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Eltern-Ratgeber: Welche Erziehungsmethode für dich die richtige ist

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KIND
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Seit einem Jahr sind Sie nicht nur Mutter oder Vater, sondern auch Erzieherin oder Erzieher. Allerdings haben Ihnen in den ersten Lebensmonaten des Kindes Ihre angeborenen, intuitiven Verhaltensweisen (wie die Stimmlage) geholfen, richtig und angemessen auf das Baby zu reagieren. Spätestens ab jetzt müssen Sie jedoch bewusst entscheiden, wie Sie sich in bestimmten Situationen verhalten wollen.

Das zweite Lebensjahr im Leben Ihres Kleinen stellt Sie vor viele neue Herausforderungen. Ihr Kind macht in den kommenden zwölf Monaten die "Ich-Entwicklung" durch, und dabei müssen Sie es begleiten. Am besten gelingt dies, wenn Mutter und Vater an einem Strang ziehen. Sprechen Sie sich daher unbedingt ab, wie Ihr Erziehungsstil sein soll.

Für die meisten Eltern ist das Ziel der Erziehung, die kindliche Entwicklung ganzheitlich zu unterstützen und zu fördern, damit sich der Nachwuchs zu einer selbstbestimmten Persönlichkeit entwickelt. Dazu gehört auch, ihm die vorherrschenden Werte wie Respekt, Achtung und friedliches Miteinander zu vermitteln.

Dies gelingt nur, indem man mit gutem Beispiel vorangeht und dem Kind vorlebt, wie man sich angemessen verhält - eine verantwortungsvolle Aufgabe. Sicher, Erziehung ist immer eine Gratwanderung zwischen notwendigen Freiheiten, Einschränkungen und Grenzen.

Nur eins ist sicher: Den Grundstein für Erziehung bildet die Bindung zwischen Eltern und Kind. Sie ist sogar die Voraussetzung dafür, dass ein Kind überhaupt erzogen werden kann.

Kinder brauchen Regeln

Erziehungswissenschaftler sind sich einig: Kin- der brauchen Grenzen. Sie schützen sie nicht nur vor Gefahren, sondern geben ihnen auch psychischen Halt. Aber ist es deshalb richtig, Kinder zur Strafe in den dunklen Keller zu sperren? Die Antwort lautet eindeutig: Nein!

Strafe und Konsequenzen

Bis in die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts wurden Kinder zuweilen schon für den kleinsten Fehler bestraft - und leider ist das manchmal auch heute noch so. Dabei erfolgte die Strafe oft zeitversetzt; der Vater »züchtigte« das unfolgsame Kind, wenn er abends nach Hause kam.

Die Strafe war die Konsequenz einer "Straftat", beide folgten nicht unmittelbar aufeinander.
Heute vertreten die meisten Experten die Meinung, dass solche Strafen sinnlos sind, weil sie das Kind demütigen und nicht zur Einsicht bringen. Die Folgen solcher Strafaktionen sind unterschiedlich.

Je nach Alter reagieren die Kinder unter anderem mit Trotz, Rebellion und Widerstand, Zorn, Feindseligkeit und Aggression (sie schlagen zum Beispiel zurück), Lügen, Vergeltungsmaßnahmen, Fügsamkeit, absolutem Gehorsam und Unterwerfung, Anpassung und Einschmeicheln, Rückzug, Flucht, Regression und Fantasien.

Grenzen und Regeln des Zusammenlebens

Liebe, Respekt und Bindung auf der einen, Grenzen und Regeln auf der anderen Seite: Passt das überhaupt zusammen? Auf jeden Fall, beide Seiten bedingen sich sogar gegenseitig. Wenn Ihnen dieser Spagat im zweiten Lebensjahr mit seiner ersten Trotzphase und dem zunehmen- den Autonomiebestreben gelingt, schaffen Sie eine gute Basis für die weitere Entwicklung und Erziehung Ihres Kindes.

