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Wie Jugendliche mit Laptops in der Ukraine die Anregung zu den politischen Veränderungen gegeben haben

09/02/2016 13:28 CET | Aktualisiert 09/02/2017 11:12 CET
Photonews via Getty Images

Studenten und Jugendliche waren schon immer die Antriebskraft für Revolutionen und wichtigen Veränderungen in der Gesellschaft. Und in den letzten 10 Jahren waren in der Ukraine zwei Revolutionen mithilfe von aktiven jungen Leuten stattgefunden, aber zwischen der Orange Revolution im Jahre 2004 und Euromaidan in Jahren 2013 - 2014 gibt es ein wichtiger Unterschied, den man mit dem Wort „Social" beschreiben kann.

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Bis Jahr 2013 benutzten Jugendliche aus der Ukraine Social Media in erster Linie für die Kommunikation, Mems, Photo Sharing und allgemein formuliert - für das Amüsement, aber die Ereignisse im Herbst 2013 haben viel geändert.

Zuerst soll man bemerken, dass Grund für die Proteste in den Jahren 2013 - 2014 war, dass die ukrainische Regierung das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union nicht unterzeichnen will.

Man kann sagen, dass die Bürgerproteste in der Ukraine, die man später als Euromaidan und Revolution der Würde bezeichnet, mit dem Post von dem Journalisten Mustafa Najem am 21. November 2013 begonnen haben. An diesem Tag rief er auf Facebook zu Protesten auf dem Maidan mit zwei Hauptposten auf. Sie lauteten:

Ein Facebookpost als Auslöser


"Wer ist bereit, heute auf den Maidan zu kommen?" Liked nicht nur, sondern schreibt einen Kommentar mit den Worten: „Ich bin bereit" schreiben. Sobald wir mehr als 1000 Kommentaren, haben, organisieren wir uns."

In einer Stunde bekommt Mustafa unter seinem Post mehr als 1000 Kommentaren und dann kommt noch ein Post:

"Wir treffen uns um 22:30 neben Unabhängigkeitsmonument. Ziehen Sie sich warm an, nehmen Sie Regenschirme, Tee, Kaffee, gute Laune und Freunde mit. Repost ist erwünscht."

Der zweite Beitrag hat zurzeit mehr als 12.000 Likes und 7500 Reposts. Mithilfe von Facebook und Likes hat die Revolution in der Ukraine begonnen.

Wie schon oben gesagt wurde, waren Jugendliche die Antriebskraft für Proteste, erste echt große Proteste wurden von Studenten in vielen großen Städte durchgeführt. Wichtig ist, dass Studenten untereinander in erster Linie mithilfe von Social Media kommunizierten.

In den ersten paar Wochen der studentischen Revolution wurden mehr als 1000 verschiedene Gruppen und VKontakte auf Facebook gegründet, die zusammen mehr als 500.000 Leute vereinigten.

Außerdem wichtig ist, dass es zuerst echt Jugendprotest war, weil die junge Welt sich nicht mit Politikern kooperieren möchte. Junge Leute haben herausgefühlt, dass sie Kraft haben und haben auch Einfluss auf die politischen Prozesse bekommen, ohne sich mit so genannten alten Eliten zu kooperieren.

Euromaidan war nicht nur mithilfe von Studenten möglich.


Natürlich, Euromaidan war nicht nur mithilfe von Studenten möglich, aber das Ereignis, das friedliche Studentenproteste in der Nacht auf den 30. November durch die Spezialeinheit Berkut der ukrainischen Polizei mit exzessiver Gewalt auseinandergetrieben worden waren, hat eine sehr wichtige Rolle in der ganzer Revolution gespielt.

In den folgenden Monaten standen viele Studenten neben alten Leuten, Business Männer/Frauen usw. auf dem Maidan. Aber genau die Jugend hat den Prozess von de Social-Revolution in Betrieb genommen.

In der Zeit der Revolution war fast jeder fünfhundertste Tweet in der Welt über Euromaidan und während den aktiven Ereignissen auf dem Maidan zwischen dem 19. und 23. Januar hat @TwitterData eine Sichtbarmachung online gestellt, die zeigte, wo der Hashtag #euromaidan in der Welt benutzt wurde. Hier geht's zur Onlinekarte.

Das Beispiel der Ukraine und des Euromaidan zeigt uns deutlich, dass junge Leute aktiv sein können, sich für die Politik interessieren und daran teilnehmen können, wenn verschiedene Voraussetzungen erfüllt sind.

Einerseits können es eine defekte Demokratie, Menschenrechtsverletzung, oder Meinungsverschiedenheiten mit der Regierung sein, andererseits, sollen Jugendliche fühlen, dass das Land ihre Hilfe und ihre Kräfte braucht, dass die jungen Leute etwas verändern können und diese Veränderungen nützlich werden.

Die Sozialen Netzwerke gelten in diesem Zusammenhang nicht als Hauptfaktor für politische Aktivitäten von Jugendlichen, aber sie erleichtern und beschleunigen die Kommunikation. Deswegen sollte man, wenn man an die Beziehungen mit jungen Leuten denkt, darauf achten, dass Soziale Netzwerke bereits zu ihrem Alltag gehören.

Die größte Erreichung von Social Media ist nicht nur die Tatsache, dass man dort zu Wort kommen kann, sondern auch die Möglichkeit sich Gehör zu verschaffen und Unterstützung zu finden.

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