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An alle "glücklichen" Singlefrauen

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Kevin Kozicki via Getty Images

Wir sind alle intelligent, ehrgeizig und entschlossen. Wir sind einigermaßen attraktiv, aktiv und auch nicht zu schüchtern. Wir denken gerne, wir hätten unser Leben im Griff - dass wir Menschen sind, die es wert sind, dass man sie kennenlernt und in sie hinein investiert.

Trotzdem sind wir Singles.

Ob wir diesen Status uns selbst zu verdanken haben?

Allerdings denke ich, dass ich nicht die Einzige bin, also widme ich diesen Post allen starken, unabhängigen Singles in den Zwanzigern - den Frauen, die damit einverstanden und zufrieden sind Single zu sein, aber sich gleichzeitig fragen, warum sie niemanden gefunden haben.

An diesem Post saß ich eine Weile, weil es mich eine gewisse Zeit gekostet hat herauszufinden, wie ich mich fühle. Und ich bin schließlich zu einem Entschluss gekommen - Ich, und auch viele andere Frauen werden niemals eine klar definierte Erklärung dafür haben, wie ich über Begriffe wie Liebe, Beziehungen, Unabhängigkeit oder Selbstwert denke.

Das sollten wir jetzt so akzeptieren.

Wir behaupten gerne, wir seien glückliche Singles und dass wir nur uns selbst brauchen, um uns erfolgreich zu fühlen. Das stimmt. Aber das heißt nicht, dass wir nicht gerne jemanden hätten, mit dem wir die Höhen und Tiefen des Lebens teilen könnten. Wir sind alles andere als einsam im Leben und dennoch fühlen wir uns gelegentlich so, da uns die eine, alles entscheidende Beziehung fehlt.

Natürlich haben wir hier und da Liebeleien. Solche, die anfangs Potenzial haben, aber zwangsläufig mit "Ich bin nicht auf der Suche nach was Ernstem" enden. Übersetzt bedeutet das so viel wie "Du bist attraktiv und es macht Spaß Zeit mit dir zu verbringen, aber ich will nicht mit dir zusammen sein und so meine Optionen einschränken, für den Fall, dass ich jemand Attraktiveren finde, mit dem ich lieber Zeit verbringen würde."

Dass wir diesen Satz bringen und auch zu hören bekommen, daran sind wir schuld.

Wenn wir fallen, dann fallen wir richtig. Und falls wir nicht fallen, dann versuchen wir uns davon zu überzeugen, dass wir das getan haben. Wir würden sofort zugeben, dass uns Monogamie Angst macht. Gleichzeitig geben wir aber nur zögernd zu, dass wir uns danach sehnen. Wir drücken immer unsere Verachtung gegenüber anhänglichen, voneinander abhängigen Paaren aus, aber gleichzeitig beneiden wir sie.

Aber um das klarzustellen: Wir beneiden sie nicht im wörtlichen Sinne um das, was sie haben. Wir wollen eher jemanden, der genau das mit uns will. Wir wollen jemanden, der froh darüber ist, dass wir das Wichtigste für ihn sind, aber wir wollen nicht, dass er uns das erlauben muss.

Wir neigen dazu, unsere größten Kritiker zu sein und schaffen es nicht, uns in dem Licht zu sehen, in dem uns andere sehen. Es ist so einfach, über all das nachzudenken, was wir nicht sind, anstatt über das, was wir sind. Schwächen sind so viel offensichtlicher als Stärken.

Wir fragen uns, was anderen womöglich an uns gefallen könnte, warum andere mit uns zusammen sein würden, warum sie sich zu uns bekennen würden. Weil wir uns selbst nicht als würdig ansehen, sind wir davon überzeugt, dass das andere auch nicht tun.

Aber das ist der Punkt, an dem wir einsehen müssen, dass wir falsch liegen.

Wir sind es wert. Wir haben so viel zu bieten und nur weil wir niemanden haben, dem wir das liebestechnisch anbieten können, heißt es nicht, dass es weniger wert ist. Vielmehr ist es sogar viel wertvoller, da es nicht leicht verschenkt ist.

Nicht jeder kann sich schnell in unser Herz manövrieren - es beansprucht Zeit und Vertrauen.

Weil wir uns nicht in dem Licht sehen, in dem uns andere sehen, ist es viel bedeutender, wenn uns jemand sagt, dass wir einen Schritt zurücktreten und die Dinge neu abschätzen sollen. Es bedeutet, dass wir deren Meinung schätzen und ihrem Standpunkt vertrauen.

Wenn wir jemanden finden, der uns dazu bringt, uns selbst so zu sehen, wie er uns sieht, dann war es das wert. Dann werden wir wissen, dass es einen Grund für das Warten gab.

Gleichzeitig müssen wir uns daran erinnern, dass es uns nicht schwach macht, hin- und wieder zuzugeben, dass wir das Singledasein hassen. Es macht uns einfach menschlich.