Mut zum Nein

Vielleicht haben Sie bereits begonnen, ein Nein- Tagebuch zu führen, in dem Sie alle Nein-Sätze des Tages notieren. Dadurch sehen Sie, wie oft Sie Nein sagen; wahrscheinlich viel zu oft. Wenn nicht, überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin, welche Regeln im Zusammenleben mit Ihrem Kind für Sie wichtig sind. Hier einige Vorschläge:

Gefahrensituationen: Damit dem Kind nichts passiert, sind Regeln unumgänglich. Es darf da- her zum Beispiel nicht alleine auf die Straße laufen, sondern nur an Ihrer Hand. Kündigen Sie Ihr konsequentes Verhalten an: "Es ist gefährlich, wenn du alleine auf die Straße läufst. Wenn du an der Straße alleine läufst, musst du wieder im Buggy sitzen."

Bleiben Sie konsequent, und reagieren Sie bereits auf den ersten "Verstoß". Nur so lernt Ihr Kind, dass Ihnen diese Regel wichtig ist. Das Gleiche gilt auch in anderen Gefahrensituationen wie beim Spielen an Steckdosen oder bei Anschnallverweigerung im Autositz.

Schutz anderer: Dem anderen wehzutun oder seine Rechte zu verletzen ist nicht erlaubt. Die Mutter an den Haaren zu ziehen, gegen das Schienbein zu treten, ein anderes Kind zu schlagen ist auch nicht erlaubt. Reagieren Sie prompt: "Nein, das tut mir weh." "Nein, es tut Sarah weh."

Streit: Wenn sich zwei Kinder streiten, geht es bekanntlich meist um Spielzeug oder andere Gegenstände (Besitzkonflikt). Beobachten Sie zunächst, wie die Kleinen den Konflikt lösen. Bringen Sie zudem Ihrem Kind bald bei, dass es den anderen fragen muss, wenn es etwas haben will: "Frag Henrik, ob du das Auto haben darfst."

Ihr Kleines ist zwar noch nicht in der Lage, diesen Satz zu formulieren. Es kann das betreffende Kind aber fragend ansehen und bald entweder "Auto" oder "Auto haben" sagen.

Essen I: Die Eltern entscheiden, was gekocht wird, die Kinder, was und wie viel sie davon essen. Je nach Alter dürfen sie sich auch selbst bedienen. Eine heiße Suppe auszuschöpfen ist für ein Eineinhalbjähriges noch zu gefährlich, aber den Kartoffelbrei schafft es vielleicht schon - wenn es vorher mit Ihrer Hilfe üben darf.

Essen II: Gegessen wird am Tisch. Mit dieser Regel haben erstaunlich viele Eltern Schwierigkeiten, beziehungsweise haben sie sich darüber nie Gedanken gemacht. Gegen Ende des ersten, Anfang des zweiten Lebensjahres wird Ihr Liebling immer mobiler. Einigen Sie sich mit ihm, dass Essen nur am Tisch erlaubt ist. Nehmen Sie ihm "unterwegs" Butterbrot oder Keks ganz liebevoll weg, und stellen Sie es auf den Tisch: "Schau, hier darfst du essen."

Wünsche: Eltern sind keine Animateure, die von früh bis spät für das Programm ihrer Kinder zuständig sind oder ihnen jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Im ersten Lebensjahr und besonders in den ersten Lebensmonaten war es wichtig, prompt auf die Signale Ihres Babys zu reagieren. Mittlerweile aber kann Ihr Kind schon kurz darauf warten, bis Sie mit der Sache, die Sie gerade machen, fertig sind und Zeit haben, mit ihm zu spielen.

Auch die Bitte, gemeinsam ein Bilderbuch anzuschauen, kann einige Minuten warten: "Ich will das gerade noch fertig machen." Das Gleiche gilt, wenn Ihr Kind Hunger hat: "Ich weiß, du hast Hunger. Ich koche gerade, bald ist das Essen fertig. Hier hast du ein Stück Apfel, das kannst du vorher essen." Auf diese Weise merkt Ihr Kind, dass Sie seine Bedürfnisse ernst nehmen, auch wenn Sie sie nicht sofort befriedigen.

Rituale geben Halt und Orientierung

"Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb - einen guten Appetit!" Dieser oder ein ähnlicher Spruch darf bei vielen Kleinkindern vor einer Mahlzeit nicht fehlen. Und geduldig warten sie, bis alle Familienmitglieder am Tisch Platz genommen haben, obwohl sie Hunger haben. Rituale sind Orientierungshilfen, weil sie den All- tag im gemeinsamen Zusammensein strukturieren.

