Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform fĂĽr kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

betterplace lab Headshot

In Zukunft werden wir auf Knopfdruck Leben retten

Veröffentlicht: Aktualisiert:
BETTERPLACE LAB
Rico Reinhold / betterplace lab
Drucken

Organe, Waffen, Musikinstrumente, Häuser - mittlerweile kann einfach alles ausgedruckt werden. Ökonomen und Trendforscher erklärten den 3D-Drucker schon vor einigen Jahren zum Auslöser der nächsten industriellen Revolution.

Die Idee dahinter ist simpel und genial. Wissenschaftler und Entwickler versprechen sich viel davon, denn der 3D-Drucker könnte unser Wirtschaftssystem auf den Kopf stellen, den Welthunger bekämpfen und die Organspende revolutionieren.

Weniger Verschwendung, mehr Nutzen

Die Technologie wird schon seit mehreren Jahren heiĂź diskutiert. 3D-Drucker tragen in einem "Laser-SchweiĂź-Prozess" dĂĽnne Schichten unterschiedlicher Materialien, etwa Kunststoffe, Harze, Metalle oder Keramik, millimetergenau auf worauf wird das aufgetragen? und verfestigen sie.

Mithilfe einer Software entstehen am Computer verschiedene Designs. Gegenstände können aber auch abfotografiert oder eingescannt werden. Während konventionelle Produktionstechnologien überflüssiges Material entfernen bis die gewünschte Form vorhanden ist, lässt das 3D-Druckverfahren auf geringeren Materialverlust hoffen.

Der Kunststoff kann auĂźerdem auch aus recyceltem PlastikmĂĽll gewonnen werden. Das Unternehmen Techfortrade geht sogar noch einen Schritt weiter und baut die Drucker selbst aus Elektroschrott. Das spricht fĂĽr den Aspekt der Nachhaltigkeit.

Bis jetzt ist der 3D-Druck generell ein Verfahren für Tüftler und Erfinder. Ideen können allerdings damit schneller, einfacher und billiger visualisiert werden. Ein Einzelstück kostet gewöhnlich ein Vermögen. Ein Produkt rechnet sich also erst, wenn es zu Tausenden produziert wird. Die 3D-Druck Technologie hingegen vermeidet Überproduktion, Materialverschwendung und Umweltverschmutzung.

Wer braucht also noch große Lagerhallen, wenn man den benötigten Nachschub binnen weniger Stunden herstellen kann? Der 3D-Drucker senkt so auch das Risiko, auf überschüssigen Waren sitzen zu bleiben.

Leben retten auf Knopfdruck

Das Paradebeispiel des 3D-Drucks sind allerdings Prothesen und Spenderorgane. Kein Wunder, denn sie bringen viele Vorteile der Technik zum Vorschein: Da sie individuell anpassbar sind, können sie in kleinster Stückzahl und mit unterschiedlichen Materialverbindungen gedruckt werden.

Dabei sind sie günstiger und vor allem bei Bedarf sofort verfügbar. In Deutschland warten etwa 12.000 Menschen auf ein passendes Spenderorgan. Drei davon sterben täglich, da es einfach nicht genügend Spender gibt. Der 3D-Drucker kann also sogar Leben retten. Zahlreiche weitere Möglichkeiten eröffnen sich, wenn die Technologie perfektioniert wird.

Kann sich der 3D-Hype wirklich durchsetzen?

In den letzten 20 Jahren haben das Internet und der Mobilfunk fundamental verändert, wie Menschen kommunizieren und Informationen austauschen. Jetzt schickt sich der 3D-Druck an, unsere Produktion zu revolutionieren: raus aus den Fabriken, in die Hände kreativer, lokaler Manufakturen. Aber was ist Hype und was bleibt?

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Das Marktforschungsinstitut Gartner hat den Hype-Zyklus in den 90er Jahren eingeführt, um die Einschätzung von neuen Technologien zu erklären: Nach einem "Gipfel der überzogenen Erwartungen" (wir werden alle alles sofort zu Hause selbst drucken) und einem „Tal der Enttäuschungen" (es lässt sich doch sowieso bloß Plastik-Firlefanz drucken) befinden wir uns demnach mit dem 3D-Druck gerade auf dem „Pfad der Erleuchtung" und sollten nach Gartners Einschätzung in etwa fünf Jahren das „Plateau der Produktivität" erreichen.

Bis dahin lassen wir uns von den technischen Fortschritten begeistern: von der kleinen Pille über gedruckte Herzen bis zu ganzen Häusern. Der 3D-Drucker fordert die Kreativität heraus und ermöglicht es den Kreativen weltweit, günstig individuelle Lösungen aus ihrer Community heraus zu erschaffen.

Wenn ihr euch für das vielleicht revolutionärste Produkt unsere Zeit interessiert, könnt ihr hier noch mehr faszinierende Projekte finden.

Auf der Innovationsplattform trendradar.org zeigen über 700 Beispiele aus aller Welt, wie digitale Innovationen Menschen helfen, soziale Probleme zu lösen.

2016-02-23-1456224791-6924054-trendradar_Logobplab_rgb400x241.png

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Werdet zum Umwelthelfer

Keine Frage: Das Umweltbewusstsein in unserem Land hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch gewandelt. Viele fragen sich allerdings: Wie kann ich wirklich effektiv helfen?

Das ist gar nicht schwer. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org stellt die Huffington Post Projekte vor, die jeder von Euch unterstĂĽtzen kann.

Die Aktionsgemeinschaft Artenschutz e.V. zum Beispiel setzt sich mit einem Projekt in Kenia fĂĽr den Schutz und die Aufzucht von Elefantenbabys ein.

Denn noch immer werden ausgewachsene Elefanten wegen ihrer kostbaren Stoßzähne gejagt und getötet. Zurück bleiben verstörte Jungtiere, die auf sich allein gestellt sind und nicht überleben würden.

Die Elefantenbabys benötigen teure tierärztliche Versorgung und Verpflegung über mehrere Jahre, um schließlich wieder in die Wildnis entlassen werden zu können. Nach ihrem Aufenthalt im Waisenhaus sind die ausgewachsenen Tiere in der Lage, sich in bestehende Elefantenherden zu integrieren.

UnterstĂĽtze jetzt die Aktionsgemeinschaft Artenschutz bei ihrer Arbeit im Waisenhaus fĂĽr Elefantenbabys auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden fĂĽr Dein soziales gemeinnĂĽtziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.