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Satirischer Rückblick: Osten als radikal erforscht

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Die abgelaufene Woche war voller Informationen.

Eine streng wissenschaftliche Studie im Auftrag der Ostbeauftragten der Bundesregierung hat Meinungen über Ostdeutschland zusammengetragen und zu einem Forschungsergebnis gemacht. Eigentlich hätte die Beauftragte ja auch bloß die Kanzlerin zu fragen brauchen, die kommt von da, aber dann hätte man vielleicht nicht herausgefunden, dass es an 25 Jahren CDU-Regierung in Sachsen liegt, dass die Sachsen ein sächsisch geprägtes Weltbild haben. Dazu kommen vierzig Jahre DDR, da sind die Ostdeutschen sehr abweisend gegen linke Regierungen eingestellt. Diese Studie kann also von Populisten als Argument gegen den Sozialismus benutzt werden, wenn der zu rechtsextremen Leuten führt.

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Der Grünenpolitiker und Immobilienexperte Mutlu fordert, die Schüler sollten in den Schulen gegen Rechtspopulismus immunisiert werden. Das geht am besten, wenn man Rechtspopulismus als Unterrichtsfach anbietet, und dann haben die Schüler genug davon und lernen nichts.

Ein Cyberangriff hat wichtige Computer lahmgelegt, auch die der Bahn. Da sieht man, wie vorteilhaft es ist, dass alles digital arbeitet; viel schlimmer wäre es gewesen, wenn menschliche Schaffner und Bahnhofsvorsteher lahmgelegt worden wären.

Von der Leyen hat die Bundeswehr nach Anzeichen rechten Gedankenguts durchsuchen lassen. Gefunden wurden Kasernen und Soldaten, teilweise sogar Waffen. Daran sehen wir, dass Deutschland nicht bedroht wird; jetzt hätte eine feindliche Armee die Gelegenheit gehabt zur Invasion.

Beim Eurovision Song Contest hat Deutschland um einen Platz besser abgeschnitten als zuletzt. Die Entscheidung, wer beim nächsten Mal hingeschickt wird, soll nicht danach getroffen werden, wie der Kandidat singt, sondern wie er wirkt, wenn er bei der Bekanntgabe der Punkte weint.

Auch Sigmar Gabriel ist für einen europäischen Finanzminister, genau wie Schulz und Macron sowie Schäuble, der sagte, die Idee war von ihm. Die SPD möchte doch entspannt in den Wahlkampf gehen, indem sie für mehr Posten sorgt, auf die ihre besten Leute platziert werden können.
Die Wahl in Nordrhein-Westfalen ging aus Sicht der SPD verloren, so passiert es,wenn die Wähler nicht nur auf das gucken, was im Wahlkampf gemacht wird, sondern auch sonst so.
Am Wahlabend verkündete ein gut gelaunter Martin Schulz, dass dies ein harter Tag für die Sozialdemokraten sei, also keiner für die meisten. Obwohl, so gut gelaunt war er gar nicht, das sah nur so aus, weil neben ihm Ralf Stegner stand.

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