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Was Ihnen Ihr Bestatter nicht verrät

11/06/2017 16:59 CEST | Aktualisiert 11/06/2017 16:59 CEST
kzenon via Getty Images

Nur wenige Menschen sprechen ungehemmt und offen über das Thema Tod. Selbst unter Bestatter gibt es einige Themen, über sie nicht gerne sprechen und Fragen, von denen sie hoffen, dass sie ihnen nicht gestellt werden - etwa nach den benötigten Qualifikationen des Bestatterberufs und dem heimlichen Transport von Verstorbenen. Wir beantworten einige dieser ungestellten Fragen.

Manche Bestatter haben keine berufliche Ausbildung

Seit 2003 gibt es zwar den Ausbildungsberuf Bestattungsfachkraft und auch zuvor war es bereits üblich, eine freiwillige Ausbildung zu durchlaufen, dennoch ist der Beruf des Bestatters bis heute nicht gesetzlich geregelt und man benötigt keine Ausbildung oder eine absolvierte Prüfung, um den Beruf auszuüben.

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts waren Bestattungen Nebentätigkeiten, die von Kirchenmitarbeitern, Tischlern, Fuhrunternehmen oder der Familie des Verstorbenen durchgeführt wurden. Erst nach und nach spezialisierten sich die Bestattungsunternehmen auf die professionelle Durchführung von Beisetzungen.

Die späte Entstehung des Berufs ist einer der Gründe, weshalb es bis heute keine vorgeschriebene Ausbildung für das Bestatterhandwerk gibt und ledig ein Gewerbeschein nötig ist, um den Beruf auszuüben.

Woran verdienen Bestatter eigentlich bei einer Bestattung?

Bestatter können die Preise für ihre Dienstleistungen und Produkte selbst bestimmen - entsprechend hoch sind teilweise die preislichen Unterschiede für Behördenformalitäten, Särge, Urnen, die Aufbahrung oder die Kosten für die Beauftragung von Drittanbietern zwischen den einzelnen Bestattungsunternehmen.

Wie bei allen Dienstleistern gibt es auch in der Bestattungsbranche schwarze Schafe, die überteuerte und teilweise rechtswidrige Posten auf die Rechnung setzen. So stellen manche Bestatter bereits die Erstellung der Kostenvoranschläge in Rechnung oder verlangen für die Überführung des Leichnams horrende Gebühren.

Angehörige sollten daher, wie bei anderen Dienstleistungen sonst auch üblich, Kostenvoranschläge von verschiedenen Bestattungsunternehmen anfordern und Preise vergleichen. Seriöse Bestattungsunternehmen bieten ihren Kunden übrigens von sich aus eine transparente Kostenübersicht an.

Wer jedoch selbst angemessene Preise als zu hoch empfindet, sollte sich klarmachen, dass jede qualitativ hochwertige Dienstleistung ihren Preis hat und Bestatter 24 Stunden am Tag, am Wochenende und selbst an Feiertagen erreichbar sein müssen.

Stimmt es, dass sich ein Leichnam bei der Einäscherung aufrichtet?

Dass sich der Verstorbene während der Einäscherung nochmals aufrichtet, ist ein Gerücht, das sich seit Jahrzehnten hält.

Zwar kommt es gelegentlich und unter bestimmten Umständen dazu, dass sich der Leichnam aufgrund des unterschiedlichen Verhaltens von Fett, Muskeln und Knochen verkrümmt - dass sich der Verstorbene jedoch im Sarg aufrichtet, ist ein Mythos.

Im Krankenhaus fährt man manchmal mit einem Leichnam Fahrstuhl

Verstirbt ein Patient im Krankenhaus, wird dieser häufig mit einer speziellen Trage aus dem Krankenhausbett in den Kühlraum oder die Leichenkammer transportiert. Diese Leichentrage ist meist nicht als solche erkennbar und so unscheinbar, dass andere Patienten oder Besucher nicht bemerken, was damit transportiert wird.

Der Leichnam liegt dabei in einem Hohlraum und für den Transport wird über die glatte Oberfläche ein weißes Tuch gelegt, sodass die Trage aussieht, als sei sie leer. So kann es mitunter passieren, dass man sich den Krankenhausflur oder den Fahrstuhl mit einem Toten teilt, ohne es zu wissen.

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Braucht man für eine Bestattung unbedingt einen Bestatter?

Früher war es üblich, dass die Familie im Todesfall die Organisation der Bestattung vollständig übernommen hat. Auch heute kann man Bestattungsangelegenheiten wie die Beantragung der Sterbeurkunde, die Waschung und Einkleidung des Verstorbenen, die Beauftragung der Sargträger oder die Organisation der Trauerfeier ohne einen Bestatter regeln.

Dennoch entscheiden sich heutzutage immer mehr Menschen dafür, die gesamte Abwicklung in die Hände des Bestattungsunternehmens zu geben.

Und dies hat einen guten Grund: Nachdem man dem Bestatter die persönlichen Vorstellungen für die Bestattung mitgeteilt, einen Sarg oder eine Urne ausgewählt und einige andere Wünsche mitgeteilt hat, übernimmt der Bestatter sämtliche Formalitäten und organisatorischen Aufgaben - während die Hinterbliebenen ausreichend Zeit haben, sich vom Verstorbenen zu verabschieden und ihre Trauer zu verarbeiten. Um die Planung der Bestattung müssen sie sich keine Sorgen machen, wenn sie diese Aufgabe in professionelle Hände gegeben haben.

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