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10 Sätze, die du nie zu deinem Partner sagen solltest

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Sylvain Sonnet via Getty Images
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Du willst die sprichwörtliche Couch in deiner Beziehung um jeden Preis vermeiden? Dann pass auf, was du sagst.

Hier teilen Psychologen und Beziehungsexperten zehn Dinge mit dir, die du nie zu deiner besseren Hälfte sagen solltest.

1. „Warum tust du nie das, worum ich dich bitte?"

Du bist schon zum Scheitern verurteilt, wenn du mit solchen schwarz-weiß-, alles-oder-nichts-Sätzen um dich wirfst, so Sirota, Psychologin und Autorin des Buches "Women Decoded: The Secret Strategy for Relationship Success" (kommt dir „Du spülst nie das Geschirr!" oder „Warum denke immer nur ich an unseren Hochzeitstag?" bekannt vor?)

„Es impliziert, dass jemand Dinge immer nur auf eine einzige negative Art und Weise tut, und das kann einfach nicht stimmen", sagt Sirota. „Dein Partner fühlt sich in die Ecke gedrängt und wird sich defensiv und vielleicht sogar gereizt dir gegenüber verhalten."

Statt zu generalisieren sollte man lieber ein ganz konkretes Beispiel ansprechen, dass einen stört, rät Sirota.

2. „Du bist genau wie deine Mutter/dein Vater."

Es ist ganz egal, was für ein tolles Verhältnis dein Partner oder deine Partnerin zu seinen oder ihren Eltern hat: sie mit Mama oder Papa zu vergleichen ist ein Tiefschlag, selbst wenn der Vergleich stimmt, so Megan Fleming, eine Psychologin und Psychologie-Dozentin an der Cornell University in New York.

„Wir alle kennen bestimmte Verhaltensmuster, die wir überhaupt nicht mögen, manchmal jedoch haben wir diese reaktiven Verhaltensweisen in Momenten der Frustration vielleicht unbewusst oder auch bewusst übernommen", sagt Fleming gegenüber der Huffington Post.

Statt seinen Partner/seine Partnerin und die Schwiegereltern durch einen Vergleich zu beleidigen, schlägt Fleming vor, gemeinsam die negativen, übernommenen Verhaltensweisen zu identifizieren. Wenn man diese erst einmal erkannt hat, kann der Partner auch daran arbeiten.

3. „Wir müssen reden, aber jetzt passt es nicht."

Wenn du diese großen Beziehungsgespräche immer nur aufschiebst,
dann musst du dich folgendes fragen: wird der richtige Zeitpunkt jemals kommen? Schlimmer noch, die Unsicherheit bezüglich dessen, was eigentlich los ist, führt bei deinem Partner/deiner Partnerin zu Unwohlsein und Angespanntheit, so Susan Krauss Whitbourne, Psychologin und Autorin des Blogs „Fulfillment At Any Age" der Zeitschrift Psychology Today.

„So wird ein Umfeld voller Angst und Unsicherheit geschaffen, ohne für ein Ventil zu sorgen, sich dieser Gefühle zu entledigen", erklärt sie. „Außerdem ist es eine Kontroll-Aussage. Wenn Du Gesprächsbedarf hast, dann warte auf den richtigen Zeitpunkt und frage deinen Partner/deine Partnerin, ob auch sie oder er sich die nötige Zeit nehmen kann."

4. „Sag nichts." (oder schlimmer noch: „Halt die Klappe.")

Wenn du dich dabei erwischt, wie du deinem Partner oder deiner Partnerin mitten in einer Auseinandersetzung ein „halt die Klappe!" entgegen schleuderst, dann geh' direkt ins Gefängnis, gehe nicht über Los und ziehe nicht 400€ ein. Du hast einen riesen Fehler gemacht und verdienst es nicht besser.

„Diese Phrase ist kontrollierend, respektlos und tötet jede Kommunikation", so Kurt Smith, ein Therapeut, der sich auf die Beratung von Männern spezialisiert. „Die Lebensader jeder Ehe ist Kommunikation. Und diese Phrase zerstört beides."

5. „Entspann dich mal!"

Wenn du den Ärger deines Partners oder deiner Partnerin während einer Auseinandersetzung nicht auf die Spitze treiben willst, dann sage ihm oder ihr nicht, dass sie oder er sich „doch bitte mal beruhigen" soll. „Diese Phrase mindert den Stress nicht, vielmehr löst sie Gereiztheit aus und lässt dich als den Bösen dastehen, so Sirota.

