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Schönheit weltweit: Weißer Teint, XXL-Po, kleine Brust

03/09/2015 15:49 CEST | Aktualisiert 03/09/2016 11:12 CEST
Piti A Sahakorn via Getty Images

So unterschiedlich die Menschen sind, eins haben sie gemeinsam: Alle wollen schön sein. Doch was bedeutet das für Südamerikaner, Afrikaner oder Asiaten? Schönheit ist relativ - und wurzelt nicht nur im Auge des Betrachters, sondern auch in seiner Kultur.

Bei Schönheitsidealen geht es niemals nur um die äußere Form - immer drückt sich darin eine Haltung, eine Eigenschaft aus. Ein schlanker Körper bedeutet für Europäer beispielsweise Disziplin: Wer schlank ist, hat sich im Zaum, ist aktiv und sportlich - eine wichtige Eigenschaft in unserer Leistungsgesellschaft.

Übergewicht bringen Europäer dagegen eher mit Faulheit und einem ungesunden Lebensstil in Verbindung. Weil andere Länder pralle Körperrundungen ganz anders interpretieren, fällen sie auch andere Urteile. Aber bleiben wir zunächst bei den Schönheitsidealen der westlichen Welt.

Amerika will jung bleiben

Schlank, braungebrannt und vor allem jung muss man in den USA sein, um dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen. In dieser Hinsicht gleichen die Vorstellungen denen der Europäer, auch wenn sich Amerikanerinnen deutlich häufiger unters Messer legen.

Allerdings kommen auch immer wieder Trends aus den USA, die in Europa weniger Anklang finden: Seit kurzem liegt die „Thigh Gap" voll im Trend, eine Lücke zwischen den Oberschenkeln, die in Europa eher auf Erstaunen als auf Begeisterung stößt.

Südamerika liebt Kurven

Zwar liegen die USA in puncto Schönheitsoperationen ganz vorn, aber auf dem zweiten Platz folgt gleich Brasilien. Mit androgynen Models, die sich nur von Wattebäuschen ernähren und jedes Gramm Fett misstrauisch beäugen, kann das Land des Karnevals nichts anfangen.

Was hier zählt, sind Kurven. Deshalb stehen Brustvergrößerungen ganz oben auf der Liste der beliebtesten Schönheitsoperationen. Hier lassen sich Frauen übrigens auch den Hintern vergrößern - und sprechen ganz offen über ihren Gang zum Chirurgen.

XXL-Po: Begehrt in Afrika

Der Po spielt auch in Afrika eine große Rolle. Üppige Rundungen haben hier Tradition: Schon seit Jahrhunderten mästen Afrikaner junge Bräute mit Milch und Maisbrei, um ihr ideale Körperformen mit in die Ehe zu geben.

Übergewicht ist auch heute noch in Mode: Üppige Brüste und besonders ein runder Po zeugen von Wohlstand und Kraft. Betont werden diese Rundungen gern mit bunter, enger Kleidung. Schlanke Frauen gelten eher als kränklich und unattraktiv.

Für blasse Haut zum Schönheitschirurgen

Schön sind immer die anderen: Das, was aus der Masse heraussticht, sich abhebt vom Alltagsgrau, fällt auf und wird begehrt. So ist das in Europa, aber auch in Asien. Thailändische Frauen tragen beispielsweise weißmachende Gesichtscreme auf, um sich schön zu machen.

Möglichst blass wollen sie sein, denn ein weißer Teint gilt als wichtiges Schönheitsmerkmal. Ein dunkelhäutiges Model hat in Thailand keine Chance - hier lächeln nur bleiche Gesichter vom Cover der Frauenzeitschriften. Ein Grund, um die Haut künstlich zu bleichen und sich Vitamin C spritzen zu lassen.

Skurrile Schönheitsideale gibt es nicht nur in Metropolen

Der Tanz um die Schönheit wird nicht nur in modernen Metropolen aufgeführt. Auch in traditionellen Stammesgesellschaften wollen Frauen schön sein: Im Südwesten Äthiopiens schneidet das Volk der Mursi jungen Mädchen die Unterlippe ab, um aus Ton hergestellte Scheiben einzusetzen.

Berühmt sind auch die Padaung-Frauen, in den Medien „Giraffenfrauen" genannt, die Messingspiralen von rund 30 Zentimetern Länge am Hals tragen. Diesen Brauch pflegen sie bis heute.

Was schön ist, definiert jede Kultur für sich selbst. Die Schönheitsideale wiederum werden ein Teil der Kultur, über die sich die Menschen definieren. Wer diesen Idealen entspricht, erlangt Ansehen. Gelingt das nicht von Natur aus, fanden Menschen seit jeher Mittel und Wege, der Natur auf die Sprünge zu helfen.

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