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#BTW17 & die Zukunft der Deutschen bis 2055: freier, reicher, glücklicher

23/09/2017 13:36 CEST | Aktualisiert 23/09/2017 13:36 CEST
Nikada via Getty Images

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Die Skandinavier machen es seit vielen Jahren vor, wie man sozialen Konsens schafft, dadurch mehr Zuversicht und Motivation baut und als Ergebnis mehr Wachstum, höhere Löhne und Realeinkommen, mehr Geburten und Wohneigentum, mehr Start-Ups und erfolgreiche Weltkonzerne produziert!

SPD & Grüne verpassen ihre Chancen

Der Grund, warum Martin Schulz und die SPD verlieren, die Grünen und die Linke nicht überzeugen können, liegt vielfach an deren Unfähigkeit, den Deutschen ein besseres Wirtschaftssystem ans Herz zu legen. Hörten Sie im Wahlkampf jemand aus der Ecke Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland oder Island loben?

Im World Happiness Index 2017 sind die Skandinavier alle unter den Top 10: Norwegen, Dänemark & Island auf den Rängen 1, 2 & 3, Finnland #5 und Schweden #10, Deutschland weiter hinten.

Beim Prosperity Index, Social Progress Index, Fragile States Index und beim Inclusive Growth Index (Weltwirtschaftsforum) das gleiche Bild: diese 5Nordics investieren besser in den sozialen Fortschritt ihrer Bürger, können deshalb privatwirtschaflich ebenfalls besser punkten: höheres Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, Median-Einkommen, Wohneigentum, Median-Vermögen, mehr Weltkonzerne (Forbes 2000) usw.

Die Rettung: die IKT-Revolution bis 2055

Die Skandinavier können in jedem Fall freier, reicher & glücklicher leben als die Deutschen und als die meisten Europäer sowieso. Es kommt aber schöner: die Weltwirtschaft verrennt sich gerade in Finanzkrisen, Stagnation (kaum reales Wachstum), sinkenden Löhnen & steigenden Preisen für Normalbürger - in dieser Republik wie fast überall in den OECD-Staaten von Australien bis Kanada.

Was schöner wird, ist das Wachstumspotenzial der IKT-Revolution, die seit 1971 unsere sozialen und wirtschaftlichen Beziehungen über den Haufen wirft, würden unsere Politiker diesen Zusammenhang bloß erkennen, statt an „freie Märkte" und „freien Handel" also an den Kapitalismus zu glauben, wie das Kind an den Weihnachtsmann!

Schon immer wurden die technologischen Durchbrüche (disruptive technologies) mit Privateigentum (Kapitalismus) verwechselt! Nicht der Fleiß der Kapitalbesitzer (allein), sondern viel eher der Produktivitätssteigerung dank neuer Technologien, haben wir unseren Wohlstand heute zu verdanken!

Weil jene Kapitalisten dieser Produktivität im Weg stehen (sie beanspruchen zu viel), müssen wir bis heute auf viel Wachstum, Einkommen und sozialen Fortschritt verzichten!

Wachstum kommt von Produktivität durch faire Löhne

Zum Beispiel muss der deutsche Durchschnittsarbeiter heute 1,098 Stunden für einen neuen Golf schuften, nur 100 Stunden weniger als 1974 als der erste Golf zu haben war - obwohl sich die Produktivität der deutschen Wirtschaft in diesen Jahrzehnten mehr als verdoppelte.

Der Deutsche hätte demnach für seinen Neuwagen heute, unter fairen Bedingungen, nur die Hälfte von damals arbeiten müssen!

Die volkswirtschaftliche Einsicht und Lehre aus Skandinavien ist, wenn in die soziale Entwicklung clever investiert wird, man das Wachstumspotenzial weit besser ausnutzt, seit 1971 sind das eben IKT-Geschäftsmodelle wie Computer, Roboter, Internet, GPS, Smartphones etc., steigen nicht nur Löhne und Einkommen, sondern ebenso die Wettbewerbsfähigkeit der (privaten) Unternehmen, deren Gewinne, mehr Firmen werden gegründet und die Menschen im Land empfinden eine völlig andere Freiheit, sich wirtschaftlich zu entfalten, ob als Unternehmer oder Angestellte.

Das neue Wirtschaftssystem 2055

Das nordische Geheimnis ist daher kein blutrünstiger Skandinavien-Krimi, sondern schlicht faire, gerechte Wirtschaftsbeziehungen im engeren Sinne: wie ich arbeite und lebe und mich im Verhältnis zur Privatwirtschaft und Gesellschaft einbringen kann.

Die soziale Mobilität wie das soziale Vertrauen ist daher in den 5 Nordics weit stärker ausgeprägt als in Deutschland, Frankreich, Großbritannien oder in den USA. Nicht von ungefähr.

Die wirtschaftliche Zukunft in diesem Land wird dennoch, dank jener, steigenden IKT-Produktivität, nicht schwieriger, ärmer und unfreier, wie wir heute vermuten könnten.

