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Diese Krankheiten bleiben oft unbemerkt

29/03/2016 11:26 CEST | Aktualisiert 30/03/2017 11:12 CEST
champja via Getty Images

Stress in Beruf oder Familie kann dazu führen, dass körperliche Alarmsignale ungehört verhallen. Manche Krankheiten bleiben auch deshalb unbemerkt, weil sie sich anfangs weder durch Schmerz noch durch andere Symptome äußern. Welche dazu gehören und wie Sie sich schützen können, verrät dieser Artikel.

Schmerzlos, aber gefährlich: Bluthochdruck

Fast die Hälfte der Deutschen hat Bluthochdruck, doch längst nicht alle wissen um ihre Erkrankung. Jeder fünfte Betroffene trägt unbemerkt eines der größten Gesundheitsrisiken mit sich herum, die es in der westlichen Welt gibt. Bluthochdruck steigert unter anderem das Risiko an Arteriosklerose zu erkranken und einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Betroffen sind nicht nur Ältere: Rund 24 Prozent der 20- bis 29-jährigen Männer leiden an Hypertonie. Schlafprobleme, innere Unruhe, Nasenbluten, Ohrensausen, Kopfschmerzen, Schwindel, Hitzegefühl, roter Kopf, schlechte Kondition, Leistungsabfall und Schwitzen können auf einen hohen Blutdruck hinweisen.

Wer häufiger darunter leidet, sollte sich beim Arzt Gewissheit verschaffen. Auch der Gesundheitscheck, bei Patienten ab 35 Jahren von der Krankenkasse getragen, kann Hypertonie ans Licht bringen.

Diabetes mellitus Typ 2: Hoher Blutzuckerspiegel oft unbemerkt

Auch Diabetiker merken oft lange nicht, dass sie krank sind. Häufig erfahren sie erst bei einer Routineuntersuchung, dass ihr Blutzuckerspiegel erhöht ist. Bei manchen Patienten treten gar keine Symptome auf, bei anderen nur unspezifische Anzeichen wie allgemeine Schwäche, häufiger Harndrang, gesteigerter Durst, trockene oder juckende Haut, häufige Infektionen und schlecht heilende Wunden.

Besonders Ältere sind betroffen: Rund acht Prozent der 55- bis 74-Jährigen wissen nichts von ihrer Zuckerkrankheit. Das ist besonders ungünstig, besteht die primäre Diabetes-Therapie doch in einer Verhaltensänderung.

Anfangs reichen eine Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung aus, um die Krankheit einzudämmen. Eine Therapie mit Tabletten und Insulin ist häufig erst im weiteren Verlauf angezeigt. Unbehandelter Diabetes kann zu Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Augen- und Nierenschäden oder Depressionen führen.

Darmkrebs nur in frühen Stadien heilbar

Lange unbemerkt bleibt oft auch Darmkrebs. Typische Symptome für Darmkrebs gibt es nicht, länger andauernde Verdauungsbeschwerden, veränderte Stuhlgewohnheiten, Blut im Stuhl und Bauchschmerzen kommen auch bei anderen Darmkrankheiten vor.

Darmkrebs ist bei Männern die dritthäufigste und bei Frauen die zweithäufigste Tumorerkrankung. Sie entwickelt sich schleichend, meist über mehrere Jahre bis Jahrzehnte hinweg, und ist nur in frühen Stadien heilbar.

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Die zuverlässigste Früherkennungsmethode ist die Darmspiegelung, die im Dämmerschlaf vorgenommen wird und daher nicht schmerzhaft ist. Die Kosten dieser Untersuchung trägt bei über 55-Jährigen die Krankenkasse. Ab 50 kommt die Kasse auch für einen Test auf verdecktes Blut im Stuhl auf.

Rheuma muss keine Schmerzen verursachen

Im Anfangsstadium sind die Symptome für Rheuma oft unspezifisch. Allgemeine Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, veränderte brüchige Fingernägel, vermehrtes Schwitzen oder leichtes Fieber können viele Ursachen haben. Deshalb bleibt Rheuma zu Beginn oftmals unentdeckt.

Spätestens, wenn steife Finger und Gelenkschmerzen dazu kommen, gehen bei vielen Patienten allerdings die Alarmglocken an. Doch wird die Erkrankung nicht möglichst frühzeitig behandelt, sind die betroffenen Gelenke manchmal schon geschädigt.

Bisher ist zwar noch keine definitive Heilung möglich, aber es gelingt zunehmend, nicht nur Schmerzen zu lindern und die Entzündung einzuschränken sondern auch das Fortschreiten rheumatischer Krankheiten zu verlangsamen bzw. aufzuhalten.

Einer amerikanischen Studie zufolge entwickelt eine von zwölf Frauen früher oder später eine entzündlich-rheumatische Autoimmunerkrankung.

Wer Rheuma vorbeugen möchte, sollte sich gesund ernähren und sich regelmäßig bewegen. Zu den gelenkschonenden Sportarten gehören Radfahren, Schwimmen und Walken. Ein ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz ist ebenfalls Teil der Vorsorge.

Fazit: Vorsorge ist besser als Nachsorge

Natürlich gibt es noch mehr Erkrankungen, die oft unbemerkt bleiben, wie beispielsweise Frühformen anderer Krebserkrankungen, schleichende Infektionen z.B. durch Chlamydien und Hepatitisviren, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Schilddrüsenerkrankungen, Mangelzustände an Eisen und Vitaminen -, um nur einige zu nennen.

Auch in stressigen Zeiten auf sich zu achten, anhaltende oder immer wiederkehrende Symptome ernst zu nehmen und regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen, kann helfen, versteckte Krankheiten frühzeitig zu entdecken und die Heilungschancen zu verbessern.

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