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Satirischer Rückblick: Leitkulturdebatte lodert

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Die abgelaufene Woche war wieder voller Brisanz.

Innenminister de Maizière hat in Abwesenheit der Kanzlerin eine neue Debatte über eine Leitkultur angestoßen und behauptet, wir wären nicht Burka. Damit werden alle diskriminiert, die Burka sind. Der österreichische Bundespräsident hat sich aus Solidarität gleich eine umgeworfen.
Die Medien reagieren geschlossen gegen die Leitkultur, größtenteils aus Sorge, ihr Meinungsmonopol würde beschädigt.

Zur Leitkultur gehört angeblich der Handschlag zur Begrüßung. Es fehlt aber der Hinweis, dass man in unserer Kultur mit Treten und Prügeln aufhört, wenn der Konfliktpartner am Boden liegt.
Großphilosoph Habermas hat auch diskursmäßig widersprochen und gesagt, keine Muslimin dürfe gezwungen werden, de Maizière die Hand zu schütteln. Das schließt ein, das kein muslimischer Mann gezwungen werden darf, einer unreinen Frau die Hand zu schütteln.

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Erfolgsboxer Klitschko musste eine KO-Niederlage einstecken. Um jetzt einen Comeback-Effekt zu erzielen, müsste er gegen Martin Schulz ausgetauscht werden.

Außenminister Gabriel hat Visafreiheit für türkische Erdogan-Gegner angeregt. Auch die türkischen Sicherheitsbehörden wären dafür, sie können einfach überprüfen, wer ohne Visum aus der Türkei in die EU reist.

Donald Trump hat nach seinen ersten hundert Tagen als US-Präsident verkündet, das sei die beste Regierung in der Geschichte. Beobachter sind entsetzt; das ist eine schwere Provokation für Kim Jong-un.

Der ARD fehlen 139 Millionen Euro, der Rundfunkbeitrag soll steigen. Einsparungsmöglichkeiten gibt es nicht, weil die Kommission zu teuer wäre, die über die Einsparungen befinden würde. Man kann auch nicht altes Programm wiederholen, da müsste man wieder mehr PR-Arbeiter einstellen, die sich von den Aussagen und Inhalten distanzieren.

Erdogan hat gedroht, dass die Türkei die EU-Beitrittsverhandlungen beendet. Das heißt, wir würden nie erfahren, wofür wir die Türkei eigentlich gebraucht hätten.
Die Türken, die hier für das Präsidialsystem gestimmt haben, wählen hier SPD und Grüne, also auch islamistisch.

Schulz und andere wollen verbieten, dass hier lebende Türken am Referendum über die Todesstrafe teilnehmen. Es würde unsere Gesellschaft spalten, wenn nur für einen Teil die Möglichkeit zur Teilhabe an direkter Demokratie bestünde.

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