Wenn allerdings die Mächtigen dieses Landes wie dieser Welt, weiterhin uns schikanieren und für sich steigende Anteile an Einkommen und Vermögen (Unternehmen, Aktien, Immobilien etc.) beanspruchen, marginalisieren sie nicht nur alle anderen Bürger, als Konsumenten wie als Leistungsträger, sondern sie gefährden den politischen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Zukunft des Landes und des Kontinents!

Nicht weniger! Man braucht bloß nach Amerika (USA) sehen, wie dort mittlerweile 10 Prozent der Reichsten bereits über die Hälfte aller Vermögen und Einkommen ergattern. Und das reale Nettoeinkommen der Durchschnittsamerikaner heute eine schlechtere Kaufkraft hat als 1970! Auch hierzulande besitzen laut der Bundesbank jene 10 Prozent bereits 60% aller Vermögenswerte.

Wollt ihr wirklich dorthin? Sollen auch in Deutschland diese Wirtschaftsinteressen alles an der sozialen Marktwirtschaft der letzten 70 Jahre wie am europäischen Friedensprozess (die EU erhielt dafür den Friedensnobelpreis 2012) zersetzen und zerstören dürfen?

Ein Skandinavisches Wachstumsmodell muss her

Was heute normale, deutsche Arbeiter, Rentner und ihre Familien über das Wirtschaftssystem gerade empfinden und denken, es als stark verbesserungswürdig einstufen, politisch als soziale Gerechtigkeit kommuniziert, darf keine Utopie bleiben, sondern mit einem Skandinavischen Wirtschaftsmodell ist es bis spätestens 2055 viel eher realistisch und möglich:

  • Die grundlegende Wirtschaftspolitik einer sozialen, freien Marktwirtschaft muss Nettolöhne entsprechend der Produktivität (Technologiefortschritt) garantieren (nicht länger bloß dem Zufall Tarifverhandlungen überlassen) - hat das eine Partei im Wahlkampf verlangt?
  • Steigende Kaufkraft war schon immer der Anreiz für Investitionen in neue Produktion und neue Firmen, in neue Technologien und damit in höhere Produktivität wie Wettbewerbsfähigkeit (höhere Gewinne winken) - Wirtschaft ist nicht schwerer! Hat eine Partei im Wahlkampf diese Quintessenz in aller Deutlichkeit herausgestellt?
  • Wenn dann außerdem, oder besser skandinavisch davor, die soziale Entwicklung bezüglich Familienpolitik, Bildung, Gesundheit, Kultur, Infrastruktur - kurz: Institutionen, optimal, weil human und vernünftig, gestaltet wird, eher wie bei den 5 Nordics mit möglichst gleichen Bildungs- und Karrierechancen, geringeren Lohnunterschieden, fairer Besteuerung und Unternehmern, die einer größeren, gesellschaftlichen Verantwortung verpflichtet werden, kann Deutschland seine Rolle in Europa weg von der (Lohn)-Bremse hin zum Elektro-Motor voll ausspielen!

    Sprach im Wahlkampf jemand über die fatale, gefährliche Rolle der deutschen Wirtschaft für die Eurozone (Stichwort: Lohndumping)?

Es gibt darüber hinaus jede Menge (volkswirtschaftlich) zu tun: ein neues Bankensystem, das dem Spekulieren und dem Kreditgeschäft für allerlei Finanzblasen einen Riegel vorschiebt. Sparkassen und Volksbanken dagegen sind ein gutes Modell für die Zukunft! Und ein neues Steuersystem (D-Steuer) braucht dieses Land wie Europa - für Arbeitsplätze und reale Investitionen!

Wie überhaupt die Finanzialisierung als Spiel (Spekulation) mit unserer aller Zukunft aufhören muss: warum Profite privatisieren, wenn wir in Wahrheit nur alle gemeinsam den wirklichen, künftigen Wert unserer Volkswirtschaft erarbeiten können? In einer (IKT) automatisierten Wirtschaft umso mehr!

Im britischen Prosperity Index (89 Sozial- & Wirtschaftsfaktoren), schneiden die 5 Nordics durchwegs besser ab als Deutschland, sind so gesehen für die Zukunft besser aufgestellt, obwohl es viel kleinere Volkswirtschaften sind und sie geographisch wie klimatisch weit größere Nachteile haben.

Ihr (kaufkraftbereinigtes) Median-Einkommen beträgt laut Eurostat dennoch im Schnitt 36% mehr als in dieser Republik; sie besitzen viel eher Wohneigentum und höhere Rentenansprüche; einen (universalen) Wohlfahrtsstaat und nicht bloß Sozialleistungen für Bedürftige; sind weniger verschuldet (Staatsschulden) und können daher in Zukunft munter weiter und produktiver in ihre soziale und wirtschaftliche Erfolgsgeschichte investieren - dank der IKT-Revolution gleichfalls vielversprechender und gewinnträchtiger!

Gute Wahl - wæhlen Sie aber jetzt wirklich riktig!

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Lesenswert:

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