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Urlaub

15/08/2015 12:34 CEST | Aktualisiert 15/08/2016 11:12 CEST

Wahrscheinlich ist das Wort Urlaub für viele Menschen eines der Lieblingswörter, verbinden wir mit diesem Wort doch tolle Erlebnisse und die schönsten Wochen im Jahr. Die Wochen, wo wir endlich den Alltag hinter uns lassen und ganz wir selbst sein dürfen.

Trennen wir dieses Wort gemäß der deutschen Grammatikregel, dann wird schnell klar diese Erkenntnis versteckt sich bereits im Wort selbst Ur-laub: wir erlauben uns ursprünglich zu sein.

Genau aus dieser inneren Motivation heraus wählen wir auch unseren bevorzugten Urlaubsort und die Art und Weise, wie wir die schönsten Wochen des Jahres verbringen wollen aus.

Urlaub am Meer, in den Bergen, in anderen Städten, mit Aktivität, ohne Aktivität, in der Wärme oder in kälteren Regionen, so wie es ein jeder gerne möchte. Bei der Urlaubsplanung darf so richtig alles nach unserem Geschmack sein!

Urlaub planen

Die Urlaubsplanung kann auch eine Herausforderung sein, dann nämlich wenn zu zweit, oder gar mit der gesamten Familie verreist werden soll. Ich kenne ein befreundetes Ehepaar, die haben beschlossen nicht mehr zusammen Urlaub zu machen, weil es einfach so unterschiedliche Vorstellungen gibt, dass sie hier getrennte Wege gehen müssen.

Einer der beiden könnte sonst in den schönsten Wochen des Jahres nicht ursprünglich, nicht er selbst sein und dafür ist der Urlaub ja gerade nicht gedacht, darüber sind sich die Beiden einig. Eine gute Lösung also, auch als Paar im Urlaub getrennte Wege zu gehen? Darüber denkt bestimmt auch jeder anders.

Für die meisten Menschen sind es in der Regel maximal 3 zusammenhängende Wochen des oft lang herbei gesehnten Urlaubs. Die anderen Tage, die Resttage, die man als Arbeitnehmer vertraglich zur Verfügung gestellt bekommt, werden für andere Freiräume zurück gehalten.

Brückentage werden klug genutzt, oder andere Gelegenheiten ergeben sich für eine kleine Auszeit während des Arbeitsjahres.

Eine sorgfältige und den eigenen Anforderungen angemessene Urlaubsplanung ist entscheidend für den Erholungsfaktor. Jeder sollte darauf achten, dass er wirklich konform geht mit den Vorstellungen der anderen Reiseteilnehmer, sonst kann die schönste Zeit des Jahres schnell zu einer emotionalen Einbahnstraße werden.

Das Hamsterrad verlassen

Die Verplanung dieser wertvollen Wochen funktioniert bei den meisten Menschen Jahr für Jahr ähnlich, es gibt sogar Fälle, in denen jemand seine gesamte Urlaubszeit gleich Anfang des Jahres festlegen muss.

Die schönste Zeit des Jahres, in der man es sich erlauben darf ursprünglich zu sein, ist auf diese Weise genau eingetaktet. Für Spontanität und intuitives Handeln bleibt da wenig Platz, der Mensch bleibt auch in diesem Bereich ein Werkzeug des bestehenden Systems und das berühmte Hamsterrad dreht sich selbst bei der Urlaubsplanung weiter.

Ähnliches passiert übrigens auch dann, wenn in den sozialen Netzwerken Posts gemacht werden, die den Montag als besonders schrecklichen Tag hinstellen, weil er den Wochenbeginn einläutet.

Wir suggerieren uns dadurch, dass bereits am Sonntagabend das Glück in Grauen übergeht und wir erst mal auf Mittwoch hoffen sollen, dem Wochenteiler quasi, der uns dem nächsten Wochenende wieder näher bringt. Es ist besonderer Schwachsinn so mit seiner Lebenszeit umzugehen!

...doch zurück zur schönsten Zeit des Jahres, zum Urlaub...

der Kopf muss frei werden

Selbstverständlich werden wir tagtäglich mit vielen Schwachsinnigkeiten konfrontiert und man braucht schon eine hohe geistige Widerstandskraft, um diesen vorgegebenen Denksystemen nicht anheim zu fallen.

„Wie viel Ur-laub brauche ich, um den Kopf wieder frei zu bekommen?" Solche Fragen werden gerade jetzt, rund um die anstehende Urlaubszeit im Radio von sogenannten Experten geklärt.

Aus welchem Grund wird wohl bei den Radiosendern nicht eher der Frage nachgegangen, wie ich den Kopf erst gar nicht voll bekomme mit all den geistlosen Inhalten unserer Zeit? Na, weil die Menschen beim näheren Nachdenken darüber wohl als erstes das Radio ausschalten würden!

An der Stelle würde ich jedem raten, sich vor Urlaubsbeginn schon in eine Stimmung zu bringen, in der „der Kopf frei" ist. Im Endeffekt entscheidet das jeder Mensch selbst, wie er mit den Störfaktoren um sich herum umgeht. Nur haben wir weder in Schule noch im Elternhaus gelernt, wie das geht, den Kopf frei zu bekommen und vor allem, was uns das bringt hat uns niemand verraten.

Im Hier und Jetzt

Konträr zu diesem gezielten und gewollten eintakten unser Lebenszeit, suggerieren uns Experten des aktuellen Zeitgeistes aber: „Lebe im Hier und Jetzt" „Nur im Hier und Jetzt kann Neues entstehen" „Das Hier und Jetzt ist der einzige Moment den es wirklich gibt" - wie soll denn das ein normal funktionierender Mensch - und davon gibt es derzeit halt einfach noch die meisten - unter einen Hut bringen?

An der Stelle rate ich, sich nicht zu sehr unter Druck setzen zu lassen, von solchen Aussagen. Was in den Büchern dieser Experten steht und was tatsächlich machbar und sinnvoll ist, sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Damit ein gesundes Unterscheidungsvermögen in einem Menschen wachsen kann, was all diese Dinge betrifft, ist es wichtig zumindest schon mal geistig das Hamsterrad zu verlassen und die Zusammenhänge zu erkennen, die es uns nicht erlauben ursprünglich zu sein.

Denn derjenige, der sich der Zusammenhänge bewusst wird und nach und nach darauf kommt, wer er wirklich ist, der wird automatisch ursprünglich werden. Und das wünschen sich viele aus tiefstem Herzen und zwar nicht nur einige wenige Wochen im Jahr, sondern als Dauerzustand.

Das ist, wenn auch längerfristig gedacht, durch aus möglich, es bedarf nur erstmal das Erkennen des IST-Zustandes und das geistige Verlassen des Hamsterrades. Dafür ist ein erholsamer Urlaub bestens geeignet!

Vielleicht ist das Reiseziel ja noch nicht festgelegt oder man verbringt die Zeit ohnehin am heimischen Badesee. Es gibt jede Menge Dinge, die man im Urlaub verändern und umsetzen kann, egal wo man sich befindet. Auf die Erkenntnis kommt es an!

"Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!" so ein Sprichwort von den Dakota-Indianern. Das tote Pferd ist gleichbedeutend mit dem System, dem wir alle anhaften und das uns fest im Griff hat und uns scheinbar nicht frei werden lässt. Jeder Weg beginnt jedoch mit dem ersten Schritt und der ist jetzt erstmal: URLAUB!

Wenn man so ganz alleine im Walde steht, begreift man nur sehr schwer, wozu man in Büros und Kinos geht. Und plötzlich will man alles das nicht mehr.

Erich Kästner

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