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Jeder Einwanderer ist ein Geschenk

16/02/2015 09:47 CET | Aktualisiert 18/04/2015 11:12 CEST
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Dieser Beitrag erschien in Kooperation mit dem Manifest der Vielfalt

Das Manifest der Vielfalt ist eine deutschlandweite Initiative, die mit dem Ziel verbunden ist, Menschen zusammenzuführen und ihr zivilgesellschaftliches Engagement für den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt in einer pluralen Republik sichtbar zu machen.

Im Jahre 622 wanderte der Prophet Muhammad - Friede und Segen auf ihm - von Mekka nach Medina aus. Dieses Jahr gilt als der Anfang der islamischen Zeitrechnung und ist daher von zentraler Bedeutung für einen Muslim. Was aus der Sicht des Propheten eine Auswanderung war, galt für die Bevölkerung von Medina als Einwanderung des Propheten. Er hinterließ sein Hab und Gut in seiner Geburtsstadt Mekka, um der Unterdrückung der Mekkaner zu entgehen. In Medina wurde der Prophet mit einem Willkommenslied begrüßt. Sie feierten regelrecht sein Ankommen. Vor ihm wanderte auch eine große Gruppe an Muslimen ein. Fast jeder Haushalt in Medina nahm mindestens einen Einwanderer auf und schenkte ihm Obdach. Eine großzügige Willkommenskultur herrschte in der Stadt.

In Deutschland diskutieren wir stattdessen häufig darüber, ob und wie viele Flüchtlinge wir aufnehmen sollten und ob das Land die Asylanten finanziell tragen kann. Wie sieht unsere Willkommenskultur aus? Hat jemand von uns schon mal einem Asylanten eine Nacht Unterkunft gewährt?

Die eingewanderten Muslime in Medina fügten sich problemlos in die Gesellschaft

Die eingewanderten Muslime in Medina fügten sich problemlos in die Gesellschaft und nahmen an allen Bereichen des sozialen Lebens teil. Sie halfen beim Bau, sie leisteten ihren Beitrag im Handel und in der Bildung und verinnerlichten das friedvolle Zusammenleben. Hierbei spielten die Aussprüche und Taten des Propheten eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Das Grundvertrauen zwischen den Einwanderern und der Aufnahmegesellschaft war so groß, dass die Zugewanderten sich stets wohlfühlten und der Prophet bis zu seinem Lebensende dort gelebt hat und gestorben ist.

Oft wird in der Prophetenliteratur davon gesprochen, dass der Prophet ein Liebhaber von Rosen war. Metaphorisch gesagt, verteilte unser Prophet seinen wunderschönen Duft- in Form eines positiven Beitrages- dort, wo auch immer er Fuß fasste. Also auch in einer anfänglich fremd scheinenden Gesellschaft. Übertragen wir diese Metaphorik auf unsere jetzige Gesellschaft und betrachten jeden neuen Einwanderer als eine Rose, wie unvorstellbar schön wäre der Duft dieser Gesellschaft. Wenn jeder dieser Einwanderer seinen Duft mit mehr Tatendrang intensivieren könnte, wie wunderschön und paradiesisch wäre unsere gemeinsame Heimat. Und unvorstellbar schön wäre der Duft dieser tausend Rosen, wenn die Erde und die Luft sie mit voller Reinheit empfangen würden.

Ich fragte: „Wie lang währt das Leben der Rose?"

Die Knospe vernahm es und lächelte nur. (Mir Taqi Mir, gest. 1810)

So lasst uns heute die Knospen mit reiner Luft und Erde versorgen, damit sie morgen wie prächtige Rosen blühen und ihren Duft verstreuen, wie es einst unser Prophet tat.


Manifest der Vielfalt



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