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10 Dinge, die emotional intelligente Menschen nicht tun

14/09/2015 19:42 CEST | Aktualisiert 14/09/2016 11:12 CEST
PhotoAlto/Alix Minde via Getty Images

Emotionale Intelligenz ist wahrscheinlich die sowohl mächtigste als auch unterschätzteste Eigenschaft in unserer Gesellschaft.

Wir glauben fest an den Sinn, unsere alltäglichen Funktionen in Logik und Vernunft zu verwurzeln. Dennoch kommen wir am Ende immer zum gleichen Schluss - egal, ob wir lange abwägen oder uns in einem Wimpernschlag entscheiden. Unsere kulturellen Anführer treffen Entscheidungen und bilden Meinungen für uns.

Ich muss nicht erst die Scheidungsrate erwähnen, um deutlich zu machen, dass wir oft falsche Partner wählen (abgesehen davon, dass wir nicht fähig sind, intime Beziehungen über lange Zeit aufrecht zu erhalten).

Es scheint fast so, als glaubten die meisten Menschen eine Sache: Das beste Gefühl ist, überhaupt keine Gefühle zu haben. Wer effektiv sein will, der muss zur Maschine werden. Ein Produkt dieser Zeit. Ein gut geölter, Kunden-orientierter, digital abgestimmter, höchst uninvolvierter, aber immer arbeitender Roboter. Und deshalb leiden wir.

Hier sind die Eigenschaften von Menschen, die eine besonders wichtigen Fähigkeit besitzen: Sich ihrer Gefühle bewusst zu sein. Sie wissen sie auszudrücken, zu verarbeiten, zu enttarnen und sich ihnen anzupassen. Weil sie selbst die Kontrolle darüber haben. Sie sind die wahren Anführer, sie leben die erfülltesten und ehrlichsten Leben. Deshalb sollten wir uns alle eine Scheibe von ihnen abschneiden. Hier sind die Dinge, die emotional intelligente Menschen nicht tun.

1. Sie glauben nicht, dass die Art und Weise, wie sie etwas sehen und empfinden, die Realität oder den wahren Verlauf widerspiegelt.

Sie erkennen ihre Emotionen als Reaktionen an. Nicht als akkuraten Maßstab für das, was um sie herum passiert. Sie akzeptieren, dass diese Reaktionen wahrscheinlich mehr mit ihrer eigenen Situation zu tun haben als mit der objektiven Situation.

2. Ihre emotionale Basis liegt nicht außerhalb ihres Körpers.

Ihre Gefühle sind nicht "das Werk anderer" und deshalb auch nicht "anderer Leute Aufgabe". Sie wissen, dass sie selbst der ultimative Grund für ihre Gefühle sind und treten deshalb nicht in die Falle zorniger Passivität. Das bedeutet, davon auszugehen, dass das Universum etwas falsch gemacht hat und dass es deshalb die Aufgabe des Universums ist, das wieder hinzubiegen.

3. Sie gehen nicht einfach davon aus zu wissen, was sie wirklich glücklich macht.

Angesichts der Tatsache, dass unser einziger Maßstab immer nur die Vergangenheit ist, haben wir keinerlei Möglichkeiten, selbst zu entscheiden, was uns glücklich macht.

Wir können nur ein Gefühl des "gerettet sein" empfinden. Vor dem, was uns in der Vergangenheit nicht gefallen oder glücklich gemacht hat. Emotional intelligente Menschen wissen das und öffnen sich dadurch jeder neuen Erfahrung. Sie wissen, dass in allem gleichermaßen Gutes und Schlechtes steckt.

4. Sie glauben nicht, dass sorgenvoll zu sein, ein Anzeichen ist, dass man auf dem falschen Weg ist.

Gleichgültigkeit ist ein Zeichen, auf dem falschen Weg zu sein. Sorge und Angst bedeuten, dass du versuchst, voranzukommen. Dass du auf dem Weg zu etwas bist, das du liebst, bei dem dir aber deine alten Denkmuster und Überzeugungen im Weg stehen. (Oder besser gesagt, sich bemerkbar machen, um gelöst zu werden)

5. Sie wissen, dass Glück eine Entscheidung ist, die sie dennoch nicht immer treffen müssen.

Sie glauben nicht an die Illusion, dass "Glück" ein ewiger Zustand der anhaltenden Freude ist. Sie erlauben sich selbst, alles, was sie erleben, zu verarbeiten. Sie erlauben sich selbst, in ihrem ganz natürlichen Zustand zu existieren. Ohne Widerstand zu leisten, finden sie Zufriedenheit.

6. Sie lassen niemand anderen bestimmen, was sie zu denken haben.

Sie verstehen, dass durch soziale Konditionierung und die generelle Beeinflussbarkeit des menschlichen Gehirns vieles nicht so ist, wie es scheint. Oft werden uns Gedanken eingeimpft, die von uns selbst zu kommen scheinen, es in Wahrheit aber gar nicht tun. Emotional intelligente Menschen wissen das. Um dagegen vorzugehen, stellen sie ihre eigenen Ansichten immer wieder in Frage und untersuchen sie. Davon ausgehend entscheiden sie, ob sie eine Ansicht wirklich brauchen oder vielleicht nicht.

7. Sie wissen, dass unfehlbare Selbstbeherrschung nicht gleich emotional intelligent ist.

Sie halten ihre Gefühle nicht zurück oder versuchen sie so sehr in Zaum zu halten, dass sie quasi verschwinden. Sie haben allerdings die Fähigkeit, ihre emotionale Reaktion zurückzuhalten bis sie sich in einer Umgebung befinden, in der es angebracht ist, den Gefühlen freien Lauf zu lassen. Sie unterdrücken nichts, sie managen ihre Emotionen effektiv.

8. Sie wissen, dass ein Gefühl sie nicht umbringen wird.

Sie haben ein so großes Durchhaltevermögen und Achtsamkeit, dass sie eines sicher wissen: Alles auf der Welt, egal, wie schlimm es ist, geht vorbei.

9. Sie bauen nicht einfach mit jedem eine enge Freundschaft auf.

Sie erkennen echtes Vertrauen und Intimität als etwas, das zwei Menschen zueinander aufbauen. Das sind Dinge, die du nicht mit jedem teilen möchtest. Trotzdem sind sie nicht abweisend oder verschlossen. Sie sind nur achtsam, wen sie in ihr Leben und in ihr Herz lassen. Sie sind freundlich zu allen, aber nur für wenige wirklich offenherzig.

10. Sie verwechseln ein schlechtes Gefühl nicht mit einem schlechten Leben.

Sie erkennen und meiden Extrapolation. Das bedeutet, die aktuelle Situation auf die Zukunft zu projizieren und davon auszugehen, dass das Hier und Jetzt nicht nur eine vorübergehende Situation ist, die uns etwas lehrt, sondern das gesamte Leben einer Person zusammenfasst.

Emotional intelligente Menschen erlauben sich selbst, auch mal einen schlechten Tag zu haben. Sie lassen sich selbst ganz Mensch sein. Weil sie nicht versuchen, sich dagegen zu widersetzen, sind sie so ausgeglichen.

Hat dir das gefallen? Willst du mehr davon? Schau dir die Webseite des Autors an: Soul Anatomy. Und folge ihm auf Facebook und Twitter.

Dieser Blog erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Franca Lavinia Meyerhöfer aus dem Englischen übersetzt.

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