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So wird Netzwerken zum Teil einer wertorientierten Unternehmenskultur und zum Treibstoff für innovatives und nachhaltiges Wachstum

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CONNECTING BUSINESS PEOPLE
vm via Getty Images
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Wir leben derzeit in einer total vernetzten Welt und in unserer Kommunikation sind soziale Netzwerke für uns teilweise schon fester Bestandteil in unseren Beziehungen. Und auch Unternehmen schreiben sich immer mehr auf die Fahne, sich als Netzwerkorganisation aufzustellen, um damit Agilität oder die unbestrittene „Kraft der Zusammenarbeit" zu fördern.

Doch wie funktioniert Netzwerken überhaupt in einem Unternehmen und was bitte haben Darth Vader und die „Superhelden" mit Unternehmenskultur zu tun?

Wir wissen: er war der Vater von Luke Skywalker, einem Jedi-Ritter. Und wir wissen auch: er war als Junge ein Tüftler, konnte komplizierte Fluggeräte reparieren, war unerschrocken und die Macht war schon im zarten Alter mit ihm - bis er von der dunklen Seite verführt wurde.

Die Geschichte nimmt jedoch ein gutes Ende: nach seinem Tod und dem Verbrennen seiner menschlichen Überreste kehrte er geläutert und als gute Seele zurück. Oder um es anders auszudrücken: er erstand auf wie Phoenix aus der Asche. Und Asche ist ja bekanntlich auch ein guter Dünger...

Dann gibt es Superhelden wie z. B. die Avengers. Alles Superhelden mit unterschiedlichen Superkräften, die sich gemeinsam vereint für das gute in der Welt einsetzen. Ähnlich auch wie die Musketiere: Einer für alle, alle für einen.

Kommen wir zurück zu Darth Vader und den Jedi-Rittern. Die heutige Zeit ist geprägt durch eine nie dagewesene Dynamik. Alles verändert sich. Gleichzeitig ist in vielen Unternehmen noch ein sehr hierarchisches Denken vorhanden, das sich z. B. in Prozessen, Vorschriften und Regeln zeigt.

Ein Denken und Handeln, das zu Grabenkämpfen, gläsernen Decken, Kontrolle statt Vertrauen geführt und Angst vor Fehlern führt. Vernetzung findet hier nicht statt. Dabei hat die Erfolgsgeschichte viele Unternehmen einst mit Innovationskraft, Wissen und Disziplin begonnen und sie groß werden lassen.



Netzwerken und Kooperation? Alles nur Zeitfresser und Ideenräuber?

Verrückte Welt. Man stelle sich vor: wir werden mit einem Drang geboren, die Welt zu entdecken, sind als Kinder kreativ und die Wissenschaft hat längst bewiesen, dass es unser Urinstinkt ist, mit anderen Menschen in Verbindung sein zu wollen, dass es sogar überlebenswichtig und eine Rolle für unsere seelische und letztlich körperliche Gesundheit spielt. Aber Netzwerken soll nicht gut sein und nichts nutzen? Ein Zeitfresser?

Ja. Es kommt tatsächlich darauf an, wie man es angeht. Ungefragt Visitenkarten zu verteilen, dem anderen ein Ohr abkauen oder desinteressiert in der Ecke herumzustehen, bringt nichts.

Auch der Austausch mit den Kollegen muss nicht jedes Mal in sinnloser Zeitverschwendung am Kaffeeautomaten ausarten. Manch gute Idee wurde dort ausgetauscht und Probleme gelöst - dies nur am Rande.

Und nicht jeder Marktbegleiter ist automatisch ein Konkurrent oder noch schlimmer - ein Feind. Es kann auch durch aus förderlich im Sinne aller Beteiligten sein sich auszutauschen.