Es gibt Rituale, die dem Tag Struktur geben, wie der Tischspruch vor dem Essen oder das Abendgebet. Andere gliedern das Jahr. Schon die Kindergartenkinder lernen so, die zwölf Monate zeitlich einzuordnen: »Nach dem Christkind kommt bald mein Geburtstag, dann Ostern, dann Mamas Geburtstag.« Sie leben von einem Höhepunkt zum anderen.

Daneben gibt es noch Rituale, die im Leben einmalig sind, beispiels- weise die Einschulung, die Erstkommunion, die Konfirmation oder der Schulabschlussball, später die Hochzeit oder der Geburtstag des eigenen Kindes.

Viele Kinder entwickeln aber auch ganz ureigene Rituale: Beim einen müssen die Zahnbürsten im Badezimmer immer in derselben Reihenfolge stehen, beim anderen muss je- des Familienmitglied immer auf einem ganz bestimmten Platz sitzen - egal ob am heimischen Esstisch oder im Restaurant. Sonst ist die Welt nicht in Ordnung.

Marotten oder Rituale?

Kennen Sie diese Geschichte? Ein Kind wollte seinen Abendbrei nicht essen, am nächsten Tag lehnte es alles außer Wasser ab. Natürlich waren seine Eltern in großer Sorge. Nach ein paar Ta- gen und einigen vom Kind bestimmten »Ritualen« sah das Abendessen folgendermaßen aus: Die Mutter saß im Nachthemd auf einem Kinderstühlchen.

Der Vater fütterte den Brei und trug dabei einen Hut und einen Regenmantel. Nur unter diesen Bedingungen aß das Kind. Das Ganze, frei erzählt nach dem Schweizer Satiriker Franz Hohler, geht noch weiter: Die Mutter musste zum Schluss im Nachthemd auf dem Schrank liegend zuschauen und ...

Natürlich ist an dieser Stelle ein Schmunzeln erlaubt. Doch die Satire zeigt - wenn auch deutlich übertrieben -, dass aus Ritualen auch Ma- rotten werden können. Im richtigen Leben je- doch gehen diese Marotten meist bald wieder vorüber. Bis dahin helfen sie den Kindern dabei,
ihren Alltag zu bewältigen. Sie mindern gerade im Kindergartenalter zum Beispiel beim Zubettgehen die Trennungsangst vor dem Schlafen.

Alleinsein und Dunkelheit sind für viele Kinder beängstigend, und da hilft es, wenn je- den Abend alle Türen verschlossen werden, der Stofffrosch am Bettende liegt, aber der Igel am Kopfende, der Trinkbecher mit frischem Wasser neben dem Bett steht und das kleine Püppchen unter dem Kissen steckt.

Wenn solche bizarren Gewohnheiten nicht sehr viel Zeit in Anspruch nehmen und das Kind ansonsten einen normalen und aufgeweckten Eindruck macht, sind sie in Ordnung, und die Kinder entwachsen ihnen bald. Machen Sie also ruhig mit.

Struktur für den Tag

Bis zum ersten Geburtstag schlafen viele Babys am Vormittag und am Nachmittag; nun aber kommen die meisten mit einem Mittagsschlaf aus. Diese Veränderung bringt anfangs einiges durcheinander, aber die bewährten Einschlafrituale aus dem ersten Jahr helfen auch, den Tag mit nur einer Schlafpause neu zu strukturieren.

Wenn der Tag immer ähnlich beginnt, ist dies eine sichere Basis. Auch der Ablauf bis zum Mittagessen sollte sich stets ähnlich gestalten - sei es zu Hause, bei der Tagesmutter oder in der Kinderkrippe. Nicht zuletzt sind Hungergefühl, Händewaschen, Lätzchen-Umbinden und natürlich der leckere Geruch aus der Küche Fix- punkte im Tagesablauf: Jetzt ist Mittagszeit. Nach dem Essen eine kurze Geschichte, und dann dürfen sich die Augen ausruhen.

