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Verkehrspolitische Auseinandersetzungen: Kampfradeln als Strategie

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Kaum ein Thema l├Âst so schnell emotionale und heftige Debatten hervor, wie das t├Ągliche Erleben von st├Ądtischem Stra├čenverkehr. Sehr schnell haben alle Teilnehmenden am Stra├čenverkehr eine Meinung dazu, was gut oder schlecht ist und vor allem wer sich wieder v├Âllig daneben benimmt. Dabei gehen die Meinungen, wo das Problem liegt, je nach Nutzung des Verkehrsmittels stark auseinander.

Der Stra├čenverkehr wird wohl am meisten gegen bestehende Regeln und Gesetze versto├čen wird und alle sich dar├╝ber aufregen: Menschen in Autos fahren chronisch zu schnell, parken wo sie wollen, biegen ab ohne andere zu beachten und nehmen Ampeln auch gerne "mal so mit". Radler und Radlerinnen ignorieren Ampeln, fahren st├Ąndig auf der falschen Seite und fahren wo sie wollen.

Alle, die zu Fu├č unterwegs sind scheinen dagegen Stra├čen irgendwie oder irgendwo zu ├╝berqueren, laufen st├Ąndig auf Radwegen rum und Ampel scheinen nur "kann" Regeln darzustellen. Wer der Meinung ist, dass ohne die Verkehrsregeln die Welt untergeht, bewegt sich im Stra├čenverkehr also st├Ąndig in quasi apokalyptischen Sph├Ąren.

Dem entgegen gestellt hat sich eine Gruppe von Radfahrenden. Gegen die denunziatorische Kampagne gegen ÔÇ×Kampfradler" vom ehemaligen Verkehrsminister Ramsauer, stellten sie eine Kampagne mit dem Bekenntnis zum Kampfradler-Dasein. Offensiv stellten sie ihr Bekenntnis auf einer Internetseite vor.

Die Idee dahinter war die These, dass ein gesellschaftliches Problem vorliegt wenn massenhaft Regeln ├╝bertreten werden, und nicht prim├Ąr ein Fehlverhalten einzelner. ÔÇ×Alle, die viel Radfahren kennen das Gef├╝hl, dass Du Dich in einem System bewegst, dass f├╝r Autos gemacht ist", so Mitinitiator Bernhard Stoevesandt.

"Der Platz auf den Stra├čen, Ampelschaltungen, Ampeln ├╝berhaupt, die Wegf├╝hrungen, alles ist zuerst f├╝r Autos ausgelegt. Und dabei wirst Du st├Ąndig von Autos lebensbedrohlich gef├Ąhrdet". Unter den Bedingungen sei es kein Wunder, wenn Menschen die f├╝r sie ungerecht empfundenen Regeln irgendwann ignorieren.

Ziviler Ungehorsam gegen eine ungerechte Verkehrspolitik

Der Ansatz der Initiative war daher, dass Menschen, die die Regeln ├╝bertreten kein schlechtes Gewissen haben sollen, sondern den Regelversto├č als Folge der Verh├Ąltnisse sehen sollten. Der ├ťbertritt der Regeln w├Ąre damit eine Art des zivilen Ungehorsams gegen eine ungerechte und unsinnige Verkehrspolitik.

ÔÇ×In den letzten Jahren ist der Radverkehr in den St├Ądten trotz allem massiv gestiegen. In manchen St├Ądten ├╝bersteigen die zur├╝ckgelegten Strecken schon die der Autofahrer", erkl├Ąrt Stoevesandt, ÔÇ×trotzdem spiegelt sich dies in der Verteilung von Platz, Planung, Steuerung oder auch Geldern nicht wieder". Daher forderte die Initiative forsch ein Drittel der Gelder, des Raums und der Planung f├╝r den Radverkehr. In Anbetracht von Milliarden-F├Ârderungen, welche in die Forschung f├╝r die Automobilindustrie gesteckt werden, ginge es um sehr viel Geld.

In Anbetracht der Klimakrise sehen sie eine Umorientierung weg von CO2-aussto├čenden Fahrzeugen f├╝r dringend geboten an. Zentral an dem Konzept ist, dass danach gefragt wird, wie es kommt, dass jemand auf dem Fu├čweg mit dem Rad f├Ąhrt oder die rote Ampel ignoriert.

Es mag Ignoranz sein, meist gibt es aber strukturelle Ursachen: Die unsinnige Zusammenlegung von Rad- und Gehwegen, die Ampelschaltungen, die gemacht wurden um das Autofahren bequem und z├╝gig zu gestalten. Wer also Probleme im Stra├čenverkehr angehen will, muss diese Ursachen beheben.

Da der Raum im Stra├čenverkehr nun einmal begrenzt ist, wird dies zu Lasten einer Partei gehen m├╝ssen. Die Kampfradler und Kampfradlerinnen rufen dazu auf, diesen Konflikt mit der auf Autoverkehr fixierten Politik aufzunehmen. Ideen zur Ver├Ąnderung g├Ąbe es genug: Von der Idaho-Stop Regelung an Ampeln bis dahin fast alle Stra├čen in St├Ądten zu Fahrradstra├čen zu machen. Allein es fehlt der politische Wille - der m├╝sse erk├Ąmpft werden.

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