere Seite ist kein entfernter Ort für uns alle sondern mitten in unseren Herzen."

Sie kam langsam zurück in ihren Körper; sie wurde gewahr, wie schwer, dicht und entfernt die mentale Welt von jenem Licht ist, das sie gerade eben verlassen hatte. Tief in ihrem Innern war sie noch immer in diesem großen Licht. Ihr wahres Selbst war so lebendig und es erfüllte sie. Als ihr Fieber langsam wieder verschwand, war alles, was sie sagen konnte, wie anders das alltägliche Leben ist im Vergleich zur wahren Welt, der Ewigkeit im Innern. Daneben dauerte ihre Erfahrung an. Im Innern ist diese andere Welt, all dieses Licht. Dieses Reich in ihrem Herzen ist so vollkommen, so vertraut. Da gibt es keine Trennung.

In den vielen Jahren ihrer Meditationspraxis hat sie zwar Erfahrungen von einer größeren Realität in ihr und um sie herum gemacht. „Aber ich bin noch nie so vollkommen absorbiert worden, so völlig weg und mitgenommen hinein in dieses Licht," erklärte sie. „Es gab keinen Teil von mir, der außen oder getrennt war. Ich war nur sich ausdehnendes Licht. Und die Momente, Minuten, scheinbar endlose Zeit, dehnte sich für immer aus in noch größeres Licht."

Das Fieber war weg, sie war wieder sie selbst, aber sie sagte:" Ich bin nicht wirklich zurück. Nahezu in jedem Moment ist dieses Licht noch immer in meinem Bewusstsein; genauso wie meine Gedanken, Gefühle und meine Persönlichkeit so sind wie zuvor." Sie begann sich zu fragen, wie sie selbst und so viele viele andere Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, in beiden Welten leben können?

Sie sagte gerade heraus: „Um ehrlich zu sein, nichts scheint in dieser Welt wichtig zu sein, wenn es neben all diesem Licht steht." Sehnsüchte verändern sich, Sorgen verändern sich, aber der jetzige Moment ist alles, teilte sie uns mit. Wir diskutieren über Psychologie, Meditation, Religion und, natürlich, über Politik. „Es ist alles so primitiv, so weit weg vom Licht in unserem Herzen", sie schüttelt ihre Kopf in Unglauben. „Die Welt ist voller Nonsens.

Angefangen von der Debatte, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, da ist so viel Nonsens." Wir stimmten ihr zu; unsere normale mentale Kultur ist so getrennt von unseren Herzen. Kein Wunder, dass wir diese Debatten haben und dass wir uns mit so viel Zerstreuung ablenken. Als Kultur sind wir so getrennt vom Licht.

Noch tagelang saß sie und blieb in ihrer Erfahrung. Was macht Sinn? Die einfache Präsenz des Lebens sprach zu ihr. Partner, Kinder, die Verletzlichkeit dieser Welt berührten sie zutiefst. Sie grübelte:" Es ist erstaunlich, dass diese Welt so gut funktioniert, während sie so weit entfernt ist von dem, was wir wirklich sind, von all diesem Licht." Erfolg, Ziele, Anstrengung für irgendetwas anderes als das Licht des Herzens zu erfahren, hat für sie wirklich keinen Wert - wenigstens in diesen Tagen.

In Bali bringen die Menschen täglich alles dar. Sie nehmen ihre Leere wahr und bringen wieder und wieder ihre Herzen dar. Und Du kannst es an ihrem inneren Frieden erkennen - sie kennen dieses Licht. Kinder werden gehalten und berühren den Boden in ihren ersten sechs Lebensmonaten nie.

Die Toten werden nicht plötzlich ignoriert oder es wird nicht versucht, sie zu vergessen wie in unserer Kultur. Sie werden wertgeschätzt, genährt, angezogen und geliebt. Die Ahnen, die andere Seite, ist vertraut mit allem im Leben. Die andere Seite ist jeden Tag lebendig, wenn man einmal spirituell erwacht ist. Sie konnte Bezug darauf nehmen!

Nachdem sie so vollständig im Licht war, berichtete sie, dass ihr Leben geborgte Zeit ist. „Ich kann noch einige Tage hier sein oder noch weitere zwanzig Jahre. Das Leben ist ein Geschenk; aber es ist ein noch größeres Geschenk, wenn ich jeden Tag damit verbringe, diese Licht zu absorbieren und zu sein." Wir diskutierten, wie erstaunlich es ist, so menschlich und göttlich zugleich zu sein.

Sie teilte uns mit:" Mein Herz fühlt sich verbunden mit all den vielen Menschen auf allen Wegen des Lebens, die wissend dieses große Licht in ihrem Innern tragen. Sie sind so lebendig in ihren Herzen. Und wer sieht sie? Wer wertschätzt sie?" Ja, stimmten wir zu, viele Menschen, die spirituell erwacht sind, wissen um die große Vertrautheit der anderen Seite und haben niemanden, mit dem sei darüber reden können, niemanden, der ihnen hilft, hineinzuwachsen in die Vertrautheit von so viel Licht.

Ihr Herz umarmt die Leere nun in all seiner Menschlichkeit, sagt sie. Ihre spirituelle Praxis erinnert sich an die Leere und das Darbringen. „Da gibt es so viel. Jeden Tag in so viel von der Weite des Lebens zu verbringen, der Weite des Lichts - das ist viel. Ich stelle mir eine Welt vor, in der Kinder, die Kranken, die alten Menschen, jeder ermutigt wird, dieses große Licht zu finden und zu genießen, den Glanz ihrer eigenen Herzen."

Sie wundert sich auch:" Können wir die Klarheit und das Verständnis fühlen, die Demut und die Liebe?" Ich konnte sehen, dass sie ihr Bestes gab, in dieser Welt zu sein und dabei ihr Bewusstsein frei zu lassen, frei im reinen Leuchten von dem, was sie im Innern gefunden hatte.

Als wir Bali und diese magische Schönheit verließen, waren wir durchdrungen und durchnässt von Liebe und dem tropischen Segen. Wie können wir zurückkehren, um in einer Kultur zu leben, die nicht glaubt? Das Retreat, die Stille des Herzens, sich Zeit zu nehmen, um mehr zu sein und weniger zu tun, wurden von der Gruppe als wichtig empfunden.

Jeder von und wird in die Leere gerufen und ist aufgerufen, ein balinesisches Herz anzupflanzen, foppten wir uns gegenseitig. Ein balinesisches Herz? Das gibt jedem von uns eine Pause, einen Sinn und Möglichkeiten, wenn wir uns unsere fortgesetzte Reise vorstellen - die Reise in unser wahres Herz.

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