Nach- mittags gibt es zum Beispiel einen Obstteller, bevor man gemeinsam etwas unternimmt. Auch jeden Tag einen Spaziergang zu machen oder am Abend über den Tag zu sprechen bringt Struktur und Sicherheit für die Jüngsten, macht sie sicher und stark.

Verschiedene Erziehungsstile

Absoluter Gehorsam ist heute zum Glück bei fast allen Eltern passé. Schließlich verändern sich mit den Jahren auch die Erziehungsmethoden. Die folgenden Theorien jedoch prägen bis heute die Kindererziehung; allerdings kommen sie in der Praxis vorwiegend als Mischformen vor. Vermutlich erkennen Sie schnell wieder, woran sich Ihre eigenen Eltern orientiert haben. Welchen Stil wollen Sie selbst aufgreifen?

Der autoritäre Erziehungsstil

Zwischen Eltern und Kind herrscht ein klares Machtverhältnis: Die Kontrolle über das kindliche Verhalten wird ausschließlich von den Eltern ausgeübt. Autoritär erziehende Eltern legen großen Wert auf Gehorsam und Anpassung. Es ist nicht erwünscht, dass Kinder die Autorität hinterfragen, und wenn sie es tun, wird dies oft genauso bestraft wie Ungehorsam oder ein Regelverstoß.

Weil das Kind die elterlichen Regeln zu akzeptieren hat, findet wenig Kommunikation statt (»Du machst das, weil ich es sage«). Die Meinung des Nachwuchs wird zwar akzeptiert, den- noch hat er wenig Möglichkeiten, sich frei zu entwickeln. Ebenso wenig wird er zum selbst- ständigen Handeln ermutigt.

Zu wenig Selbstwertgefühl und mangelnde Selbstständigkeit sind die Folgen - im Gegensatz zur mündigen und eigenständig handelnden Persönlichkeit. Der autoritäre Erziehungsstil, der harte, teilweise sogar körperliche Strafen ohne Einschränkung befürwortet, führt oft dazu, dass sich das Kind (spätestens in der Pubertät) total gegen seine Erziehungspersonen auflehnt und geringes Sozialverhalten zeigt.

"Wir haben immer recht"

Noch weiter geht der autokratische (alleinherrschende) Erziehungsstil. Es gibt nur einen Weg, und den geben die Eltern vor - die unumstößliche Marschrichtung. Die kindliche Meinung wird nicht akzeptiert und Eigeninitiative gänzlich unterdrückt. Dadurch stagnieren Spontaneität, Kreativität, Sensibilität und Selbstständigkeit.

Der antiautoritäre Erziehungsstil

Im Gegensatz zum autoritären Erziehungsstil entstand in den 1960er-Jahren der antiautoritäre Stil: eine Erziehung ganz ohne Zwang. Das Kind muss sich nur sehr wenigen Anforderungen stellen, und seinem Verhalten werden keine oder kaum Grenzen gesetzt. Es hat selbst die Kontrolle über sein Verhalten, die Eltern trauen ihm viel zu.

Dem Ansatz liegt die Idee zugrunde, dass die Entwicklung eines Kindes in keiner Weise ein- geschränkt werden sollte und es deshalb viele Freiräume braucht. Ziel der antiautoritären Erziehung ist, dass sich die Kinder zu selbstbewussten, kreativen und konfliktfähigen Individuen entwickeln.

Selbstentfaltung hat einen hohen Stellenwert. Die Kleinen sollen Werte und Regeln selbstständig herausfinden und verinnerlichen können. Diese Selbstentfaltung über- fordert die meisten Kinder jedoch schnell.

Der Laissez-faire-Erziehungsstil

»Laissez faire« stammt aus dem Französischen und heißt frei übersetzt: »Macht mal!« Wie der Name bereits vermuten lässt, wird das Kind auch bei dieser Methode sich selbst überlassen. Es gibt vonseiten der Eltern keine verbindlichen Regeln, keine Befehle und keinen Tadel, kurz- um: keinerlei Verhaltensrichtlinien. Jeder macht, was er will. Bei der Entscheidungsfindung sind Kinder und Jugendliche aktiver Part, die eventuell die Wünsche und Vorstellungen ihrer Eltern berücksichtigen - oder auch nicht. "Gewähren lassen" ist das Motto.

