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Diesen Fehler machen viele Eltern - und überfordern damit ihre Kinder

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Erziehung vs. Beziehung?

Ein spannendes, interessantes und auch bei mir in der Erziehungsberatung (ja, ERZIEHUNGSberatung) immer wieder vorkommendes Thema.

Ich persönlich finde nicht, dass Erziehung Beziehung ausschließt oder umgekehrt. Vielmehr finde ich, dass beides sich bedingt.

Erziehung bedeutet für mich, meinem Kind einen Rahmen zu geben, innerhalb dessen es sich frei entwickeln und sich erproben kann, es vor Überforderung zu schützen, da es nicht wie ein Erwachsener alles überblicken kann und muss.

Und genau das sehe ich leider so wahnsinnig oft in meiner Tätigkeit als Beraterin und auch in meiner 12-jährigen Arbeit als Erzieherin: überforderte Kleinkinder, ohne Rahmen, die alles alleine entscheiden sollen (ich schreibe hier absichtlich "sollen" und nicht "dürfen").

Erziehung ist authentisch und liebevoll

Eltern, die ihre 2-Jährigen fragen: "Wie lange möchtest du denn heute in der Kita bleiben? Sollen dich Mama und Papa abholen, oder nur Mama." Eltern, die ihr übermüdetes, schreiendes Kleinkind auffordern "sag mir doch, was du möchtest", statt es einfach ins Bett zu bringen.

Ich sehe kleine Kinder, die überfordert und verzweifelt sind, weil sie nicht wissen, was sie tun sollen, wenn Erwachsene mit einer Forderung an sie herantreten, weil sie nie etwas machen müssen, das sie nicht wollen.

Aber so ist die Welt nicht. Wir haben Forderungen an unsere Kinder, so wie es in jeder Art von Beziehungen Anforderungen gibt, die das gemeinsame Leben mit sich bringt. So funktioniert Gemeinschaft.

Warum wird Erziehung oft gleichgesetzt mit Verboten, Einschränkungen, mit Kleinhalten der Kinder und dem Missachten ihrer Bedürfnisse?

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Erziehung ist meines Erachtens nicht einschränkend, grausam und manipulierend. Es ist authentisch, liebevoll, es bereitet auf die Welt vor, in der wir leben und es ist wahrer Beziehungsaufbau.

Es ist ein Ernstnehmen meiner Verantwortung und es ist mutig, weil ich mich durch Erziehung wesentlich öfter in die Situation bringe, in der mein Kind mich blöd findet, obwohl ich von ihm geliebt werden will. Es signalisiert auch: "Ich gehe mit dir in die Auseinandersetzung. Ich nehme dich ernst."

Und was könnte ein besseres Signal an unsere Kinder sein?

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