Der Austausch von Erfahrung, Wissen und Aufbau zwischenmenschlicher Beziehung ist sinnvoll wird aber - um wieder die dunkle Seite der Macht ins Spiel zu bringen - von vielen Unternehmen heutzutage immer noch als Bedrohung wahrgenommen, als potentieller Machtverlust oder davor, dass sich andere verbünden, man ausgenutzt, ausspioniert wird und das Unternehmen gegen die Wand fährt. Und dies zeigt sich leider in allen Hierarchieebenen.

Es werden Informationen nicht weiter gegeben und durch lange Kommunikationsschleifen oder auch unterschiedlicher Kommunikationswege entstehen oft unproduktive Missverständnisse. Die Angst vor unkontrollierbarer Veränderungen und das Festhalten an Strukturen mag ein Stückweit unserer Historie geschuldet sein, zeitgemäß ist dieses Denken jedoch nicht mehr.

Das heißt natürlich nicht, dass Unternehmen zu reinen Heiratsvermittlungsagenturen verkommen (obwohl tatsächlich viele Ehen zwischen Kollegen geschlossen werden - wo soll man - außer im Internet - als Erwachsener sonst einen Partner finden?) und Unternehmen können auch kooperieren, ohne gleich ein Joint Venture gründen zu müssen. Genauso sollte es auch möglich sein, sich mit Kollegen anderer Firmen auszutauschen und dadurch voneinander zu lernen und das eigene Wissen zu erweitern und gegenseitige Stärken zu nutzen.

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Bild 1: B. Redmann, Darth Vader + Biene Maja



Superhelden und Bienen

Machen Sie es also wie die Superhelden - und ja: auch Sie sind ein Superheld! Wertschätzen Sie einander, wertschätzen Sie die Andersartigkeit, trauen Sie sich aufeinander zuzugehen und den Superhelden im anderen zu entdecken und Sie werden Unterstützung und einen Korb voller Ideen auch für Krisenzeiten Ihr Eigen nennen.

Zu guter Letzt sei hier an dieser Stelle noch die Biene Maja ins Spiel gebracht. Denn eines ist auch klar: Es ist nicht jeder ein Netzwerker und natürlich muss die Arbeit auch erledigt werden. Wenn man genug Informationen und Impulse gesammelt hat, wird es Zeit Honig zu produzieren.

Dafür sollte es zukünftig in jedem Unternehmen „Bienen" geben, die die Gegend auskundschaften, neue Blütenfelder entdecken, andere Bienen informieren, wo es den heißbegehrten Nachschub für Futter und dem Ausbau des Bienenvolkes gibt. Und nebenbei bringen sie - als synergetische Dreingabe - durch das Bestäuben Blumen und Bäume zum Blühen. Die Bienen sollen angeblich sogar für das Überleben der Menschheit verantwortlich sein...

Also, finden Sie die Bienen, entdecken Sie Ihr Bienen-Gen, seien Sie ein Superheld und möge die Macht mit Ihnen sein!


Und denken Sie daran: auch in Darth Vader steckt ein Phönix.



Epilog

Dieser Bericht ist das Ergebnis eines wunderbaren Meet-ups in Köln. Die Autorinnen Britta Redmann und Daniela Bessen, haben sich in der Facebook-Gruppe „New Work Women" kennengelernt und nach einem offline-Treffen kurzerhand entschlossen, ein gemeinsames Treffen durchzuführen - der ein voller Erfolg wurde.

Nach zwei kurzen Impulsvorträgen („Agiles Arbeiten in Unternehmen", Redmann und „Kooperation mit Herz und Verstand", Bessen) wurden die Teilnehmer gebeten, in Kleingruppen Chancen und Herausforderungen in puncto Austausch/Netzwerk - sowohl mit Kollegen intern als auch zwischen Unternehmen - zu formulieren.

Die schönste und gleichwohl herausfordernste Aufgabe für die Moderatorinnen war es, die Teilnehmer dazu zu bewegen, ihre Gespräche zu unterbrechen und sich der Ergebnispräsentation zuzuwenden. Schön, wenn sich Menschen unmittelbar aufeinander einlassen und in Resonanz gehen - so soll es sein! #herzwerken

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Lesenswert:

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