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Eine Krankenschwester verrät: Diese 5 Dinge bereuen Sterbende am häufigsten

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HUGS
Thomas Tolstrup via Getty Images
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Viele Jahre lang arbeitete ich in der Palliativbetreuung, meine Patienten sind nach Hause gekommen, um zu sterben. Wir teilten unglaublich besondere Momente und ich blieb für die letzten drei bis 12 Wochen ihres Lebens bei ihnen.

Menschen entwickeln sich stark weiter, wenn sie mit ihrer eigenen Sterblichkeit konfrontiert werden. Einige der Veränderungen waren phänomenal: Alle Patienten erlebten eine Vielfalt von Emotionen.

Wie erwartet gehörten dazu Ablehnung, Angst, Wut, Reue, noch mehr Ablehnung und schließlich Akzeptanz. Jeder einzelne Patient fand seinen Frieden, bevor sein Leben zu Ende ging, jeder einzelne.

Wenn sie nach Dingen gefragt wurden, die sie bereuten oder die sie anders gemacht hätten, kamen immer wieder die selben altbekannten Themen an die Oberfläche. Am häufigsten wurden folgende genannt:

1. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir im Leben treu zu bleiben und nicht das Leben zu leben, das andere von mir erwarteten

Das war die häufigste Ursache für Reue von allen. Wenn Menschen realisieren, dass ihr Leben fast vorbei ist und sie es genauer betrachten, wird leicht erkennbar, welche Träume unerfüllt geblieben sind.

Passend zum Thema: Wie du dein Leben ruinierst (ohne es zu merken)

Die meisten Menschen hatten nicht einmal die Hälfte ihrer Träume akzeptiert und mussten mit dem Bewusstsein sterben, dass der Grund dafür Entscheidungen waren, die sie getroffen oder nicht getroffen hatten.

Es ist sehr wichtig, auf dem Lebensweg wenigstens einige Ihrer Träume anzunehmen und auszuprobieren. Ab dem Zeitpunkt, an dem Sie Ihre Gesundheit verlieren, ist es zu spät. Bis zu ihrem Verlust merken wenige, welche Freiheit uns Gesundheit verschafft.

2. Ich wünschte, ich hätte nicht so hart gearbeitet

Dieser Satz kam von jedem männlichen Patienten, den ich betreute. Sie verpassten die Jugend ihrer Kinder und die Gesellschaft ihrer Partnerinnen. Auch Frauen sprachen davon, doch weil die meisten aus der älteren Generation stammten, waren viele der weiblichen Patienten keine Brotverdiener.

Alle Männer, die ich pflegte, bedauerten es zutiefst, so viel Zeit ihres Lebens in der Tretmühle einer Arbeiterexistenz verbracht zu haben.

Indem Sie Ihren Lebensstil vereinfachen und bewusste Entscheidungen treffen, ist es möglich, ohne das Gehalt auszukommen, das Sie vermeintlich brauchen. Indem Sie in Ihrem Leben mehr Platz schaffen, werden Sie glücklicher und offener für neue Chancen - diejenigen, die besser zu Ihrem neuen Lebensstil passen.

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3. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, zu meinen Gefühlen zu stehen

Viele Menschen unterdrückten ihre Gefühle, um in Frieden mit anderen zu leben. Deswegen ließen sie sich in einer mittelmäßigen Existenz nieder und wurden niemals zu der Person, die sie nach ihren Fähigkeiten hätten sein können.

Viele entwickelten deshalb Krankheiten, die in Verbindung zu ihrer Bitterkeit und ihrem Groll standen.

Wir können die Reaktionen der anderen nicht kontrollieren, aber obwohl andere zu Anfang vielleicht darauf reagieren, wenn man sich verändert und frei heraus spricht, wird es am Ende die Beziehung auf ein neues und gesünderes Level anheben. Wenn das nicht passiert, verbannt die Veränderung alle ungesunden Beziehungen aus Ihrem Leben - in jedem Fall gewinnen Sie.

4. Ich wünschte, ich hätte Kontakt zu meinen Freunden gehalten

Oftmals merkten sie nicht, wie wichtig alte Freunde sind. Bis sie in den letzten Wochen ihres Lebens angelangt waren und es nicht immer möglich war, sie wieder ausfindig zu machen. Viele waren so beschäftigt mit ihrem eigenen Leben, dass sie wertvolle Freundschaften über die Jahre durch die Finger hatten gleiten lassen.

Es gab viele, die es zutiefst bereuten, für die Freundschaften nicht die Zeit und die Mühe aufgewendet zu haben, die sie verdient gehabt hätten. Jeder vermisst seine Freunde, wenn er stirbt.

Es ist eine alltägliche Erfahrung für jeden, der viel arbeitet, dass man Freundschaften leicht aus den Augen verlieren kann. Aber wenn man mit seinem nahenden Tod konfrontiert wird, werden die materiellen Kleinigkeiten des Lebens unwichtig.

Die Menschen möchten zwar ihre finanziellen Angelegenheiten ordnen, aber weder Geld noch Status sind wirklich wichtig für sie. Vielmehr möchten sie die Dinge für ihre Liebsten regeln.

Normalerweise sind sie aber zu krank und zu erschöpft, um diese Aufgabe jemals zu bewältigen. Am Ende läuft alles auf Liebe und Beziehungen hinaus. Das ist alles, was bleibt in den letzten Wochen: Liebe und Beziehungen.

5. Ich wünschte, ich hätte mir selbst erlaubt, glücklicher zu sein

Dieser Wunsch kommt überraschend häufig vor. Viele merkten bis zum Schluss nicht, dass es eine Entscheidung ist, glücklich zu sein. Sie waren gefangen in alten Verhaltensweisen und Gewohnheiten. Der sogenannte „Schutz" des Vertrauten überlagerte ihre Emotionen genauso wie ihr alltägliches Leben.

Angst vor Veränderungen ließ sie vor anderen und vor sich selbst vorgeben, sie wären zufrieden. Tief in ihnen sehnten sie sich allerdings danach, ordentlich zu lachen und wieder Albernheit in ihrem Leben zu haben.

Wenn Sie auf dem Totenbett sind, sind Ihre Gedanken weit davon entfernt, was andere Leute von Ihnen denken. Wie wunderbar ist es dagegen, schon lange bevor man stirbt loszulassen und wieder zu lächeln!

Das Leben ist eine Entscheidung. Es ist IHR Leben. Wählen Sie bewusst, wählen Sie weise, wählen Sie ehrlich. Entscheiden Sie sich dafür, glücklich zu sein.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Inspiration and Chai veröffentlicht.

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