„Diese Aussagen implizieren, dass dein Partner oder deine Partnerin nicht in der Lage ist, sich zu kontrollieren. Es fühlt sich an, als würdest du sie wie ein Kind behandeln", fügt Sirota hinzu.

Besser wäre „hey, lass uns beide mal durchatmen und tief Luft holen", so Sirota. „Das wirkt wie eine sanfte Erinnerung, wohingegen man sich durch die andere Phrase einfach in die Ecke gestellt fühlt."

6. „Ich will die Scheidung"

Ganz egal, wie wütend du bist, behaupte nicht gleich, dass du die Nummer eines Scheidungsanwaltes bereits im Handy gespeichert hättest, wenn das nicht wirklich der Fall ist. Wenn sich diese Phrase auch schmerzlich offensichtlich anhört verglichen mit den anderen Aussagen in diesem Artikel, dann wärst du doch überrascht, wie viele Menschen das S-Wort in einer Beratungsstunde ganz unbedacht fallen lassen, so Smith.

„Für einige Paare ist das eine ganz gewöhnliche Drohung, die sie aber nie wahrmachen", erläutert der Therapeut, der seine Praxis in Nordkalifornien hat. „Das Wort „Scheidung" schwächt eine Beziehung und macht sie unsicher. Wachstum und Veränderung werden verhindert."

Mit anderen Worten: verzichte auf leere Drohungen und Ultimaten, wenn du es nicht 100%-ig ernst meinst" erklärt Smith.

7. „Wie bin ich so, verglichen mit deinem/deiner Ex?"

Fragen über den Ex-Partner oder die Ex-Partnerin zu stellen und wie man in einem Vergleich abschneidet, ist sehr riskant, erklärt Fleming. Klar, vielleicht schmeichelt einem so ein Vergleich, aber vielleicht zieht man bei so einem Vergleich auch den Kürzeren.

„Diese Frage ist manipulativ" so Fleming. „Sabotiere dich oder deine Beziehung auf diese Weise nicht selbst."

8. "Du bringst mir gar keine Blumen mehr mit."

Hier stehen Blumen für einfach alles, was deine bessere Hälfte mal getan hat und jetzt nicht mehr tut. Du küsst mich gar nicht mehr auf die Stirn wenn wir zu Bett gehen, du schickst mir den Tag über gar keine süßen Nachrichten mehr. Was auch immer dich stört, wenn du es auf eine anklagenden Art und Weise äußerst, engt das deinen Partner oder deine Partnerin ein und macht eine Antwort schwierig, so Krauss Whitbourne.

„Diese Aussagen sind unrealistisch und zudem ein bisschen passiv-aggressiv", sagt sie. „Es drängt den Partner in eine Abwehrhaltung."

9. „Wir hätten nie heiraten sollen"

Das ist das gleiche wie eine beiläufig angedrohte Scheidung, so Smith.

„Die gesamte Ehe als Fehler zu bezeichnen, ist ein Stachel, der tief ins Herz sticht", erklärt er. „Das ist eine weitere Aussage, die einfach nur verletzen soll und von den eigenen verletzten Gefühlen des Sprechers herrührt. Oft ist es nicht wirklich ernst gemeint, aber es verletzt umso mehr."

10. „Warum kannst du nicht ein bisschen mehr wie er oder sie aussehen?"

Du findest vielleicht, dass David Beckham umwerfend aussieht mit seinem Undercut. Aber deinem Partner auf nicht sehr diplomatische Art und Weise vorzuschlagen, sich auch so einen Haarschnitt machen zu lassen, kommt selten gut an, so Krauss Whitbourne.

„Den Partner mit jemand anders zu vergleichen ist nie eine gute Idee. Ganz besonders nicht, wenn im gleichen Atemzug auch noch Kritik oder eine Anschuldigung mitschwingt", erklärt sie. „Selbst wenn du gefragt wirst, ob Person X besser aussieht, als man selber, dann vermeide um jeden Preis ein Urteil, dass deinen Partner in einem wenig vorteilhaften Licht dastehen lässt. Davon hat niemand was und es endet nur mit verletzten Gefühlen. Du kannst ehrlich antworten, aber vergiss nicht, deinem Partner oder deiner Partnerin auch ein Kompliment zu machen."

Dieser Artikel erschien zuerst in der Huffington Post USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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