Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Boris Becker Headshot

Ich habe gehörig auf die Ohren bekommen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Die kontroversen Diskussionen um die Inhalte meines neuen Buches "Das Leben ist kein Spiel" haben mich schon ein wenig überrascht. Klar ist und war doch immer, dass ich nicht für weichgespülte Aussagen stehe, sondern für Klartext.

Wenn man solch ein Buch angeht, muss man schon wissen, was man will. Ich wollte die ungeschminkte Wahrheit der letzten zwölf Jahre aufschreiben. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, Dinge klarzustellen, die aus meiner Sicht in der Öffentlichkeit völlig falsch rübergekommen sind und mich hier und da auch in meiner Ehre als Familienvater sehr getroffen haben. Ich denke, das ist mein gutes Recht.

Und ja, ein Leisetreter war ich nie, und werde ich auch niemals sein. Mein Motto lautet früher wie heute: Volles Risiko, auch für mich. Dass sich da der oder die (...) eine oder andere auf den sprichwörtlichen Schlips getreten fühlt, war mir schon klar. Aber wer wie ich nach meiner aktiven Karriere viel einstecken musste, hat auch das Recht mal auszuteilen.
Und seien wir doch mal ehrlich: langweilige und halbgare Biografien gibt es ja nun wirklich genug. Ich habe die Offensive gewählt, so wie früher auf dem Tennisplatz. Und zur Wahrheit gehören auch Enthüllungen, Skandale, spannende Neuigkeiten und Überraschungen.

Es ist meine Wahrheit. Nach bestem Wissen und Gewissen. Mit allen Höhen und Tiefen, Siegen und Niederlagen. Und ich bereue nichts, auch wenn ich von dem einen oder anderen selbsternannten Literaturkritiker gehörig auf die Ohren bekommen habe. Sei's drum. Das gehört dazu. Wer austeilt, muss auch einstecken können. Und sowohl Barbara als auch Frau Pocher durften ja in BUNTE ihren Teil dazu geben. Auch das ist ihr gutes Recht.

Und dann gibt es da noch einen etwas selbstverliebten Chefredakteur aus Hamburg, der mich wohl ganz besonders mag. Einige von Ihnen kennen ihn vielleicht, da er sich in nahezu jeder Ausgabe seiner Zeitschrift mindestens drei Mal selbst abbildet. Er verantwortet ein einstmals erfolgreiches People-Magazin, das mittlerweile im Schnitt bei deutlich unter 100.000 verkauften Exemplaren am Kiosk herumdümpelt. Also nicht unbedingt ein Schwergewicht in der Medienbranche.

Weil ich diesem Chefredakteur aufgrund wirklich schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit zum Erscheinen meines Buches kein Interview geben wollte, hat er jetzt ein wenig sein "Mütchen" an mir gekühlt. Verkauft hat sich seine Titelstory nicht ganz so gut, wie ich höre. Na ja, anscheinend wollen die wenigen Käufer seines Magazins solch schaurige Becker-Geschichten gar nicht lesen.

Und wenn man mich heute fragt, ob ich nicht vielleicht doch das eine oder andere aus meinem Buch zurücknehmen will, sage ich ganz klar: Keineswegs, denn es gäbe noch eine ganze Menge mehr zu erzählen, was ich dem werten Leser aber fürs erste lieber ersparen möchte.

Wer solch ein Buch macht, braucht natürlich Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit, um es auch zu verkaufen und erfolgreich zu sein. Ich denke, das haben wir in den ersten Tagen nach dem Erscheinungstermin ganz gut hinbekommen. Zumindest für Platz 2 auf der Spiegel-Bestseller-Liste hat es ja schon nach der ersten Verkaufswoche gereicht. Und es ist ja noch lange nicht vorbei. Der erste Satz ist gespielt, aber ich gehe auch hier gerne mit vollem Einsatz über fünf Sätze mit Tiebreak. Ganz oder gar nicht. Ich habe mich für ganz entschieden.

Und gerne zum Schluss noch ein Wort zum Twitter-Zoff mit Oliver Pocher. Er war nicht abgesprochen, wie manche mutmaßten, sondern entstand spontan. Auch hier immer mit offenem Visier. Herausgekommen ist eine weitere Schlagzeile in der BILD-Zeitung - einem echten Medien-Schwergewicht... Eine bessere PR hätten wir für unser Buch doch gar nicht bekommen können. Kleiner Tipp: An der Stelle bitte nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen und einfach auch mal schmunzeln. Oliver Pocher verträgt genauso wie ich Humor und Selbstironie. Also Freunde: "Take it easy and enjoy the book". So, ich muss jetzt aufhören - die Frankfurter Buchmesse ruft...