Im Gegensatz zur antiautoritären Erziehung hat "Laissez faire" aber durchaus Grenzen: zum Schutz des Kindes und um die Freiheit des an- deren zu garantieren. Verbote, wie "Hör auf, es tut mir weh, wenn du mich trittst", sind erlaubt.

Der demokratische Erziehungsstil

Vom autoritären (Erwachsene befehlen, Kinder gehorchen) bis zum demokratischen Erziehungsstil war es ein langer Weg, der mit vielen Stolpersteinen gepflastert war und teilweise in Sackgassen endete. Genauso wie die sexuelle Revolution hat jedoch auch die antiautoritäre Erziehung vieles auf den Weg gebracht.

Die antiautoritäre Welle und "Laissez faire" waren die Antwort auf die jahrzehntelange Unterdrückung der Kinder. Wie bei allen Reformen be- stand dabei die Gefahr, gewisse Grenzen zu überschreiten oder Ziele falsch zu verstehen. Heute sind viele Eltern und Erziehungsexperten Anhänger des demokratischen Erziehungsstils.

Sie sehen Kinder als eigenständige Persönlichkeiten und betrachten sie (teilweise) sogar als Partner. Je älter die Kinder werden, desto eigen- verantwortlicher und selbstständiger dürfen und sollen sie handeln. Ihre Eltern begleiten sie dabei und setzen ihnen den Rahmen, in dem sie sich frei bewegen dürfen.

Grenzen (früher Verbote) gehören zum demokratischen Stil, werden aber nicht willkürlich benützt. Stattdessen versuchen die Erwachsenen zu erklären, warum etwas sein muss: "Du darfst hüpfen, aber bitte auf dem Boden. Das Sofa geht sonst kaputt." Wissensautorität darf ausgeübt werden, wenn Gefahr droht oder Kinder etwas kaputt machen wollen. So ist es zum Beispiel erlaubt, auf Papier zu kritzeln, aber nicht an der weißen Wand.

Dem Alter entsprechend wird das Kind auch in Entscheidungen der Eltern miteinbezogen (Partizipation). Dies ist vor allem dann der Fall, wenn es um Themen des gemeinsamen Zusammenlebens geht und das Kind selbst betroffen ist. Schlagwörter in der demokratischen Erziehung sind: gegenseitiger Respekt, Eigenverantwortung je nach Alter des Kindes, Förderung der Selbstständigkeit, Erziehung zum mündigen Menschen, Grenzensetzen und Akzeptieren-Lernen.

Der Traum von der partnerschaftlichen Erziehung

Die guten Vorsätze der demokratischen Erziehung sind teilweise in die partnerschaftliche Erziehung eingeflossen, doch geht diese noch einen Schritt weiter: Hier werden Kinder als gleichwertige Partner angesehen.

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Das Problem: Kinder und Erwachsene können keine gleichwertigen Partner sein. Denn sie agieren nicht auf Augenhöhe. Erwachsene haben einen Erfahrungs- und Wissensvorsprung; manche Entscheidungen können nur sie treffen. Oder würden Sie Ihr Kind in den Entscheidungsprozess miteinbeziehen, wenn Sie eine neue Waschmaschine, einen neuen Computer oder ein neues Auto kaufen möchten?

Dass Eltern laut Paragraf 1626 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches seit etwa 30 Jahren die Verpflichtung haben, den Willen ihres Nachwuchses wahrzunehmen und ihn je nach Alter und Reife des Kindes angemessen zu berücksichtigen beziehungsweise das Kind an Entscheidungen zu beteiligen, wird bei der partnerschaftlichen Erziehung gründlich missverstanden.

Der Wille des Kindes ist nicht immer deckungsgleich mit seiner Reife. Und so fällt das allabendliche, meist ungeliebte Zähneputzen ebenso wenig unter diesen Paragrafen wie die Entscheidung für den fahrbaren Untersatz.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch "Die ersten 3 Jahre meines Kindes" von Birgit Gebauer-Sesterhenn, Anne Pulkkinen und Dr. med. Katrin Edelmann. Es erschien im Gräfe und Unzer Verlag.
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