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Bayern will Anteil des Radverkehrs am Verkehrsaufkommen bis 2025 auf 20 Prozent steigern

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MUNICH BIKE
Kathrin Ziegler via Getty Images
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Wenn es bei uns in Deutschland so etwas wie die „Tour de France" gäbe, dann müssten viele Etappen durch Bayern führen. Und zwar schon deshalb, weil der Freistaat landschaftlich außerordentlich vielfältig ist und von der Sprint- bis zur Bergetappe alles bietet, was das Herz von Freizeit- und Profiradfahrern höher schlagen lässt. Allein das Netz der Fernradwanderwege ist rund 9.000 Kilometer lang.

Das belegt auch die aktuelle Radreiseanalyse des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, bei der Bayern im vergangenen Jahr bereits zum fünften Mal hintereinander zu „Deutschlands beliebtester Fahrradregion" gewählt worden ist. Fünf Mal hintereinander auf Platz 1 - das hat bisher nicht einmal der FC Bayern geschafft!

Anteil des Radverkehrs am Verkehrsaufkommen soll bis 2025 auf 20 Prozent steigen

Bereits heute verfügen über 50% der Bundes- und über 30% der Staatsstraßen in Bayern über einen Radweg. Um noch mehr Menschen zu motivieren, auch im Alltag zu biken, werden wir in den kommenden 5 Jahren über 200 Millionen Euro in den weiteren Ausbau unseres Radwegenetzes investieren. Dadurch soll der Anteil des Radverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen bis 2025 auf 20 Prozent steigen.

Wichtig sind dabei weniger Wechsel der Straßenseiten bei den Radwegen und mehr Sichtbarkeit für Radler an Kreuzungen. Wir unterstützen darüber hinaus den Bau von Radschnellwegen. Sie sollen mit bevorrechtigter Führung des Radverkehrs und breiten Fahrbahnen viele Radlerinnen und Radler schnell, sicher und komfortabel zu ihrem Ziel bringen.

Dabei geht der Sicherheitsaspekt Hand in Hand mit der Freizeitkomponente, indem Radwege aus den urbanen Gebieten zu Naherholungsräumen weiter erschlossen werden, der Bau von Fahrradabstellanlagen an Bahnhöfen und in der Stadt nachdrücklich vorangetrieben und eine plattformübergreifende Integration gewährleistet wird.

Unser „Navi" dafür wird der Radverkehrsplan Bayern 2025 sein. Um ihn so Radfahrer-freundlich wie möglich zu gestalten, haben wir auch eine Umfrage im Internet durchgeführt, an der sich über 8.000 Radler beteiligt haben. Sie hat ergeben, dass die Schwerpunkte des Radverkehrsplans beim verkehrssicheren Ausbau der Infrastruktur, bei den Fahrradabstellanlagen und bei der Verkehrssicherheitsarbeit liegen müssen.

Mit dem Verkehrssicherheitsprogramm „Bayern mobil - sicher ans Ziel" legen wir unser Augenmerk vor allem auf den Schutz besonders gefährdeter Gruppen wie Kinder, Fußgänger und Radfahrer. Um die Verkehrssicherheit weiter zu verbessern und die Zahl der schweren Radunfälle zu senken, setzen wir neben der Aufklärungsarbeit aber auch auf verstärkte polizeiliche Kontrollen.

Radwege bitte auch benutzen!

Denn neben den Gefahren durch Fehler anderer Verkehrsteilnehmer führen oft auch Radeln in die falsche Fahrtrichtung, Missachtung roter Ampeln sowie unerlaubtes Fahren auf Fußgängerwegen zu Unfällen. Insbesondere die Bereiche um Kreuzungen, Einmündungen oder Zufahrten sind dabei zentrale Gefahrenstellen, auf die es hinzuweisen gilt und die Ansätze für ein Verbesserungspotenzial in der Koexistenz zwischen Fahrrad und Auto bieten.

Unser Ziel ist, dass möglichst viele Menschen in Bayern aufs Fahrrad umsteigen und so nicht nur etwas für ihre eigene Gesundheit, sondern auch für die Umwelt tun. Damit sie das auch so sicher wie möglich tun können, darf es keine Abstriche bei der Verkehrssicherheit geben.

Gleichzeitig appelliere ich an alle Radfahrer, die Radwege dann auch tatsächlich zu benutzen: Sie schützen damit nicht nur ihr eigenes Leben, sondern sind auch ein wichtiges Vorbild für unsere Kinder und Jugendlichen!

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