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Satirischer Rückblick: Jamaika-Sondierungen laufen auf Touren

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Die abgelaufene Woche war voller hochwertiger Nachrichten.

Union, FDP und Grüne versuchen, es spannend zu machen, damit man denken soll, es ginge um politische Sachthemen, bei denen man unterschiedliche Konzepte habe. Dabei geht es darum, dass man nur Ministerposten kriegt, wenn die anderen auch welche haben. Ein Problem wird in der Zukunft darin bestehen: Je mehr Elektroautos fahren, desto weniger Strom hat man für die Digitalisierung der Schulen.

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Es wird gemeldet, dass Gruppen von Elstern über Kühe herfallen. Wir fragen uns, muss man jetzt dazusagen, dass es Elstern sind? Kann man nicht einfach schreiben, kleinere Tiere sind mit größeren Säugetieren aneinandergeraten? Es ist auch völlig unklar wodurch die Kühe die gefiederten Freunde so provoziert haben, vielleicht haben sie durch ihr passiv-aggressives Verhalten zur Blitzradikalisierung der Elstern beigetragen, die so was normalerweise überhaupt nicht tun.

US-Präsident Trump wurde für elf Minuten bei Twitter gelöscht. Die Presse meint, dadurch wurde die Welt für elf Minuten gleich viel freundlicher. Es hatte ein Twitter-Mitarbeiter an seinem letzten Arbeitstag gemacht; er wollte, dass in seinem Zeugnis steht: „war ständig bemüht, das beste zu leisten."
Hamed Abdel-Samad war auch auf Twitter gelöscht worden, aber bei uns geht alles mit rechten Dingen zu, da entspricht es der Gesetzeslage.

Die ARD will nur noch höchstens zwei experimentelle Tatorte pro Jahr ausstrahlen. Viele Zuschauer hatten sich beschwert, dass es ihnen nicht möglich war, die Handlung vorherzusagen.

Ein von einem syrischen minderjährigen Flüchtling geplanter Terroranschlag konnte verhindert werden. Wir sind froh, dass der Terrorist, der sich unter die Flüchtlinge gemischt hatte, nun geschnappt ist. Wir sind schon so an den Terror gewähnt, wir wissen gar nicht, ob wir bei einem vereitelten Anschlag nun auch weitermachen sollen wie bisher.

Großbritannien wird von einem Sexskandal erschüttert. Ein Minister tritt zurück, weil er einer Dame vor fünfzehn Jahren ans Knie gefasst hat. So ändern sich die Zeiten; wäre er damals damit erwischt worden, hätte er zurücktreten müssen wegen der Peinlichkeit,dass er ihr nur ans Knie gefasst hat.

Die Berliner Polizeiausbildung steht in der Kritik, weil einige Schüler gute Kontakte zu Milieu-Clans pflegen. Das könnte so weit kommen, dass man irgendwann sich mit Berliner Polizisten lieber nicht anlegt.

Die Arbeitslosenrate ist so gering wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Man weiß nicht,wohin die Arbeitslosen verschwunden sind, man weiß ja nicht mal, wohin die abgelehnten Asylbewerber verschwunden sind.

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