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Ohrenschmerzen - Ursachen und was wirklich hilft

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EAR PAIN
SIphotography via Getty Images
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Pochende oder stechende Schmerzen im Bereich der Ohren sind mit die unangenehmsten Schmerzen. Besonders, wenn die Beschwerden nachts auftreten. Gründe für Ohrenschmerzen sind vielfältig und können von Erkrankungen des Ohrs selbst, über Infektionen des Nasen-Rachen-Raumes bis hin zu Problemen im Kieferbereich gehen.

Deshalb sollten die Ursachen immer bei einem HNO-Arzt abgeklärt werden, um eine stetig schlimmer werdende Entzündung oder gar einen Hörsturz zu vermeiden.

Erkrankungen des Ohrs selbst

Besonders im Kindesalter kommt es häufig zu Mittelohrentzündungen. Da die so genannte eustachische Röhre (eine Art Verbindungstunnel zwischen dem Nasen-Rachen-Raum und dem Mittelohr) bei Kindern noch waagerecht liegt, können Krankheitserreger einer Erkältung, Grippe oder Nasennebenhöhlenentzündung leicht in das Mittelohr gelangen.

Gegen die Schmerzen kann Ibuprofen gegeben werden und ein abschwellendes Nasenspray für Belüftung der eustachischen Röhre sorgen. In jedem Fall sollte zeitnah ein HNO-Arzt aufgesucht werden, um die weitere Behandlung abzuklären.

Im Jugendlichen- und Erwachsenenalter ist die unsanfte Reinigung des Gehörgangs die Hauptursache für Schmerzen. Wattestäbchen und andere spitze Gegenstände sorgen für kleine Verletzungen, die zu Infektionen führen können. Auch eine allergische Reaktion verursacht bei manchen Menschen Ohrenschmerzen.

Viele Flugreisende kennen Ohrenschmerz durch den Unterdruck, die Beschwerden verstärken sich, wenn bereits eine Entzündung besteht. Hier hilft bewusstes Schlucken oder Kaugummi kauen. Wenn es zum Hörverlust oder Tinnitus kommt ist sofort ein HNO-Arzt aufzusuchen! In solchen Fällen besteht Verdacht auf ein so genanntes Barotrauma. Wenn in einem solchen Fall keine Behandlung erfolgt, können das Trommelfell oder innere Ohrteile reißen.

Bei älteren Menschen kann es zu einer Herpeserkrankung im Ohrbereich kommen. Auch dies verursacht Schmerzen und die Entzündung kann auf den Gesichtsnerv übergehen, was zu Lähmungserscheinungen führt.

Der Nasen-Rachen-Raum

In diesem Bereich gibt es viele Auslöser für Ohrenschmerzen, da der Nasen-Rachen-Raum eng mit dem Mittelohr verbunden ist. Mandelentzündungen, Nasennebenhöhlenentzündungen sowie Pfeiffersches Drüsenfieber können die Ohren in Mitleidenschaft ziehen. In diesen Fällen ist ein Besuch beim HNO-Arzt nötig, um eine passende Behandlung zu finden.

Probleme im Kiefer- und Halsbereich

Verspannte Muskeln und nächtliches Zähneknirschen wirken sich negativ auf das Wohlbefinden der Ohren aus. Massagen, Entspannungsübungen und eine Schiene gegen das Knirschen schaffen hier Abhilfe. Zu den selteneren Erkrankungen, die Schmerzen in den Ohren auslösen, zählen die Reizung bestimmter Hirnnerven, Wucherungen, Geschwülste und Tumore.

Obwohl derartige Erkrankungen nicht oft für Ohrenschmerzen sorgen, sollten Sie im Zweifelsfall oder bei entsprechender Krankheitsgeschichte, abklären lassen, wo die Ursachen liegen.

Wenn der Schmerz nachts oder am Wochenende kommt

Wärme hilft meistens bei Ohrenschmerzen. Aber auch ein Wickel, der eine halbe Stunde auf das betroffene Ohr gelegt wird und mit kleingeschnittener Zwiebel oder Petersilie gefüllt ist, kann Besserung bringen. Ibuprofen wirkt nicht nur schmerzlindernd, sondern auch entzündungshemmend. Ein Arztbesuch ist jedoch immer von Nöten, um eine zum Patienten passende Therapie zu finden und chronische Beschwerden zu vermeiden.

Vorbeugen

Besonders im Winter ist eine Mütze oder ein Stirnband wichtig, um die Ohren vor Kälte und Wind zu schützen. Im Schwimmbad sind eine Badekappe oder spezielle Ohrstöpsel empfehlenswert, um die inneren Ohrteile vor Auskühlung und Keimen zu bewahren. Da der Gehörgang als selbstreinigend gilt, sind Wattestäbchen überflüssig. Diese können leicht das innere des Ohrs verletzen und dafür sorgen, dass sich im Gehörgang ein Pfropf bildet.

Es ist völlig ausreichend, die Ohrmuscheln vorsichtig mit einem feuchten Tuch zu reinigen. Und ebenfalls wichtig: Das Ohr vor Lärm schützen, denn das Trommelfell kann bei übermäßiger Belastung reißen.

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