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Praktische Merkhilfen für den Alltag

13/10/2015 12:59 CEST | Aktualisiert 13/10/2016 11:12 CEST
thinkstock

Vielleicht kennen Sie das, eben wussten Sie noch genau was Sie gerade machen wollten und plötzlich ist es weg. Oder wir versuchen, uns bewusst etwas zu merken und vergessen es dann trotzdem. Egal ob für den Alltagsgebrauch, ob Sie vorhaben eine neue Fremdsprache zu lernen oder sich anderweitig weiterzubilden, die folgenden Merkhilfen werden Ihr Gedächtnis auf Schwung bringen!

Die Grundlage des Lernens sind Verknüpfungen. Diese bilden sich ständig neu, wenn Nervenzellen gleichzeitig „aktiv" sind. Die grundlegende Idee der Gedächtnistechniken ist es, andere Gehirnbereiche beim Lernen von Informationen zu aktivieren. Dadurch sind mehr Verknüpfungen vorhanden und somit mehr Potential, dass der Inhalt behalten wird. Der beste bekannte Weg dies zu erreichen sind mentale Bilder. Fantasie und Vorstellungskraft unterstützen enorm beim Lernen.

Mentale Bilder

Bilder! Damit kann unser Gedächtnis etwas anfangen. Und das Tolle ist: Unser Gehirn kann Bilder entstehen lassen. Wir können uns Bilder ausdenken, visualisieren, etwas „vor dem inneren Auge sehen". Wir können diese Bilder auch manipulieren, verändern und variieren. Und wir können sie uns sehr gut merken.

Haben Sie an dieser Stelle die Sorge, dass Ihr Vorstellungsvermögen nicht ausreichend sein könnte? Das wäre absolut unbegründet! Auch wenn es untrainiert ist, weil es oft seit Jahren nicht mehr benutzt wurde, ist es trotzdem da. Es geht auch nicht darum, Bilder wie Fotos vor dem inneren Auge zu sehen. Mit Bildern ist hier die Vorstellung ausgedachter Situationen gemeint. Dazu gehört der visuelle Eindruck, aber auch alle anderen Sinne.

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All das gehört zu den „Bildern" von denen in diesem Zusammenhang die Rede ist mit dazu. Versuchen Sie die gleiche Übung nun bitte nochmals mit geschlossenen Augen. Bitte lassen Sie sich an dieser Stelle etwas Zeit für diese Übung und denken wirklich über das Bild nach, einmal mit geschlossenen und einmal mit geöffneten Augen.

Wie gut hat das funktioniert? Selbst wenn Sie den Eindruck hatten gar nichts „zu sehen", ist das kein Problem. Sie haben ja trotzdem an die Situation gedacht. Und das führt bereits zu der zusätzlichen Aktivierung in vielen Bereichen Ihres Gehirns. Natürlich spielt hier auch Übung eine Rolle. Vielleicht ging es noch ganz gut an das Känguru zu denken, aber die Farbe Grün war nicht dabei. Weil Ihre Vorstellung generell eher farblos war, oder weil sich Ihr Gehirn sträubt etwas so bizarres vorzustellen.

Kinder haben gar kein Problem damit sich unwirkliche Szenen lebhaft vorzustellen, aber mit Schule, Studium und Beruf wird die Fantasie oft immer weniger eingesetzt. Da ist es ganz normal, dass diese aus der Übung ist. Hinzu kommt, dass es unterschiedliche Typen gibt. Manche sind sehr visuell und können Vorstellungen fast genauso lebhaft „sehen" wie reale Dinge. Andere schaffen auch mit viel Übung nur eine vage Vorstellung. Aber für den Erfolg bei der Nutzung von Gedächtnistechniken spielt das keine Rolle.

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Bilder verknüpfen

Der nächste Schritt ist es, Bilder mit einander zu verknüpfen, sie mit einander zu assoziieren. Insbesondere für die eigentlichen Techniken später ist dies von großer Bedeutung, aber bereits für sich alleine dient das Verknüpfen visualisierter Bilder als Methode um sich Dinge besser einprägen zu können.

Schlüsselwortmethode

Etwa bei Vokabeln. In diesem Zusammenhang gibt es die Schlüsselwortmethode. Um sich eine Vokabel einzuprägen, sollten Sie für das fremdsprachige Wort ein deutsches Wort suchen das ähnlich klingt - das Schlüsselwort. Auch wenn es von der Bedeutung her keinerlei Zusammenhang gibt. Dieses stellen Sie sich dann bildhaft vor und verknüpfen es mit dem Bild der tatsächlichen Bedeutung. Sie versuchen also beide Bilder gleichzeitig zu sehen. Reicht ein Bild nicht aus, lassen Sie eine kleine Bildgeschichte entstehen.

Ein Beispiel: Das Wort „bottle" bedeutet Flasche. Das Wort „Bote" klingt ähnlich wie der Wortbeginn. Sie stellen sich jetzt also einen Boten vor, in Uniform, der zu Ihnen kommt um Ihnen eine Flasche zu geben. Wenn Sie sich dies intensiv vorstellen und beide Bilder zugleich sehen, sind diese mit einander verknüpft. Lesen Sie dann das Wort bottle und möchten die Übersetzung wissen, wird Ihnen der Bote wiedereinfallen - und dadurch das Wort Flasche.

Beispiele aus dem Englischen:

pumpkin - Kürbis. Ähnlich klingt: Pumpe und Kinn. Sie stellen sich vor, wie Sie eine Pumpe in einen Kürbis stecken und diesen aufblasen, bis er platzt und das Kürbisfleisch unter ihr Kinn spritzt.

goal - Ziel. (Oder Tor beim Fußball.) Gaul klingt so ähnlich. Also denken Sie an einen Gaul, ein zotteliges Pferd, dass sein Ziel erreicht in dem es beim Fußball ein Tor schießt.

Beispiele aus dem Spanischen.

plátano - Banane. Ähnlich: Platin und an. Sie legen Ihrer Frau oder Ihrem Mann eine Platinkette an. Sie sind stolz, aber die Reaktion ist nicht gewünschte: Der Anhänger sieht aus wie eine Banane und kommt nicht gut an.

ordenador - Computer. Ein Orden der Ihnen verliehen wurde ist an Ihrem Computer befestigt.

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Konnten Sie sich alle Beispiele vorstellen? Würden Sie gerne noch mehr Tipps zum Thema Merkhilfen lesen? Dann empfehlen wir Ihnen „Gedächtnistechniken" von Boris Nikolai Konrad. Downloaden Sie das eBook auf bookboon.com.

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